Columbia River, Portland und die Küste von Oregon

By | 30. Januar 2018

Der 1953 km lange Columbia River bildet die Grenze zwischen Oregon und Washington. Ihm folge ich in diesem Bericht teilweise bis zur Kleinstadt Astoria, wo er in den Pazifik mündet. Vorher gibt es allerdings noch einiges an richtig großartiger Natur zu sehen und auch eine ordentliche Enttäuschung zu verarbeiten. Es wird interessant, also macht es Euch bequem und habt hoffentlich Spaß mit diesem Bericht.

Roadtrip Oregon USA Map

Roadtrip

Ich fahre also vom Mt. Hood nach Hood River und dort auf den Hwy 84, der parallel zum Columbia River verläuft. Gleichzeitig ist der Highway aber auch mit der Nummer 30 markiert. Ganz genau verstehe ich das nicht, muss ich zugeben. Es handelt sich um so eine Art „Scenic Byway“, also eine Straße mit einigen sehenswerten Attraktionen. Diese sind an den Ausfahrten des Hwy 84 ausgeschildert und über eine Parallelstraße gut zu erreichen.

Bei Cascade Locks zum Beispiel steht an der Ausfahrt „Bridge of the Gods“. Also fahre ich ab und folge der Straße durch den kleinen Ort bis zur Brücke. Dahinter führt sie (also die Straße) einfach wieder auf den Highway zurück. Die Brücke der Götter ist über 560 Meter lang und 41 Meter hoch. Sie verbindet die beiden Staaten Oregon und Washington miteinander. Bekannt ist sie vermutlich vor allem, weil sie ein Teil des Pacific Crest Trails ist und auch im Film „Wild“ zu sehen ist.

Bridge of the Gods Columbia River Oregon USA

Die nächste Ausfahrt hat gleich mehrere tolle Orte auf Lager. Zuerst halte ich an den Horsetail Falls. Vom Parkplatz aus sind es nur ein paar Schritte zum Wasserfall. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, einen Parkplatz zu bekommen für meinen fetten *Mietwagen. Es ist nämlich ziemlich voll heute, immerhin ist Freitag Nachmittag und gutes Wetter. Viele Bewohner Portlands fahren über´s Wochenende raus aus der Stadt in die Natur. Scheinbar ist hier ein begehrter erster Stopp.

Horsetail Falls Columbia River Oregon USA

Zur Oneonta Gorge wollte ich gar nicht unbedingt, aber ich fahre trotzdem mal rechts ran und schaue mir die Schlucht aus der Nähe an, weil warum nicht ?! Im Sommer, wenn das Wasser nicht so hoch steht und auch nicht so eiskalt ist, kann man die Schlucht am besten zu Fuß erkunden. Einfach neben der Brücke runter zum Bach steigen und dann durch das Wasser tiefer in die Schlucht waten.

Oneonta Gorge Columbia River Oregon USA

Jetzt gerade (im Frühling) ist das Wasser allerdings extrem kalt und auch recht hoch. Trotzdem klettern viele Leute über die umgestürzten Baumstämme und großen Felsbrocken. Da ich aber nicht klitschnass nachher durch Portland fahren will, klettere ich nur ein kurzes Stück weit und schaue dann den anderen Menschen zu, wie sie offenbar eine Menge Spaß haben, trotz des eisigen Wassers. Weiter oben in der Schlucht gibt es auch noch weitere Wasserfälle, falls das für Euch ein weiterer Anreiz sein könnte, ebenfalls mal die Oneonta Gorge zu erkunden.

Oneonta Gorge Columbia River Oregon USA

Ein Stück weiter die Straße runter kommt dann ein Wasserfall, den bestimmt schon einige mal gesehen haben. Die 189 Meter hohen Multnomah Falls, Oregon´s höchster Wasserfall. Durch die wunderschön in die Landschaft eingebettete Brücke bekommt dieser Wasserfall ein unverwechselbares Äußeres. Ein Fußweg führt hinauf zur Brücke und auch noch weiter bis zur oberen Kante des Wasserfalls. Von dort hat man eine super Aussicht über das Tal des Columbia River. Am Fuße des Wasserfalls, wo sich die meisten Menschen tummeln, steht eine Lodge, die zum größten Teil aus einem Souvenirladen besteht. Nebenan kann man aber bei den Park Rangern Infos zum Wasserfall und der Gegend bekommen. Kann ich nur empfehlen, besonders weil die Gespräche mit den Rangern immer viel Spaß machen. Die lieben ihren Job so richtig, das spürt man. Und sie sind froh, wenn man Fragen stellt und sie diese ausführlich beantworten können.

Multnomah Falls Columbia River Oregon USA

Multnomah Falls Columbia River Oregon USA

Portland

In Portland komme ich am späten Nachmittag an. Aufgrund der Google-Bewertungen habe ich mich für das Northwest Portland HI Hostel entschieden. 2 Nächte kosten mich ca. 80 USD (68 EUR) mit der Hostelling International Mitgliedskarte. Die hat sich inzwischen schon ausgezahlt ! Vor allem brauche ich aber mal wieder richtigen Kontakt zu echten Menschen, deshalb bleibe ich auch direkt für 2 Nächte. Und auch, weil mir so viele Leute unterwegs gesagt haben, ich müsse unbedingt Portland besuchen.

Das Hostel wird gerade komplett umgebaut. Mein Zimmer ist in einem anderen Gebäude und entweder durch den Keller oder über die Straße und einmal um die Ecke zu erreichen. Von meinem Dorm Room habe ich eine wundervolle Aussicht … auf die Baustelle. Gerade wird auf dem neuen Fundament eine Mauer hochgezogen, überall wuseln Handwerker herum. Freitag Abends wohl gemerkt :) Wie immer schmeiße ich meine Sachen auf´s Bett und mache mich gleich auf den Weg, die Nachbarschaft zu erkunden. Auf der anderen Seite der Hauptstraße, 2 Blocks vom Hostel, ist scheinbar das Ausgeh-Viertel. Haufenweise Bars, Restaurants, Clubs und vor allem Micro Breweries, die anscheinend ein Riesen Ding in Downtown Portland sind. In irgendeiner davon setze ich mich an die Bar, futtere einen leckeren Burger, probiere mich durch verschiedene Biersorten und versacke da einfach spontan.

Am nächsten Morgen lerne ich dann ein paar Leute aus meinem Zimmer kennen und wir beschließen, eine Runde durch die Stadt zu drehen, um dem deutschen Touri mal zu zeigen, wie Awesome! Portland ist :) Unser 1. Stopp ist Whole Foods zum Frühstücken. Oh man, das ist soooo gut ! Ich liebe diesen Laden vom 1. Augenblick an. Hier gibt es alles, was man sich an frischem, leckeren, lokalem Essen nur wünschen kann. Man kann auch alle Zutaten im Laden einkaufen und sich diese dann oben zubereiten lassen und direkt verputzen, wie genial ist das denn ?! Ihr merkt, ich bin begeistert. Allerdings ist damit auch schon alles an Portland-Highlights erzählt. Es ist doch ziemlich enttäuschend, nachdem mir so viele Leute dazu geraten hatten, hierher zu kommen. Wir gehen noch zum Farmer´s Market, weil der ja Samstags richtig super ist, und einige meiner Begleiter schauen sich das Gemüse und die Salate so interessiert an, als würden sie zum 1. Mal im Leben grüne Lebensmittel sehen :) Na ok, von mir aus. In der Zwischenzeit verputze ich Spicy Italian Sausages und quatsche mit dem Betreiber des Stands über das geile Essen in Italien.

Quer durch die Stadt laufen wir danach zum Portland Saturday Market. Auf dem Weg schockieren mich mal wieder die Zustände in amerikanischen Großstädten. So viele Obdachlose und offensichtlich drogenabhängige Menschen sehe ich einfach nur selten. Manche gucken einen an, da will man nur ganz schnell weg. Im Dunkeln will ich hier auf keinen Fall rumlaufen !

Beim Saturday Market gibt es Kunsthandwerk, hauptsächlich Trödel, Batik T-Shirts und sonstiges Zeug zu kaufen. Und der Willamette River ist gleich daneben, bekannt für seine vielen Brücken.

Portland Bridges Oregon USA

Nicht so wirklich mein Ding, also ziehen wir weiter. Nach so viel Lauferei müssen wir dringend Flüssigkeit nachfüllen und steuern das Irish Pub Kell´s an. Hier beachtet uns aber niemand; wir können uns weder setzen noch an der Bar ein Bier bestellen. Aber kein Problem, bei Whole Foods gibt es auch Bier zu kaufen. Wir schnappen uns also ein paar Sixpacks und verbringen den Abend im Garten des Hostels. Mit einem knisternden Lagerfeuer und jede Menge Bier auf dem Tisch lockt man bekanntlich den faulsten Backpacker aus seinem Zimmer, und so wird die Gruppe im Garten immer größer und lustiger. Schade ist, dass niemand morgen an die Küste fahren möchte, ich aber auf jeden Fall. So genieße ich den Abend mit netten Leuten, bevor ich die nächsten Tage dann wieder alleine verbringen werde.

Fazit Portland: Nicht gerade eine Stadt nach meinem Geschmack, aber im Hostel war es super!

Zurück zum Pazifik

Endlich, heute komme ich wieder ans Meer. Nachdem ich ausgecheckt bin, fahre ich als erstes zu einem Motel 6 in Seaside und reserviere mir ein Zimmer für heute Abend. Danach mache ich mich auf den Weg Richtung Süden, die Küste runter. 3 Stunden fahre ich am Pazifik entlang und halte natürlich immer wieder an, um Fotos zu machen und raus auf´s Meer zu schauen. Mein Ziel ist der Yaquina Head Leuchtturm von 1873.

Yaquina Head Beach Oregon USA

Yaquina Head ist eine Landspitze aus 14 Millionen Jahre altem Lavagestein und Basalt. Schon vor 4000 Jahren kamen hier die Ureinwohner Nordamerikas her, um zB. Robben zu jagen und Muscheln zu sammeln. Draußen im Pazifik kann man mit etwas Glück vorbei ziehende Grauwale beobachten. Leider habe ich kein Glück. Aber dafür gibt der Leuchtturm ein nettes Motiv ab.

Yaquina Head Lighthouse Oregon USA

Kleiner Tipp: Wenn Ihr nur zu diesem Leuchtturm wollt, fahrt am Interpretive Center mit dem großen Parkplatz vorbei. Direkt am Leuchtturm gibt es noch einen weiteren Parkplatz und Ihr spart Euch insgesamt 30 Minuten Fußweg. Auf dem Rückweg kann man ja immer noch am Center halten, falls man mehr Informationen möchte. Dort beginnt auch der Quarry Cove Trail, der in 20 Minuten zur gleichnamigen Bucht führt. Mit etwas Glück kann man dort Robben beobachten.

Zusätzliche Info: Eintritt kostet 7 USD bzw. nichts, wenn man den „America the Beautiful“ Pass hat!

Yaquina Head Lighthouse Oregon USA 02

Für den Weg zurück nach Norden, immer auf dem Hwy 101, brauche ich dann etwa 2,5 Stunden. Jetzt kenne ich den Weg ja schon etwas besser und kann auch etwas zügiger fahren ;) Einen kurzen Stopp mache ich noch, in der Nähe der Tillamook Bay. Hier stehen ein paar Felsen im Wasser, die muss ich unbedingt noch knipsen.

Seastack Rocks Pigs and Sow Inlet Tillamook Bay Oregon USA

Für „Goonies“

Am späten Nachmittag erreiche ich Cannon Beach. Bevor ich aber zum Strand runter gehe, den man natürlich aus dem Film „Die Goonies“ kennt, setze ich mich noch ins Mo´s für eine Clam Chowder und Fish & Chips. Habe noch nichts gegessen außer einem Whole Foods Sandwich heute morgen im Hostel in Portland. Und ich will eh noch auf besseres Licht warten. Das Essen und die Atmosphäre im Mo´s sind übrigens top!

Vom Restaurant bis zum Strand sind es nur ein paar Schritte. Und dann sehe ich endlich den Haystack Rock , den ich schon seit meiner Kindheit von den Goonies kenne. Ist ein ganz schöner Brocken, daher vermutlich auch Heimat etlicher Seevögel.

Haystack Rock Cannon Beach Oregon USA

Leider sind ordentlich Wolken aufgezogen und aus dem erhofften Sonnenuntergang wird nichts. Dafür dringt aber das letzte Licht ganz schön durch einen länglichen Riss in der Wolkendecke. Kurz darauf wird es schnell dunkel und ich mache mich auf den Weg zum Motel 6 in Seaside.

Haystack Rock Cannon Beach Oregon USA

Haystack Rock Cannon Beach Oregon USA

Der nächste Tag beginnt, wie der letzte geendet hat – mit Wolken, grauem Himmel und gelegentlichen Schauern. Für heute stehen noch einige Dinge auf dem Plan, diese werdet Ihr aber erst im nächsten Bericht sehen. Denn heute überquere ich die Grenze nach Washington und das wird dann wieder ein eigener Artikel. Für´s erste bin ich aber noch in Oregon und habe auch noch ein letztes Ziel in diesem wunderschönen Staat: Astoria.

Diese Kleinstadt ist ebenfalls durch „Die Goonies“ bekannt, ist sie doch die Heimatstadt der jungen Abenteurer. Der Weg nach Astoria ist nur kurz, aber leider regnet es immer noch in Strömen, als ich das 10.000 Einwohner zählende Städtchen erreiche. Den Astoria Tower spare ich mir, da sowieso nichts zu sehen ist außer grauer Suppe. Kurz fahre ich zu der Straße, in der das „Goonie House“ steht, eines der Häuser aus dem Film. Allerdings stehen an der Einfahrt zum Haus schon überall Schilder. Die Besitzer möchten nicht, dass Ihr Grundstück und das Haus dauernd betreten und fotografiert werden und verbieten daher den Zugang. Das respektiere ich natürlich und fahre weiter.

Astoria Bridge Oregon USA

Über die Brücke in Astoria komme ich nach Washington, wo wieder ein Highlight das nächste jagt. Wunderschöne Natur, spektakuläre Nationalparks und eine neue Lieblingsstadt erwarten mich und Euch gleichermaßen!

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