Neuseeland 2013 – Teil 2

By | 9. August 2015

An diesem Freitag, den 22. November wollen wir über den Haast Pass an die West Coast. Vorher aber noch einkaufen im 4 Square, direkt beim Top 10 um die Ecke. Auf dem Weg Richtung Pass halten wir in der Nähe von Wanaka mit Blick auf den Mount Aspiring National Park:

Neuseeland 47

Neuseeland 48

Neuseeland 49
Dann fahren wir am Lake Wanaka entlang in den National Park, der Haast Pass führt da mitten durch.
Neuseeland 50
Der Wohnmobilguide schreibt, dass man sich hier oben nicht die Blue Pools entgehen lassen sollte. Ok, wenn das da steht, halten wir halt am ausgeschilderten Parkplatz an und schauen mal. Auf dem Schild steht 30 Minuten Return, sollte also schnell zu erreichen sein. Es geht über eine Hängebrücke
Neuseeland 51
an einem Fluss entlang
Neuseeland 52
auf eine weitere Hängebrücke, von wo man die Blue Pools sehen kann:
Neuseeland 53
Das ist es auch schon. Toll, oder ? Ich für meinen Teil bin ziemlich enttäuscht. Ich hatte mir da irgendwie kleine Teiche vorgestellt, wo man evtl. drin planschen kann oder sowas. Stattdessen sind mit den Pools wohl kleine Becken am Rand des Flusses gemeint, wo sich das Wasser etwas sammelt und nicht so viel Strömung hat. Für Angler wahrscheinlich ein guter Spot, denn man sieht im kristallklaren Wasser fette Forellen schwimmen. Bis auf die schöne Farbe ist der Ort aber echt nichts besonderes. Wir laufen sogar den Weg noch etwa eine Stunde weiter, weil wir nicht glauben können, dass das eben schon die Hauptattraktion gewesen sein sollte. Doch es kommen nur noch endlose Kuhweiden und Wälder, also drehen wir um und gehen zum WoMo zurück.

Ein oder Zwei Stunden später überqueren wir beim Ort Haast den Haast River und sind somit an der Westküste.
Neuseeland 54
Ein Stückchen noch folgen wir dem Highway 6 nach Norden, die Tasmansee immer zur Linken, bis wir den Parkplatz finden, der im WoMo-Guide angegeben ist. Hier wollen wir heute übernachten, ist ein ganz normaler Parkplatz und kein Auto steht hier. Und wir haben ja ein Self-Contained Fahrzeug, dürfen also überall übernachten, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Direkt vom Parkplatz führt ein Holzsteg über die Dünen ans Meer und zu einem kleinen hölzernen Aussichtsturm:
Neuseeland 55
Neuseeland 56
Ein wunderschöner Platz, der schönste unseres bisherigen Urlaubs – wären da nicht tausende Sandflies, die über uns herfallen, sobald wir den Camper verlassen. Richtig penetrant versuchen die in die Augen und die Nase zu kommen und auch sonst an jedes freie Stück Haut, um Blut abzuzapfen. Als sie mich um gefühlte 10 Liter schon erleichtert haben, wird es mir zu blöd und ich verziehe mich wieder ins Innere des Campers. Wir machen uns schon etwas zu essen, während die Sonne langsam unter geht, und schalten das Licht innen ein. Bei einem zufälligen Blick aus dem Fenster sehe ich, dass die Scheibe fast schwarz ist vor lauter Mücken. Da kommt leichtes Alfred Hitchcock Feeling auf. Wir treten den Rückzug an und verduften. Hoffentlich hat es im Inland weniger Sandflies. Tatsächlich fahren wir noch 40 km zum Lake Paringa. Hier ist ein DOC-Campground, das heisst es gibt zumindest Toiletten. Diese sind aber unterste Kanone und zudem noch mit Holztüren, wo oben und unten auch Sandflies durchkommen. Also heisst es mal wieder einhalten bis zur nächsten Stadt. Aber hier sind die Mücken definitiv weniger zahlreich als am Meer, obwohl es laut den anderen Campern genau anders herum sein müsste. Nunja. Von hier gibt es auch nochmal einen super Blick auf Aoraki Mt. Cook, bevor die Sonne dann endgültig weg ist:
Neuseeland 57
Morgens am Lake Paringa
Neuseeland 58
Neuseeland 59
Vom See ist es nicht weit zum Fox Gletscher, einfach dem Highway 6 folgen, da ist alles ausgeschildert. Und vom riesen Parkplatz geht es dann durch ein Tal mit riesen Bergflanken links und rechts immer mit dem Strom der anderen Touris bergauf.
Neuseeland 60
Das Wetter ist übrigens schon morgens um halb 11 der Hammer. Richtig warm, was kaum am Weg liegen kann, der ist nämlich nicht besonders anstrengend.
Neuseeland 61
Neuseeland 62
Das Ende des Weges kann man nicht verfehlen, da ist abgesperrt, damit man nicht zu nah an den Gletscher ran kommt. Für mehr Nähe muss man nämlich eine Guided Tour buchen, zB. im Ort Fox Glacier, ein bischen weiter den Highway 6 rauf. Für mich persönlich reicht es aber auch bis hierhin. Ist schon ein Erlebnis, zum ersten Mal vor einem richtigen Gletscher zu stehen:
Neuseeland 63
Neuseeland 64
Als immer mehr Touristen kommen, verschwinden wir und fahren nach Franz-Josef Glacier. Überall Shops die Touren anbieten: Hubschrauberflüge, Gletscherwanderungen, Wildlife und Regenwaldwanderungen. Alles sehr sehr teuer natürlich. Wir steigen also wieder ins WoMo und fahren zum Franz-Josef Gletscher. Auch hier ein riesen Parkplatz, besonders für all die Touribusse und auch Wohnmobile. Der Weg zum Gletscher dauert so ca. 40 Minuten bequemes Gehen und ist ebenfalls einfach. Leider ist vom Gletscher nicht mehr viel zu sehen. Die Erderwärmung macht sich bemerkbar, ausserdem ist Sommer und das Eis schmilzt, je mehr es ins Tal kommt. Obwohl Fox und Franz-Josef zu den immer noch wachsenden Gletschern weltweit zählen, sieht er von hier unten derzeit doch recht mickrig aus, wenn man mal bedenkt, dass er vor ein paar Jahren noch da war wo ich gerade sitze.
Neuseeland 65
Neuseeland 66
Nach einer Weile ziehen ziemlich schnell eine Menge dunkler Wolken auf und wir sowie die meisten anderen Touris machen uns zügig auf den Rückweg. Wetterwechsel sind hier nicht unüblich und können dann recht heftig sein. Wir schwingen uns ins WoMo und fahren nach Norden, dem Unwetter davon und es holt uns auch nicht mehr ein. Schön war bei den Gletschern übrigens, dass es so gut wie keine Sandflies dort oben hatte.
Neuseeland 67
Im Stadtzentrum von Hokitika können wir endlich mal nach einem vernünftigen Pounamu Anhänger gucken im Mountain Jade. Die kommen mir viel viel hochwertiger vor, als die kleinen Dinger, die man immer so in den Souvenirläden sieht. Kosten zwar etwas mehr, aber hier habe ich auch qualitativ einen Gegenwert. Ich hole mir also einen Hei Matau, der mir bisher immer Schutz gewährt hat bei Reisen über´s Wasser 🙂 Gleich nebenan packen wir uns noch lecker Fish&Chips ein und fahren zum Campingplatz, der kurz vor Ortsende auf der linken Strassenseite zu finden ist. Viel zu erleben gibt es an dem Abend nicht mehr. Nochmal zum Strand
Neuseeland 68
mit erfreulich wenig Sandflies und als es dann ganz dunkel ist auf der anderen Strassenseite, also gegenüber vom Campground, in eine kleine Glühwurmhöhle. Wäre nur schön, wenn die anderen Touris nicht dauernd mit ihren Handy-und Kameradisplays Licht machen würden. So muss man halt schnell die wenigen richtig dunklen Momente geniessen, in denen nur das Licht der Glühwürmchen von der Decke scheint wie ein grüner Sternenhimmel.

Der 24. beginnt mit super Wetter und wir fahren gemütlich die Westküste nach Norden. An einer ganz besonderen Brücke entsteht dieses Foto:
Neuseeland 69
Über diese Brücke fahren auch Züge ! Ich hab´s nie selbst gesehen, aber überall wird mir bestätigt, dass es tatsächlich so ist. Also Leute, wenn Ihr durch Neuseeland fahrt, an eine Brücke kommt und ein Zug gerade drüber fährt oder im Begriff ist, drüber zu fahren, solltet Ihr besser anhalten und Platz lassen.
Bei Greymouth biegen wir vom Highway 6 ab und fahren durch´s Landesinnere mit teilweise wunderschönen Aussichten.
Neuseeland 70
In Motueka an der Tasman Bay kommen wir am Nachmittag an. Hier wollen wir einen Helikopterflug zu einem Herr der Ringe Drehort machen. Mit dem Piloten hatte ich ein paar Mal eMail Kontakt und er meinte, dass noch 2 weitere Teilnehmer fehlen für die Tour. Oder wir können deren Anteil mitbezahlen, wenn wir wollen. Das wären dann insgesamt so 600 EUR pro Nase. Auf gut Glück fahren wir trotzdem mal hin und schauen mal, was Sache ist. Wir finden auch den kleinen Flughafen und auch den Helikopter, nur den Piloten dazu nicht. Telefonisch bekomme ich dann die Info, dass immer noch mindestens einer fehlen würde. Ja gut, wir warten jetzt nicht noch bis morgen und womöglich gibt das dann auch nichts. Also fahren wir weiter. Der Wohnmobil-Guide empfiehlt den Cable Bay Holiday Park auf der gegenüberliegenden Seite der Tasman Bay. Der Tip entpuppt sich als Goldwert. Ein wirklich schöner, einsamer Campground in absoluter Spitzenlage.
Neuseeland 71
Neuseeland 72
Neuseeland 73
Und nicht nur die Lage ist der Hammer. Die Gastgeberin, die quasi auf Knopfdruck mit dem Auto angefahren kommt weil sie den Hügel rauf wohnt, ist ebenfalls mega nett. Wir können die offene Küche benutzen wie wir wollen, Waschräume sind super sauber und Waschmaschinen gibt es auch genug. Nur Handy bzw. W-Lan Empfang ist Mangelware. Macht aber auch nichts, so kann man sich viel besser auf die schöne Gegend einlassen. (Stand August 2015 gibt es jetzt anscheinend einen WiFi Hotspot)
Neuseeland 74
Neuseeland 75
Dann beginnt der letzte Tag auf der Südinsel. Auf dem Weg zur Fähre halten wir an der Pelorus Bridge, die über den Pelorus River führt. Direkt hier unter der Brücke gab es Dreharbeiten zu „Der Hobbit: Smaugs Einöde“, wo die Zwerge in den Fässern fliehen.
Neuseeland 76
Neuseeland 77
Neuseeland 78
Neuseeland 79
Direkt hinter der Brücke ist ein Parkplatz und von dort gelangt man über einen Fussweg zum Flussufer. Das Wasser ist kristallklar und die Farbe ist unbeschreiblich. Von grün bis türkis und gelb, wo die Ablagerungen zu sehen sind. Dazu noch rundherum die Felsen und Bäume, man könnte fast vergessen, dass ein paar Meter weiter die Brücke ist, über die auch die ganze Zeit Autos und dicke LKW rollen. Egal, wieder einen tollen Ort gefunden auf der Südinsel und wir bleiben locker ein bis zwei Stunden, um es auch richtig zu geniessen, an einem Filmdrehort zu sein.
Der nächste und letzte Stop ist Picton. Im Hafen kommen die Fähren aus Wellington an. Es gibt zwei Unternehmen: Interislander und Bluebridge. Beide fahren die gleiche Route, die Fahrzeit beträgt also bei beiden Unternehmen ca. 3 Stunden. Interislander legt anscheinend mehr wert auf Touristen bzw. deren Wohlbefinden. Es gibt viel für die Gäste an Bord zu erleben. Bei Bluebridge ist man eher auf Frachttransport eingestellt. Die Ausstattung der Aufenthaltsräume ist zweckmässig, aber nicht wirklich einladend. Wir fahren mit Bluebridge, da hier der Preis etwas günstiger und das WiFi umsonst ist.
Tatsächlich kommen wir einen Tag zu früh in Picton an. Eigentlich ist unsere Überfahrt erst für morgen früh gebucht. Aber dadurch, dass wir den Milford Sound gecancelled und auch den Helikopterflug nicht gemacht haben, gewinnen wir einen Tag. Wir spazieren also einfach ins Bluebridge Office und fragen, ob wir heute schon statt morgen rüber können. Die nette Dame schickt sofort jemanden los, der checkt, ob unser Wohnmobil noch an Bord passt. Wir warten ca. 30 Minuten, da die Schranken schon geöffnet waren, als wir ankamen und die ganze Zeit Fahrzeuge auf die Fähre fahren. Dann die Nachricht – Ja es ist noch Platz, rauf mit Euch. YES !! Nicht lange danach stehen wir schon oben an Deck und sehen zu, wie der Hafen von Picton immer kleiner wird. Wir sind in den Marlborough Sounds und nehmen Kurs auf die Cook Strait
Neuseeland 80
Hatte ich erwähnt, dass WiFi umsonst ist an Bord ? Das stimmt auch. Nur der Empfang ist gleich Null, also ist dieses Feature unerheblich. Vielleicht ist es inzwischen besser geworden, keine Ahnung, während unserer Überfahrt habe ich jedenfalls keinen Empfang. Ist aber auch nicht schlimm. So ist man quasi gezwungen, raus an die frische Luft zu gehen und die Aussicht zu geniessen. Ich komme schnell mit einer älteren Dame aus Australien ins Gespräch, die hier Urlaub macht. Sie hat viel über die Marlborough Sounds zu erzählen und so vergeht die Zeit wie im Flug. Irgendwann zwingt der Hunger mich dann doch nach drinnen, wo es eine kleine Kantine gibt. Türkisches Brot mit Oliven und verschiedenen Dips kosten stolze 10 EUR, schmecken aber erstaunlich lecker. Vielen anderen ist anscheinend der Appetit vergangen, als sie auf der Vorderseite der Fähre waren. Hier steht nämlich die Luke zum Unterdeck offen – damit die Kühe, Schweine, Schafe und wer weiss was noch alles so mit LKW transportiert wird, genug Luft bekommen. Allerdings kommen deren Ausdünstungen durch die Öffnung halt auch nach draussen. Sowas hätte es bei Interislander nicht gegeben.
Als wir das Ende der Sounds erreichen und in die Cookstraße fahren, ziehen Wolken auf. Ein böses Omen für unsere Zeit auf der Nordinsel ?
Neuseeland 81
Könnte man meinen, wenn man sich den Himmel über dem Hafen von Wellington anschaut:
Neuseeland 82
Wir stehen ja ziemlich weit hinten in der Fähre und müssen einige Zeit warten, bis wir dran sind. Als wir dann auf´s Festland fahren ist der Weg zum „Campingplatz“ recht leicht zu finden, vom Hafengelände links abbiegen und der Straße etwa 500m folgen. Dann kommt man schon an einem grossen Parkplatz vorbei, hier wieder links abbiegen und man ist am Ziel. Das ist für Campervans die einzige Übernachtungsmöglichkeit zentral in Wellington, Wellington Waterfront Motorhome Park. Ist nicht günstig, ist nicht gemütlich, aber wie gesagt super zentral zum Parliament Building, Te Papa Museum oder Cuba Street. Die Duschen sind neben der Rezeption in so Containern. Ist halt nicht mit einem Campingplatz mit Rasenflächen zu vergleichen. Es ist und bleibt ein Parkplatz mit Steckdosen für dein Wohnmobil. Wer nachts Probleme hat mit dem Einschlafen bei Lärm, der sollte Ohrstöpsel mitnehmen oder woanders unterkommen. Denn eine der Hauptstraßen Wellingtons führt nur 3 Meter hinter dem Wohnmobil vorbei.
Wir ziehen trotz des inzwischen komplett grauen Himmels direkt los in die Innenstadt. Aus versehen nehmen wir ein Cable Car rauf zum Wellington Botanic Garden. Ich bin mir völlig sicher, dass es hier „Herr der Ringe“ Dreharbeiten gab. Tja dummerweise wurde bei Mount Victoria auf der anderen Seite der Stadt gedreht, ich hab´s einfach nur irgendwie verwechselt. Als wir wieder unten in Downtown sind ist es schon ziemlich spät und der Hunger treibt uns auf die Cuba Street. Auch hier wieder Pech gehabt, unter der Woche ist abends nichts los auf Wellington´s Partymeile. Wir kehren dann in JJ Murphy´s Irish Pub ein, futtern lecker Fingerfood, haben ein paar lecker Bierchen und sehen die All Blacks live gegen Irland gewinnen auf einer fetten Leinwand. Mein erstes Rugby-Spiel, das ich komplett gesehen und auch fast verstanden habe 🙂 Auf dem Rückweg zum Camper fängt es dann richtig an zu regnen und hört bis irgendwann mitten in der Nacht auch nicht mehr auf.
Auch am nächsten morgen ist es noch bewölkt, aber immerhin regnet es nicht mehr. Wir machen uns fertig und fahren dann in den Stadtteil Miramar zur Weta Cave.
Neuseeland 83
Neuseeland 84
Ein Traum für „Herr der Ringe“ Fans ! Hier gibt es Merchandise und hochwertige Statuen zu den Filmen direkt von der Firma, die auch massgeblich an der Produktion von Peter Jacksons Filmen beteiligt war. Ausserdem kann man einen Blick hinter die Kulissen werfen und sehen, wie Filmrequisiten hergestellt werden. Wir haben sogar das Glück, dass ich vorab mit dem damaligen Workshop Chef Tim Kontakt aufgenommen hatte. Er macht mit uns eine Tour durch die Weta Cave und beantwortet alle möglichen Fragen soweit es geht. Als Bonus nimmt er uns sogar noch mit in die Büroräume und wir dürften sogar ins Konferenzzimmer, wenn da nicht gerade hinter verhangenen Scheiben eine Besprechung von Sir Richard Taylor und seinem Team stattfinden würde. Schade, den Mitgründer von Weta Workshop hätten wir gerne mal kennengelernt. Als Trostpreis dürfen wir uns dann jeder eines der vielen T-Shirts aus dem Shop aussuchen. Einfach so als Geschenk – der Hammer !
Für mich als riesen „Herr der Ringe“ Fan ist dies eins der Highlights dieser gesamten Tour. Viele mögen jetzt denken „Freak“, und Ihr habt schon recht, aber es war einfach geil in dem Laden mit den ganzen Statuen, die ich teilweise selber besitze und den ganzen Filmrequisiten überall. Wer sich für sowas interessiert und in Wellington ist sollte definitiv die Weta Cave besuchen !!!
Es ist schon mittag durch, als wir uns bis über beide Ohren grinsend wieder ins Wohnmobil setzen. Wir fahren auf den Highway 1, der sich von hier bis an die Nordspitze der Nordinsel forsetzt, nachdem er auf der Südinsel in Picton durch die Cook Strait unterbrochen wurde. Irgendwo unterwegs halten wir bei einem Wendy´s an für Frühstück/Mittagessen. Und danach wird das Wetter richtig mies bis hin zu Dauerregen. Und das ausgerechnet bei der Fahrt durch den Tongariro Nationalpark. Eigentlich haben wir mit Vulkankegeln gerechnet, die man sogar von der Straße aus super sehen kann, inklusive schneebedeckter Spitzen. Stattdessen sehen wir:
Neuseeland 85
Jap, irgendwo hinter den Wolken versteckt sich der „Schicksalsberg“ aka Mount Ngauruhoe.
Wenn Ihr mal bei Googlemaps schaut führt der Highway 1 direkt am Tongariro vorbei bis rauf zum Lake Taupo. Diesem Weg folgen wir. Und so ist das Wetter, als wir die Südspitze des Sees erreichen:
Neuseeland 86
Der Regen hat aufgehört und die Wolkendecke lichtet sich allmählich. Wir sind auch schon einige Stunden unterwegs. Bei dem Wetter konnten wir im Tongariro nicht besonders schnell fahren so auf unbekannten Straßen und die Konzentration lässt auch langsam nach. Der WoMo-Guide empfiehlt einen Gratisplatz direkt am Seeufer in Taupo, zwar ohne Toiletten oder Duschen, aber gleich auf der anderen Straßenseite gibt es einen McDonald´s und ein KFC mit sehr sauberen Restrooms in letzterem. Eine nette Aussicht ist mal wieder ganz umsonst:
Neuseeland 87
Neuseeland 88
Neuseeland 89
Am Mittwoch, 27.11. beginnt die Vorletzte Etappe unserer Tour mit dem absoluten Kracher zum Schluß, das Sahnehäubchen sozusagen. Doch der Tag fängt mit dem Sonnenaufgang über dem See an, da sind wir schon Aufbruchbereit, weil wir gestern ziemlich früh pennen gegangen sind. Unser erster Stop heute ist im Waiotapu Thermal Wonderland. Dumm nur, dass die erst um halb Neun öffnen, denn als wir da vor der Tür stehen ist es erst kurz nach Sieben. Also können wir nur ein paar Fotos über den Zaun schiessen. Die Ausblicke reichen aber, dass ich auf jeden Fall nochmal hierher zurück kommen möchte.
Neuseeland 90
Es war ja so, dass wir etwas Zeit gewonnen haben, weil wir nicht am Milford Sound waren und auch eine frühere Fähre erwischen konnten. Das zahlt sich heute aus ! Eigentlich wäre heute die Fahrt zum Lake Taupo geplant und morgen dann schnurstracks zum Flughafen Auckland und Heimflug. Jetzt können wir aber den ganzen Tag noch nutzen, und zwar für etwas richtig richtig geiles zum Abschluss der Reise – wir fahren nach Matamata zur Visitor Information
Neuseeland 91
Einigen von Euch ist jetzt schon klar, was dieses Highlight ist, oder ? 😉
Neuseeland 92
Stellt Euch diesen Weg mal ohne den Gartenschlauch vor ! Und jetzt stellt Euch mal einen Wagen vor, gezogen von einem braunen Pferd. An den Zügeln ein ältlicher Mann mit langem Bart, einer Pfeife und einem spitzen Hut…
Neuseeland 93
Jaaaa wir sind in Hobbingen, im Auenland !!!!!!
Neuseeland 94
Neuseeland 95
Nach den Dreharbeiten zu „Herr der Ringe“ wurde so gut wie alles vom Set abgerissen, bis auf ein paar Reste einiger Hobbithöhlen. Diese waren schon vor 10 Jahren ein Anziehungspunkt etlicher Fans aus aller Welt. Für die Dreharbeiten zum „Hobbit“ wurde Hobbingen neu gebaut, diesmal aus resistenten Materialien, damit das ganze Dorf auch nach dem Dreh für die Fans erhalten bleiben konnte. Und um ein bischen Geld zu verdienen vermutlich 😉 Aber es ist wirklich erstaunlich und bewundernswert, wie sehr man hier wert auf Details legt. Nur mal so als Beispiel:
Neuseeland 96
Sieht doch zeimlich realistisch aus, oder ? Und auf diese Art sind alle Hobbithöhlen dekoriert und ausgestattet. Es arbeiten sogar insgesamt 6 Gärtner hier, damit die Gärten gepflegt bleiben und nicht alles zuwuchert. Diese und noch mehr Infos bekommen wir die ganze Zeit von unserem Guide, die wirklich Tonnen an Informationen auf Lager hat. Aber sie führt uns auch zügig durch den Ort, was mir nicht so gefällt. Insgesamt werden gerade 3 Gruppen geführt. Eine ist schon am Ende, eine oben bei Beutelsend und wir noch unten bei den Gemüsegärten. Und die nächste Gruppe kommt schon in wenigen Minuten an. Wir lassen uns ans Ende unserer Gruppe zurückfallen, um ungestört Bilder machen zu können. So erwischen wir Beutelsend (Bilbo´s & Frodo´s Heim) zum Glück ohne andere Touris im Bild:
Neuseeland 97
Neuseeland 98
Dann wieder den Hügel hinab zur Weggabelung
Neuseeland 99
Diese führt uns auf die grosse Festwiese. Hier steht der Partybaum, unter dem Bilbo die Rede zu seinem hundertelften Geburtstag hält. Von hier hat man nochmal eine tolle Sicht auf Beutelsend
Neuseeland 100
Und auch den Grünen Drachen kann man von hier schon sehen
Neuseeland 101
Nur noch über die Brücke rüber
Neuseeland 102
und wir haben das Ende unserer Tour erreicht – The Green Dragon Inn
Neuseeland 103
Quasi die Dorfkneipe der Hobbits von Hobbingen. Hier gibt es für alle Teilnehmer der Tour einen Becher kühlen Cider (gratis) und man könnte sich auch setzen und was zu essen bestellen, wenn nicht die nächste Gruppe schon im Anmarsch wäre. Wir werden also weiter gezerrt. Aber ein Bild kann ich Euch noch zeigen von der Innenausstattung, die man im Film zwar sieht, aber nicht so detailiert wahrnimmt:
Neuseeland 104
Das ist alles echtes Holz, richtige Schnitzereien und Intarsien. Alles super detailiert und liebevoll eingerichtet. Hier will man eigentlich mit seinen Freunden den ganzen Abend verbringen, Livemusik hören und am besten lecker Kölsch vom Fass geniessen 🙂
Aber die Tour ist nunmal vorbei und wir müssen zurück in den Bus. Der fährt einen dann zu einer Art Sammelstelle 1-2 km vom Filmset entfernt. Hier hat man dann nochmal die Gelegenheit seine Reisekasse ordentlich zu erleichtern. Neben Getränken und verschiedenen Gerichten gibt es eine große Auswahl an Merchandising, welches man auch in der Weta Cave bekommt. Plus Tassen, Poster, Postkarten, Lanyards, Landkarten, Actionfiguren, Waffenreplikas, T-Shirts usw.
Zum Glück dauert es nicht länger als 10 Minuten, bis der Bus kommt, der uns zurück zur Visitor Information nach Matamata bringt. Immer noch total geflashed von der Tour durch´s Auenland klettern wir ins Wohnmobil und fahren die letzte längere Etappe. Das Ziel ist der Manukau Holiday Park, der befindet sich nämlich bloss 10 Minuten vom Flughafen entfernt. Wir kommen am späten Nachmittag an und machen uns gleich daran, die Koffer zu packen, für morgen alles vorzubereiten und dann das Wohnmobil aufräumen und sauber machen.
Am nächsten morgen geht es ohne Eile zur Britz-Station am Flughafen Auckland. Im Office geben wir die Schlüssel ab und gestehen direkt, dass eine Schranktür kaputt gegangen ist, ansonsten aber alles ok sei. Wir rechnen schon mit einer ordentlichen Nachzahlung, aber die Lady sagt nur „No worries“, nimmt den Schlüssel entgegen und das war´s für uns. Niemand hat sich den Camper angesehen, wir könnten den völlig demoliert haben, macht nichts. Ok, setzen wir uns halt in den Shuttlebus, der uns zum Departures Terminal bringt. Gegen mittag geht der 12 Stunden Flug nach Kuala Lumpur, wieder 2-3 Stunden warten auf den Anschlussflug und nach nochmal 12 Stunden trennen sich unsere Wege am Frankfurter Flughafen. Ich steige in den ICE nach Köln und bin ca. 1 Stunde später endlich wieder am Dom und damit zu Hause. „There and back again“ 🙂

An dieser Stelle gehen viele Grüße und ein dickes Dankeschön an Max ! War eine super Tour und wir hatten viel Spaß. Danke für´s kutschieren durch Neuseeland und dass ich einige Deiner Bilder für diesen Bericht verwenden darf !!
Wenn Euch dieser Bericht gefallen hat, schreibt mir gerne einen Kommentar.
Auch wenn Ihr Vorschläge oder Fragen habt, dann ebenfalls gerne kommentieren !!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.