Preikestolen Wanderung in Norwegen (2012)

By | 5. November 2015

Norwegen.
Allein der Name lässt wohl bei so ziemlich jedem Bilder im Kopf erscheinen.
Bilder von schneebedeckten Bergen, spektakulären Fjorden, dramatischen Wasserfällen, einfach atemberaubender Natur. Und dazu noch die Küstenstädte, rote Holzhäuser mit weissen Fenstern, in denen die unterschiedlichsten Menschen leben. All das hat Fjord Norwegen zu bieten. Fjord Norwegen, das ist quasi die Westküste des skandinavischen Landes. Von Stavanager im Süden bis Kristiansund, was geographisch gesehen wohl immer noch im Süden Norwegens liegt.
Ausserdem gibt es in Fjord Norwegen zwei der bekanntesten Felsformationen des gesamten Landes zu sehen; den Preikestolen und den Kjeragbolten.
Genau dort wollten mein Trekking-Kumpel Sven und ich 2012 hin. Unsere erste Trekkingtour sollte direkt etwas besonderes sein. Und das war sie auch, denn diese Tour war für mich der Auslöser meiner Reise-Leidenschaft.
Die Planung vorab war gar nicht so einfach. Im Internet gab es nicht besonders viele verlässliche Quellen. Hauptsächlich habe ich Infos im Trekkingforum gesammelt. Ein User schlug mir dann die „Lysefjorden Rundt“ vor, die sei für Anfänger gut zu machen. Daraufhin habe ich mir bei Amazon eine Karte besorgt. Ok, die ist komplett auf Norwegisch, aber wir hatten schonmal die wichtigsten Infos; die topographische Karte an sich zur Orientierung und die vorgeschlagenen Etappen, die so aussehen:

  • Botneveien – Preikestolhytta 7 km
  • Preikestolhytta – Bratteli 11 km
  • Bratteli – Songesand 6 km
  • Songesand – Songedal 8 km
  • Songedal – Lysebotn 26 km
  • Øygardsstølen – Langavatn 15 km
  • Langavatn – Florli 21 km
  • Florli – Vinddalen 18 km
  • Vinddalen – Skrøylå 11 km
  • Skrøylå – Landa 18 km

Mit diesen 10 Etappen wären wir einmal rund um den Lysefjord gewandert, daher der Name „Lysefjorden Rundt“. Wir wollten aber bloss bis Lysebotn, von dort zum Kjeragbolten rauf und dann von Lysebotn mit der Fähre zurück nach Stavanger.
Stavanger ist auch der nahegelegenste Flughafen und daher für uns am besten zu erreichen. Die Stadt hat ca. 130.000 Einwohner und ist von der Fläche etwa so groß wie Moers. Für uns war allerdings nur die Verkehrsanbindung wichtig, und dass es ein Geschäft gibt, wo man Camping-Gas kaufen kann. Diese Infos konnte ich ganz gut über die Touristeninformation im Internet einholen. Die waren super nett, hilfsbereit und verstanden sogar deutsch !
Und damit war eigentlich schon alles wichtige abgeklärt. An Ausrüstung mussten wir uns quasi komplett eindecken. Ich hatte lediglich ein Paar Trekkingschuhe, die sich aber unterwegs als nicht sonderlich tauglich herausstellen sollten. Beim restlichen wichtigen Equipment habe ich dann aber nicht gespart:

Trekkinghose und Fleecejacke von McKinley waren jetzt nicht der Knaller, aber durchaus ok für diese Tour. Ist halt die Eigenmarke von Intersport und in etwa vergleichbar mit Meru von Globetrotter, denke ich. Kommen wir also jetzt zur Tour…
Montag, 02.07.2012
Wir fliegen morgens um 6 Uhr voller Vorfreude und mit vollgepackten Rucksäcken von Köln/Bonn mit KLM über Amsterdam nach Stavanger. Gegen 14 Uhr verlassen wir den norwegischen Flughafen und fahren mit dem Bus in die Stadt. Am Breiavatnet lässt der Fahrer uns raus und nach einigem Suchen finden wir eine Touri-Information, die uns in Richtung Intersport weist. Wir stapfen also voll bepackt über Kopfsteinpflaster unter grau-bewölktem Himmel durch die Altstadt von Stavanger. Könnte mir auch einen schlimmeren Start für die erste Tour vorstellen ! Jedenfalls bekommen wir das benötigte Gas für den Kocher und auch den Weg zur Fähre finden wir relativ easy. Am Fiskepirterminalen angekommen ziehen wir uns 2 Tickets für die Fähre nach Tau und kurz darauf geht es auch schon los.
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Etwa eine Stunde dauert die Fährfahrt. In Tau ist es immer noch ziemlich grau und vereinzelt fallen ein paar Tropfen. Die Bushaltestelle direkt am Fähranleger bietet uns Schutz und von hier wollen wir ja auch zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, der Preikestolenhytta. Doch es stellt sich heraus, dass heute kein Bus mehr fahren wird, wir sind etwas spät dran. Zum Glück treffen wir an der Haltestelle zwei Koreaner, die ebenfalls zur Hytta wollen. Kurzerhand teilen wir uns ein Taxi, was etwa auf den gleichen Betrag wie die Busfahrt hinausläuft. Am Ziel angekommen trennen sich die Wege auch schon wieder. Die beiden Koreaner (Vater und Sohn) suchen sich ein Zimmer in der Hytta, welche ein Hostel, ein Restaurant, Souvenirshop und Kiosk beinhaltet. Wir wollen aber nicht für viele Kronen im Hostel absteigen, sondern werfen nochmal einen Blick auf die Karte und ziehen los.
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Bis zum Preikestolen sind es ca. 4 km und so um die 800 Höhenmeter. Aufgrund des Wetters haben wir wohl Glück – die Touristenhorden, die sonst im Sommer anscheinend den gut ausgebauten Weg rauf und runter strömen, halten sich heute extrem in Grenzen. In unsere Richtung, also zum Preikestolen hin geht kaum jemand. Dafür kommen uns immer wieder Leute entgegen, die sich trotz des Wetters auf den Weg gemacht hatten.
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Der Weg ist am Anfang nicht sonderlich anspruchsvoll, da sehr gut ausgebaut. Tatsächlich kommen uns Leute in Sneakers oder gar Sandalen entgegen (was ich niemandem empfehlen würde !!). Man braucht auch noch keine Karte oder GPS, der Weg ist nicht zu verfehlen. Und falls man sich nicht sicher ist, folgt man einfach den Steinmännchen mit dem roten T drauf. An Stellen wie diesen hier, sollte aber wirklich jeder im Stande sein, die Richtung zu finden:
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2 Stunden sind wir ungefähr schon unterwegs auf dem Trek und haben bereits einige steile Etappen hinter uns, einen Höhenzug erklommen und morastige Waldgebiete auf Holzbohlen überquert. Kurz vor dem Ziel kommt man noch an einem kleinen See vorbei und bringt ein mit Treppen und Geländer gesichertes Stück an der blanken Felswand hinter sich. Und dann steht man plötzlich auf dem  ca. 25 x 25 Meter großen Felsplateau.
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Der Himmel ist zwar immer noch bedeckt, aber die Aussicht ist trotzdem überwältigend:
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Jap, da geht es 604 Meter nach unten:
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Inzwischen ist es etwa 20 Uhr und Nieselregen setzt ein. Auf dem letzten Kilometer hier rauf haben wir nirgendwo einen geeigneten Zeltplatz gefunden, also schlagen wir das Zelt hier auf dem Felsen auf. Die ebenste Stelle ist dummerweise recht nah an einem kleinen Tümpel, was für die dort lebenden Mückenschwärme wohl eine willkommene Abwechslung im heutigen Speiseplan ist, für uns draussen beim Essen kochen aber einfach nur nervig !
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Dienstag, 03.07.
In der Nacht regnet es ganz ordentlich und es ist wohl auch ziemlich stürmig. Davon bekomme ich aber nichts mit, schlafe tief und fest durch bis etwa 7 Uhr. Leider fängt der neue Tag so an, wie der alte endete – mit Wolken und Nieselregen. Zum Glück regnet es gerade nicht, während wir das Zelt abbauen, so bekommen wir es noch relativ trocken verpackt. Nach einem Müsliriegel geht es dann los, den Weg von gestern wieder zurück.
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Aber nicht den ganzen Weg. Die Weggabelung haben wir gestern auf dem Hinweg nicht gesehen, aber sie muss ja irgendwo sein. Schliesslich stossen wir dann doch darauf:
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Ab hier wird die Orientierung allerdings schwieriger. An einer Stelle wissen wir gar nicht mehr weiter, gehen zurück und treffen zufällig ein Paar, das uns in eine andere Richtung schickt. Die stellt sich dann als richtig heraus. Heute wechselt das Wetter ziemlich oft, es regnet, dann wieder nicht, dann geht es wieder los…und die ganze Zeit ist der Himmel grau. Überall kommt von den Höhen das Wasser die Felsen runter geflossen:
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Nach einer Weile tun dann die Füsse weh. Wer meine anderen Berichte gelesen hat, wird schon bemerkt haben, dass ich mit diesem Thema ziemlich Probleme habe. In Norwegen kommt dann noch dazu, dass ich absolut unpassende Schuhe dabei habe. Die sind weder Wasserdicht noch gut für meine krummen Füsse geeignet. Dennoch lasse ich mir am Anfang die Laune noch nicht verderben.Norwegen 16 Sven

Weiter geht es über eine Hochebene, auf der wir mal nicht von Mücken gequält werden und uns schnell eine warme Suppe machen können. Ausserdem hat es eine wunderschöne Aussicht auf ca. 613 Meter Höhe:
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Danach regnet es eigentlich ununterbrochen. Wasser von allen Seiten und meine Schuhe sind bis zum Rand voll davon. Mittlerweile ist es bereits Nachmittag. Die Füsse tun richtig weh, das Wetter drückt die Stimmung und meine Kamera gibt für heute auch den Geist auf, weil wohl zuviel Kondenswasser eingedrungen ist. Irgendwie schaffen wir dann auch die ca. 12 km in schwierigem Gelände bis zur Bakken Turisthytta. Wie der Name schon sagt, steht diese Holzhütte den Touristen bzw. Wanderern zur Verfügung und ist daher auch nicht abgeschlossen. Wir sind die einzigen, obwohl in der Hütte locker für 15 Leute Platz wäre. Es gibt einen Ofen, den wir gleich mal mit dem bereit liegenden Feuerholz füttern. Darüber werden die Klamotten und Schuhe zum trocknen aufgehängt und dann gibt es endlich nochmal was Warmes zu essen. Fix und fertig falle ich kurz danach in meinen Schlafsack auf der Couch im Wohnzimmer und bin ziemlich schnell weg.
Mittwoch, 04.07.
Der Tag beginnt mit gutem Wetter, allerdings in feuchten Schuhen. Die Kombination von wunden Füßen mit Blasen und feuchten Schuhen ist echt fies, davon kann ich nur jedem abraten. Ein Paar Socken mehr mitnehmen kann eigentlich nicht schaden und man kann öfter mal wechseln, wenn sich ein Paar vollgesaugt hat. Hier übrigens mal die Aussenansicht unserer Unterkunft von letzter Nacht:
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Während dem Frühstück überdenken wir unsere Route nochmal und planen spontan um. Statt noch 3 Tage bis nach Lysebotn zu wandern, gehen wir heute nur bis nach Sognesand und nehmen von dort die Fähre nach Lysebotn. Es geht teilweise steil bergab und lange Strecken am Ufer des Fjords entlang. Schwierige Strecken sind mit einer Kette versehen, an der man sich festhalten kann, wenn´s sein muss.
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Als wir in Sognesand ankommen, dauert es noch ein paar Stunden, bis die Fähre da ist. Glücklicherweise ist das Wartehäuschen auf. Hier gibt es eine Couch, einen Tisch mit 6 Plätzen, eine Heizung und 2 Toiletten. Und natürlich deutsche Touristen, die man ja eigentlich überall auf der Welt trifft. Mit denen unterhalten wir uns ein bischen, um die Zeit rumzukriegen, trocknen noch weiter Klamotten und kochen uns nochmal eine Tütensuppe. Irgendwann legt die Fähre an. Die wäre übrigens eiskalt an uns vorbei gefahren, hätte einer der deutschen Touris nicht bei einer Telefonnummer angerufen, die draussen am Wartehäuschen angeschlagen ist. Dort muss man Bescheid sagen, dass in Sognesand jemand wartet und in welche Richtung man möchte. Falls man das nicht macht, und nicht zufällig jemand in Sognesand aussteigen möchte, fährt die Fähre wie gesagt einfach weiter. Dann herrscht noch einige Verwirrung, als wir alle an Bord kommen. Sven und ich suchen jemanden, wo wir zahlen können, aber keiner scheint dafür zuständig zu sein, obwohl wir mehrere Mitarbeiter ansprechen. Gut, für durchnässte Deutsche ist dann wohl heute die Fahrt gratis 🙂
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Die Fahrt mit der Fähre dauert vielleicht 1-2 Stunden. Ab und zu geht man raus und hält die Nase in den Wind. Und es herrscht richtig heftig Wind hier mitten im Fjord, nicht zu vergleichen mit dem Lüftchen, das manchmal am Ufer weht. Leider kann man Wind nur schlecht auf Bildern festhalten.
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Lysebotn ist die Siedlung am Ende des Lysefjords. Hier gibt es lediglich den Fähranleger, ein paar Ferienhäuser, den Campingplatz und etwas abseits ein Kraftwerk. Ausserdem beginnt hier eine 6 km lange Serpentinenstraße mit 27 Haarnadelkurven und einem 1 km langen Tunnel. Die Straße führt zum 640 m hoch gelegenen Øygardsstølen (Adlernest), einem Restaurant mit großem Parkplatz. Dort ist der Startpunkt für die Wanderung zum Kjeragbolten.
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Wir checken auf dem ziemlich teuren Campingplatz ein. 660 NOK für ein Zelt für 3 Nächte ! Alternativ könnte man auch der einzigen Straße durch den Ort folgen, bis man aus Lysebotn raus ist und dann einfach am Straßenrand das Zelt für Umme aufschlagen. Da hat man dann aber keine Duschen und Toiletten zur Verfügung. Beides tut einfach nur gut nach Tagen ohne. Nachdem das Zelt steht, machen wir uns auf den Weg zum Wasserfall gleich nebenan, auf den Sven natürlich direkt mal rauf klettern muss.
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Zum Abendessen gibt es wieder lecker Tütensüppchen…
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Donnerstag, 05.07.
Wow, beim aufwachen ist es schon warm im Zelt. Kaum eine Wolke am Himmel und die Sonne scheint. Hammer ! All zu lange freue ich mich aber nicht über das Traumwetter. Nach ein paar Kilometern auf der Serpentinenstraße bin ich schon recht ausgelaugt. Es geht kontinuierlich bergauf und die ganze Zeit knallt einem die Sonne auf den Kopf. Am Øygardsstølen angekommen, machen wir kurz Pause und dann geht es auf die letzte Etappe der Wanderung. Schon bald geht es super steil bergauf, der Hang ist mit einer Kette ausgestattet, an der man sich festhalten kann. Hier sollte man schon schwindelfrei sein und einen sicheren Tritt haben, ansonsten schlittert man wohl ziemlich unsanft wieder zurück wo man rauf kam. Hier machen wir mal keine Fotos, sondern konzentrieren uns tatsächlich auf den Weg vor uns. Oben auf der Anhöhe angekommen, hat man eine tolle Aussicht auf das Restaurant unten und man sieht schon all die Touristen, die sich anschicken, ebenfalls den Berg zu erklimmen. Auf dem Hochplateau kommt dann auch die Kamera wieder zum Einsatz.
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Wir sind auf etwa 1000 Meter Höhe und in der Sonne ist es gefühlt 25 Grad. Ist echt verrückt, Anfang Juli im Schnee zu stehen !                                                                                                                        Norwegen 33 Sven
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                                                          So sieht es teilweise unter dem Schnee aus

Und dann sehen wir ihn zum ersten Mal, den Kjeragbolten:
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Ist echt super viel los hier oben. Auf dem Weg zum Plateau neben dem Felskeil ist mir etwas mulmig. Ich gehe über matschigen, zertrampelten Schnee ein ziemliches Gefälle bergab und dann ein paar Schritte zur Seite auf harten Schnee, um ein Foto genau von vorne auf den Bolten zu machen. Rutsche ich hier aus, ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch egal, dann geht es nämlich in einem Rutsch 1 km senkrecht nach unten, ohne Chance sich irgendwo festzuhalten !
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Um auf den Kjeragbolten zu steigen, muss man um einen grösseren Brocken herumklettern. Das ist der eigentliche Kick an der Sache, für mich jedenfalls. Man hat nur einen schmalen Vorsprung, wo man den Fuß drauf bekommt. In den Fels war wohl mal ein Griff oder ein Haken oder sowas eingelassen, jetzt ist da nur noch der abgebrochene Rest einer Gewindestange übrig. Vor mir steht ein Australier, der partout nicht den einen Schritt machen will. Seine Freunde reden auf ihn ein, er soll hin machen und ich frage ihn, ob er echt um die ganze Welt geflogen ist, um jetzt aufzugeben. Ich kann mich jetzt, wo ich diesen Bericht schreibe, nicht mehr erinnern, ob er drauf gegangen ist oder nicht, vielleicht weiss Sven das noch ? Ich weiss nur, dass ich es getan habe und die Buxxe gestrichen voll hatte 🙂
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Wenn Du einmal drauf stehst, liegt Dein Leben nicht mehr in Deinen Händen. Wer kann schon sagen, ob dieser Felsen für immer hier eingeklemmt sein wird. Hoffentlich hält er noch 2-3 Minuten. Bis wir genug Fotos gemacht haben.
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Der Blick vom Bolten aus nach unten:
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Wieder runter von dem Fels kommt Euphorie auf (plus tonnenweise Rest-Adrenalin). Darüber das Ziel der Wanderung erreicht zu haben, nicht abgestürzt zu sein und das mega Wetter und die gute Stimmung mit den Leuten hier oben und vor allem einem der besten Freunde teilen zu können !
Es ist schon Nachmittag, als wir uns auf den Rückweg machen. Wir müssen ja nicht bloss zum Parkplatz zurück, so wie alle anderen hier, sondern noch 6 km mehr die Straße zum Campingplatz in Lysebotn zurück. Trotzdem nehmen wir uns viel Zeit und geniessen die spektakuläre Aussicht hier oben.                                                                                                                                               Norwegen 42
Øygardsstølen von oben:
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Lysebotn von oben:
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Auf halber Strecke zum Campingplatz tun mir so die Füße weh, dass ich bei einem alten VW Bus, der in unsere Richtung fährt, den Daumen raus halte. Der Holländer am Steuer und sein Sohn nehmen uns glücklicherweise mit. Abends sitzen wir wieder am Fjord zum entspannen. Ich habe ordentlich Blasen an den Füßen und einen richtig fetten Sonnenbrand, weil ich für eine Norwegen-Tour keine Sonnencreme eingeplant habe. Aber das sollte man, die Sonne hier ist nicht zu unterschätzen ! Jedenfalls gibt es vom nächsten Tag keine Fotos. Sven ist in ein nahegelegenes Fjell gewandert, ich bin im Zelt geblieben bzw. draussen im Schatten unter den Bäumen und habe gelesen und geschlafen 🙂 Vom Abend gibt es noch ein Foto, vom Fjordufer aus Richtung Campingplatz:
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Samstag, 07.07.
Gestern  habe ich nicht nur rumgegammelt. Ich habe mich auch beim Betreiber des Campingplatzes erkundigt, wann die Fähre zurück nach Stavanger kommt. Mir wurde gesagt, es kommt keine Fähre nach Stavanger. Und ab diesem Zeitpunkt bekam ich eine Menge widersprüchliche Angaben, wie wir zurück zum Flughafen kommen könnten. Im Hostel gegenüber hiess es, ab Øygardsstølen würde ein Bus in die Richtung fahren. Der Campingplatz sagte, die Fähre am Sonntag fährt vielleicht nach Stavanger. „Vielleicht“, echt hilfreiche Information ! Dann habe ich noch bei Kolumbus angerufen, um nach einem Weg nach Stavanger zu fragen. Die gaben mir dann den Tip, die Fähre heute zu nehmen, weil am Sonntag gar keine kommen würde.
Jetzt stehen wir hier im dicksten Nebel am Fähranleger in Lysebotn und hoffen, dass da bald eine Fähre kommt.
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Und tatsächlich, sie kommt. Um 12 Uhr ist pünktlich Abfahrt. Allerdings geht die Fahrt nur bis Lauvvik, nicht bis Stavanger. Da würde aber eventuell ein Bus stehen, der in die Stadt fährt… Wir haben Glück und der Bus ist tatsächlich da. Wir fragen den Fahrer, wo er hin fährt und er sagt „Stavanger und überall, wo die anderen Fahrgäste auch hin wollen“. Hmmm, ok kein Problem, sind eh nur noch 3-4 andere Leute im Bus, die auch nach Stavanger wollen. Von der Fahrt gibt es nichts grossartig zu berichten, ausser dass der Fahrer wie der letzte Henker über Kuppen gebrettert ist, wo man nicht sehen konnte, in welche Richtung die Straße dahinter abbiegt. Da müssen wir wohl einfach vertrauen haben, dass er die Strecke kennt. Wir kommen jedenfalls gesund an und fahren wieder bis in die Altstadt. Unser Flug geht erst morgen Vormittag, wir haben jede Menge Zeit. Mit einem Shuttle-Bus kommen wir dann abends am Flughafen an, holen unser Handgepäck aus dem Schliessfach und machen es uns in der oberen Etage auf dem Mobiliar eines Cafés bequem, das schon geschlossen hat. Das wird meine erste Übernachtung auf einem Flughafen, nur leider bestimmt nicht die Letzte 😀
Fazit: Meine erste richtige Trekking Tour war auf jeden Fall eine Erfahrung. Ich habe, wie schon am Anfang erwähnt, den Spaß am Reisen entdeckt. Neue Länder sehen, wundervolle Landschaften, nette und hilfsbereite Menschen kennen lernen – das ist es, worauf es mir dabei ankommt. Und es würde mich sehr freuen, wenn ich auch nur einen von Euch Lesern ebenfalls dafür begeistern könnte, denn es sind Erfahrungen und Erinnerungen, die man nicht sammeln kann, wenn man immer nur zu Hause bleibt !! Also geht raus & geht on Tour !!
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Seid Ihr schon in Norwegen gewesen – was hat Euch gefallen ?
Wollt Ihr nach Norwegen – wohin und was habt Ihr da vor ?

Schreibt mir in die Kommentare. Ich freue mich über jede Nachricht !

2 thoughts on “Preikestolen Wanderung in Norwegen (2012)

  1. Sven

    Schöner Bericht Stefan!
    Der Australier ist auf den Kjerag gegangen und konnte es kaum erwarten da wieder runter zu kommen…
    Den Tag an dem ich ohne Dich unterwegs war kann ich übrigens jedem sehr empfehlen. Einfach auf der Hauptstraße links halten – dann beginnt irgendwann der Wanderweg. Ist nicht allzuweit zu laufen, man hat super Aussichten und zumindest mir ist da kein anderer Touri begegnet.
    Wann machen wir die nächste Tour? ?

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