Vancouver – Kanada 2014

By | 20. Mai 2015

Die Tour nach Kanada in 2014 kommt eigentlich nur zustande, weil niemand etwas in diesem Sommer unternehmen möchte. „Dann fahr halt alleine“ denke ich mir trotzig.
Schon oft habe ich in anderen Blogs Berichte vom Kayaken mit der Chance auf eine Sichtung von Orcas gelesen. Nach einigen Stunden am PC kristallisiert sich Vancouver Island als am besten geeignet heraus für so eine Tour. Tripadvisor rät mir dann zu „North Island Kayaking“ in Telegraph Cove. Einige eMails später ist alles abgeklärt, Urlaub eingereicht und dann muss ich nur noch auf den Sommer warten…
Dummerweise denke ich beim Buchen nicht daran, dass diesen Sommer die Fußball-WM in Brasilien stattfindet. Wohl unter anderem ein Grund, weshalb niemand groß weg wollte 🙂
Ich packe meinen Trekkingrucksack aber trotzdem und sitze voller Vorfreude am 02.07. im Flugzeug von Köln nach München. Von dort geht es dann direkt mit Lufthansa nach Vancouver, British Columbia. Die Einreise ist ganz easy, kein Vergleich zu den USA. Aber auch hier möchte ein Beamter den Grund für meinen Besuch wissen. Ich erkläre ihm, dass ich nach Vancouver Island zum kayaken möchte. Er guckt mich mit meinem großen Rucksack auf dem Rücken von oben bis unten an und fragt völlig entgeistert „all by yourself?“. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass es eine Guided Tour ist, wünscht er mir viel Spaß und knallt meinen ersten kanadischen Stempel in meinen Reisepass.
Sollte ich beleidigt sein, dass der Zollbeamte mir diese Tour nicht zutraut ? Oder doch eher erleichtert, dass er sich Sorgen macht ? Jedenfalls komme ich aus dem Flughafengebäude raus und es erwartet mich strahlender Sonnenschein, der mich schon bald in Schweiss ausbrechen lässt, auf dem Weg zum Zug in die Innenstadt. Dort angekommen erweist sich der Touri-Stadtplan, den ich an der Info im Flughafen bekommen habe, als hilfreich um das Victorian Hotel zu finden. Hier werde ich die nächsten 3 Nächte verbringen, für mich ein idealer Ort, um Downtown Vancouver zu erkunden; Bus und Bahn sind nur wenige Minuten entfernt, Gastown ist an der nächsten Kreuzung und auch die Harbour Front ist in 5 Minuten zu Fuß erreicht. Doch mein erstes Ziel, nachdem ich eingecheckt habe und meinen Rucksack losgeworden bin, ist der Vancouver Lookout Tower, 2 Blocks entfernt. Hier kann ich mir eine erste Übersicht über die Stadt machen. Auf Bild 2 im Hintergrund übrigens der 3286 m hohe Mount Baker im US-Bundesstaat Washington.

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Morgens gibt es im Aufenthaltsraum des Hotels ein Continental Breakfast, also Kaffee, Tee, Croissants, Müsli, Yoghurt und eine riesige Schüssel voll frischer Blaubeeren. Da heute gutes Wetter vorhergesagt wurde, spaziere ich gegen 9 Uhr zum Canada Place am Hafen. Hier kaufe ich ein Kombi-Ticket für den Shuttlebus hin und zurück und Eintrittskarte für den Grouse Mountain.
Nach gut 25 Minuten Fahrt komme ich an der Gondola an, die die meissten Besucher rauf auf den Berg fährt. Sportlich ambitioniert wie ich natürlich bin, entscheide ich mich mit einer handvoll anderer Mitfahrer für den Grouse Grind. Und bereue es bereits nach gut 15 Minuten !

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Es ist zwar angenehm kühl im Wald, aber es geht extrem steil bergauf über die 2830 Stufen, die angelegt worden sind, um leichtsinnige Touristen ordentlich fertig zu machen. Deswegen auch Grind. Ich habe weder Fleecejacke noch Ersatzshirt dabei, wozu auch, in der Stadt unten war ja super Wetter. Also kaufe ich mir im Souvenirshop ein frisches Shirt und mache einen Rundgang durch die Attraktionen von Grouse Mountain: aus Baumstämmen geschnitzte Skulpturen, eine Baumfäller-Show, Zip-Lining, Eulen Flugshow…für mich ist das Highlight das Bärengehege. Hier wohnen Grinder und Coola, zwei Grizzlybären, die es in der Wildnis nicht geschafft hätten, wenn man sie nicht gefunden und hierher gebracht hätte.

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Da man „leider“ den Grouse Grind nicht bergab gehen darf (Sturzgefahr weil zu steil), fahre ich für 10 CAD mit der Gondel runter ins Tal. Die Straße runter ist der Capilano Park mit dem Highlight Capilano Suspension Bridge; eine 70 m hohe und 136 m lange Hängebrücke über den Capilano River.

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Im Parkeigenen Imbiss „Logger´s Grill“ gönne ich mir einen Salmon Burger mit Fries. Gut gestärkt spaziere ich danach durch den Park, denn auch hier gibt es einiges zu sehen: Zuerst natürlich die Suspension Bridge. Über die kommt man zum Treetops Adventure, das sind Plattformen hoch oben in den 1300 Jahre alten Douglas Fichten, verbunden durch Hängebrücken, über die man von Baum zu Baum läuft.

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Dann gibt es noch den Cliffwalk, ein schmaler Plankenweg, schwebend über dem Wald und nur mit ein paar Stahlseilen an der Felswand verankert. Im Story Center und Kia´Palano lernt man viel über die Besiedlung von British Columbia und die First Nations – sehr schöne Totem Poles !

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Es ist etwa 18 Uhr, als ich den Park verlasse und direkt einen Shuttlebus nach Downtown erwische. Auf dem Rückweg ins Hotel nehme ich mir erstmals Zeit, durch die Souvenirläden zu stöbern und packe so einiges ein. Im Supermarkt hole ich mir beim Deli noch ein Sandwich als Abendessen. Im Hotel gibt es abends nichts und die Restaurants in der Nähe sind immer rappelvoll und alles andere als günstig.
Am nächsten morgen muss es ein bischen schneller gehen nach dem Frühstück. Heute ist der 4. Juli und Deutschland spielt gegen Frankreich. Ich will mir das Spiel im Edgewater Casino ansehen, das ist gleich neben dem BC Place Stadium, in dem die BC Lions Football spielen. Auch die Rogers Arena ist direkt um die Ecke, Home of the Vancouver Canucks. Bei all den Sportstätten in der Umgebung hätte ich mit vollem Haus gerechnet, doch der Kinosaal des Casinos, wo das Spiel übertragen wird, ist gerade mal mit 6 Leuten besetzt. Der Jubel zum 1:0 Siegtreffer fällt also eher mittelmässig aus, ich kann mit meinem Applaus wohl nicht alle mitreissen 🙂
Nun gut, wir sind im Halbfinale und ich weiss noch nicht gegen wen wir antreten werden. Brasilien oder Kolumbien. Nach dem Spiel gehe ich einmal quer durch die Stadt bis zum Stanley Park, eine Strecke von immerhin gut 4 km. Einmal verlaufe ich mich und lande fast auf Granville Island. Unterwegs komme ich immer wieder an Gruppen brasilianischer Fans vorbei, die schon mittags ordentlich Stimmung auf der Robson Street machen. Am Stanley Park angekommen, entscheide ich mich für eine komplette Umrundung an der Seawall entlang, 8,8 km insgesamt.
Auch im Stanley Park gibt es viel zu sehen: das Vancouver Aquarium, Inukshuk, Deadman´s Island, Totempfähle, ein First Nations Dorf der Squamish Indianer, den Beaver Lake, an dem man wohl auch Waschbären und Kojoten sehen kann (ich hatte kein Glück) und den Siwash Rock direkt neben der Seawall.

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Dieser vulkanische Felsen ist 18 m hoch und 32 Mio. Jahre alt. Nach einer Squamish Legende wurde ein selbstloser Mann zur Belohnung in dieses Denkmal verwandelt.
Nach dieser Tour geht es geradewegs zurück ins Hotel. Das Fussballspiel schaue ich mir in der Lobby mit den Betreibern zusammen an, meine Füße in einer Schüssel mit kaltem Wasser 🙂
Der nächste Tag beginnt bewölkt, wie fast immer, aber schon nach dem Frühstück strahlt die Sonne wieder. Heute ist Shopping-Tag auf Granville Island. Zuerst gehe ich aber noch bei Harbour Air im Hafen vorbei und gebe meinen großen Rucksack ab. Der wird schon vorab nach Vancouver Island geflogen, weil man pro Flug nur 12 kg Gepäck mitnehmen darf. Ich bin also nur noch mit Handgepäck unterwegs im Bus nach Granville Island. Hier gibt es noch richtige Kunsthandwerksbetriebe, unter anderem Glasbläser, Drucker, Geigenbauer, Juweliere und Töpfer. Aber vor allem kann man hier schöne Souvenirs kaufen. Mir gefallen die Schnitzereien der First Nations im Haida Design besonders gut. Im Public Market bekommt man so ziemlich alles zu essen, was man sich in dieser Gegend vorstellen kann; frischen Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse, selbstgemachtes Eis, Pizza und Pasta. Einfach durch die Markthallen schlendern und die Gerüche und Eindrücke aufsaugen ! Nachmittags nehme ich den nächsten Bus zurück zum Canada Place und laufe über die Robson Street Richtung Hotel. Frühes Abendessen gibt es im Red Robin, den Red Robin Bacon Cheeseburger *nomnom*
Mein letzter Tag in Vancouver beginnt am nächsten morgen wieder wolkenverhangen mit leichtem Regen. Nach dem Auschecken geht es an der Steam Clock vorbei durch Gastown zum Hafen am Canada Place. Ich bin schon total aufgeregt, mein erster Flug in einem Wasserflugzeug !

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Hier ein Bild aus dem Seaplane beim Start. Die weissen Segel links das ist der Canada Place, dann kommt Downtown, der Hafen und Deadman´s Island, der Ausläufer vom Stanley Park.

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Victoria ist eine wirklich schöne Stadt, die englischen Charme versprüht. Auf der anderen Straßenseite vom Inner Harbor steht das bekannte Fairmont Empress Hotel, in dem es um 17 Uhr natürlich im Salon Tee gibt. Auch das Parlamentsgebäude auf der anderen Seite des Hafens macht ganz schön was her.

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Ich marschiere vollbeladen mit meinen zwei Rucksäcken die Government Street hinunter und biege bei der Kreuzung Yates Street links ab. Fast am Ende befindet sich auf der rechten Seite das HI-Victoria Hostel. Für eine Übernachtung zentral in Victoria ist das für mich die günstigste Unterkunft, umgerechnet ca. 20 EUR. Dafür muss ich zwar im großen Schlafsaal übernachten, aber das ist nicht so schlimm, denn ich komme abends nach einem Spaziergang durch Victoria erst gegen 21 Uhr rein und gehe direkt ins Bett. Mein Greyhound Bus morgen früh fährt um 8:30 Uhr am Busbahnhof ab, um 8 Uhr muss ich eingecheckt sein. Also muss ich früh aufstehen. „Ist ja kein Problem, wenn ich so früh schon pennen gehe“ denke ich mir und hau mich hin. Bis etwa 3 Uhr wunderbar, dann kommt ein Haufen Partygänger rein und denkt gar nicht dran, dass eventuell andere schlafen könnten. Tja, Hostel halt, macht man nix. Ist aber kein Ding, irgendwann brechen die zusammen und ich kann nochmal bis 7 Uhr schlafen.
Relativ ausgeruht packe ich meine Sachen zusammen und kann mich für´s Aufwecken jetzt revanchieren. Unterwegs hole ich mir noch ein Sandwich und einen heissen Tee und setze mich in die Wartehalle bei Greyhound, bis der Schalter öffnet.
Pünktlich um 8:30 Uhr fährt der Bus in Victoria ab. Gegen 10 Uhr müssen alle den Bus wechseln, am Hafen von Nanaimo. Von hier geht es dann über Campbell River bis nach Port McNeill. Kurz vor Port McNeill ist eine Brücke über den Nimpkish River. Hier muss der Bus langsamer werden und Gegenverkehr durchlassen. Bei diesem ganz kurzen Stop schaue ich aus dem Fenster – und sehe unten am steinigen Flussufer eine Schwarzbär-Mutter mir zwei Jungen !!! Wahnsinn, einfach so quasi am Straßenrand. An die Kamera denke ich gar nicht, ebenso wie alle anderen im Bus geniesse ich einfach nur diese schönen Momente, bis der Bus dann weiter fährt und alles plötzlich wieder vorbei ist. Aber diesen Moment habe ich mir ganz fest eingeprägt, ich wünschte nur, ich könnte Euch ein Bild davon zeigen…
Am Nachmittag komme ich in Port McNeill an. Da ich aber nach Telegraph Cove möchte, muss ich mir noch ein Taxi organisieren. Ist kein Problem, der nette Mann an der Rezeption des nächstgelegenen Motels ruft für mich bei einem Taxiunternehmen an und 10 Minuten später sitze ich im Wagen Richtung Cove.

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Endlich angekommen ! Nach der ganzen Fahrerei bin ich total fertig und will nur noch ins Bett. Vorher muss ich aber noch einchecken und meine Unterkunft beziehen. The Wastell Manor liegt leicht erhöht, es ist das blaue Haus links auf dem Foto oben. Von hier kann ich den ganzen Ort überblicken, was nicht schwierig ist bei ca. 20 Einwohnern. Die Aussicht auf die Meerenge zwischen Vancouver Island North und dem kanadischen Festland, Johnstone Strait genannt, ist atemberaubend.

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Das Wetter ist so schön, dass ich nochmal raus gehe und eine Runde am Hafen entlang drehe.

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Auf dem Rückweg schwebt ganz entspannt ein Weisskopfseeadler über mich hinweg und setzt sich in einen Baum direkt über meinem Häuschen. Schon der zweite „Wildlife“-Moment heute, den ich so gar nicht habe kommen sehen. Voller Vorfreude auf morgen hau ich mich auf´s Ohr.
Der erste Kayak-Tag startet mit super Wetter. Die Basis von North Island Kayak befindet sich direkt gegenüber meiner Unterkunft, ich muss also nur einmal um den kleinen Hafen rumlaufen und lerne dann direkt meinen Guide Brad und zwei Kanadierinnen kennen, die ebenfalls an der Tour teilnehmen werden. Mein Gepäck gebe ich übrigens im Office des Resorts ab, die stellen die Sachen in einen Abstellraum, bis ich sie wieder abholen komme. Bis dann alles startklar ist und wir in unseren Kayaks auf dem Wasser sitzen, hat sich der Himmel leider schon etwas zugezogen. Aber immerhin ist es warum und regnet nicht.

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Wir paddeln aus der Bucht von Telegraph Cove und halten uns rechts, immer parallel zum Ufer. Nach zwei Stunden halten wir in einer kleinen Bucht und bekommen Schokoriegel als Belohnung für den ersten Abschnitt. Kurz die Beine vertreten, dann überqueren wir die Johnstone Strait und halten auf unser erstes Camp zu. Dieses befindet sich auf Hanson Island und besteht im wesentlichen aus einer handvoll Zelten auf Holzpaletten stehend, einem improvisierten Plumpsklo (aber alles sauber!) und einer Outdoor-Küche. Das ist alles ganz simpel, aber mehr braucht man auch nicht, wir sind ja schliesslich wegen der Natur hier. Hier werde ich die nächsten 2 Nächte verbringen:

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Am späten Nachmittag ist der Himmel komplett wolkenfrei und wir liegen in den Hängematten und relaxen, während Brad uns auf dem BBQ den geilsten Lachs ever grillt !! Abends macht dann ein kleines Schnaps-Fläschchen die Runde (wo kommt das denn her ?) am Lagerfeuer und alle genießen den Sonnenuntergang.

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Am nächsten Tag ist es sehr windig und die Wellen sind so hoch, daß Brad entscheidet mit uns Anfängern nicht raus zu paddeln, weil es zu gefährlich wäre. Schade, aber damit muss man halt rechnen. Wir hängen also den ganzen Tag im Camp ab, erkunden etwas die kleine Insel, nach dem köstlichen Mittagessen gibt´s ein Schläfchen und den Nachmittag sitzen alle oben auf den Felsen und halten die Augen auf nach Walen…und tatsächlich sehen wir ca. 15 m geradeaus einen Buckelwal kurz Luft holen. Das geht aber so schnell, ich habe keine Chance die Kamera zu zücken…
Der nächste Tag beginnt wolkig, aber das Wasser ist ruhig. Yay, also können wir wieder weiter paddeln ! Wir überqueren wieder die Johnstone Strait und paddeln Richtung Camp 2. Nachdem die Zelte verteilt sind, hüpfen wir direkt wieder in die Kayaks und fahren noch fast 2 Stunden am Ufer entlang nach Süden.

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Auf dem Rückweg bekommen wir Gesellschaft von einigen Delfinen, die neben unseren Kayaks durchs Wasser gleiten. Am Abend habe ich dann zufällig Empfang mit meinem Handy und nutze die Chance nach dem Ergebnis des Halbfinales zu fragen. 7:1 gegen Brasilien, das ist echt der Hammer und ich muss nach dem Gespräch erstmal den anderen meine Jubelrufe erklären 🙂 So geht dann ein weiterer Kayak-Tag zu Ende:

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Unser letzter Tag beginnt mit Sonne und das ändert sich auch den ganzen Tag nicht mehr. Wir packen zusammen und legen dann ab Richtung Norden. Mein Traum vom paddeln neben Orcas hat sich zwar nicht erfüllt, tatsächlich sehe ich keinen einzigen, aber dieser Trip ist für mich trotzdem unvergesslich. Die Natur von Vancouver Island ist einfach der Hammer und ich kann nur jedem raten, unbedingt einmal hier hin zu kommen. Es beginnt bei so Kleinigkeiten wie diesem merkwürdigen Geräusch, dass die Raben in den Wäldern machen. Dann sieht man eigentlich fast täglich Weisskopfseeadler. Delfine sind auch immer unterwegs und die Chance auf Orcas oder Buckelwale ist sehr sehr groß, Ende August und Anfang September übrigens am Größten. Das alles nur ein paar Zentimeter über der Wasseroberfläche in einer traumhaften Kulisse zu bestaunen…ich kann das gar nicht genau beschreiben – das müsst Ihr selber sehen !

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Am Nachmittag kommen wir in Telegraph Cove an, entladen die Kayaks, packen unsere Sachen zusammen und verabschieden uns dann von unserem Guide Brad. Also wenn Ihr mal mit North Island Kayak rausfahren solltet, fragt nach Brad als Guide. Er stammt selbst aus der Gegend und weiß so viel über das Land und das Meer zu berichten das ist der Wahnsinn. Wir verabreden uns für Abends dann noch zum Dinner im „Old Saltery Pub“. Hier gibt es köstliche Sea Food Chowder !! Übernachten werde ich heute in Cabin #14, eine der günstigsten Unterkünfte im Ort, aber mit 2 großen Betten, Küchenzeile und Bad. Würde auch für Eltern mit 1 oder 2 Kindern reichen.
Morgens erfahre ich dann, daß letzte Nacht ein Schwarzbär über den Boardwalk am Hafen spaziert ist, also direkt an meinem Zimmer vorbei, und ich hab´s verpennt 🙁 Ich teile mir dann mit den beiden Frauen von der Tour noch ein Taxi bis nach Port McNeill. Mein Rückweg wird genau wie der Hinweg sein, mit dem Greyhound nach Victoria. Die beiden machen es definitiv schlauer; fahren mit dem Taxi bis Port Hardy und fliegen von dort mit dem Seaplane nach Vancouver. So werde ich es nächstes Mal auch machen, erspart einem auf jeden Fall die stundenlange Busfahrt und man hat einen Urlaubstag mehr zur Verfügung. Jedenfalls übernachte ich wieder im HI Hostel Victoria und fahre am 13. Juli mit der Fähre rüber nach Vancouver-Tsawwassen Ferry Terminal.

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Vom Terminal fährt der Bus dann weiter bis zum Flughafen. Inzwischen bin ich schon mächtig nervös, denn das WM Finale läuft bereits und einige im Bus schauen es sich auf ihren Smartphones an. Der Bus steht gerade erst, da stehe ich schon an der Türe, fische meinen Rucksack aus dem Laderaum und renne ins Flughafengebäude auf der Suche nach der erstbesten Bar. Zum Glück muß ich nicht lange suchen, ergattere einen Sitzplatz an der Theke und steige ab Minute 40 ins Spiel ein. Die Gefühle, die einen während dieses Spiels überwältigen muß ich Euch wohl nicht beschreiben. Das aber auf einem Flughafen mit dutzenden Fremden zu erleben ist noch was ganz anderes. Der Jubel am Ende ist jedenfalls überwältigend, ich wünschte trotzdem ich wäre schon zu Hause bei meinen Freunden und könnte mit ihnen zusammen diesen Sieg feiern.
Heimkehr nach Köln von der Tour – als Weltmeister, das bleibt vermutlich einmalig !!

Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen. Auch wenn er sehr lang ist. Vielleicht sollte ich so lange Berichte besser in 2 Teile splitten, was meint Ihr ?
Wenn Ihr Anregungen zum Schreibstil habt, was ich ändern oder verbessern sollte oder wenn Ihr Fragen habt – schreibt mir in die Kommentare, da würde ich mich sehr drüber freuen !!

2 thoughts on “Vancouver – Kanada 2014

  1. Marc

    Hi Schwerti,
    endlich schaffe ich es, hier auch mal vorbeizuschauen. Toller Bericht, tolle Fotos. Ich hoffe, ich schaffe es auch orgendwann mal nach Kanada! Warst du seitdem häufiger alleine unterwges? Was bevorzugst du? Alleine, zu zweit oder als Gruppe reisen? Grüße, Marc

    Reply
    1. Schwerti

      Hi Marc,
      schön, dass Du mal reingeschaut hast. Kanada wird Dir bestimmt gefallen, da bin ich mir sicher.
      Seit 2014 war ich mit 2 Arten unterwegs 🙂 Alleine, das war zB. 2016 für 3 Monate, hat Spaß gemacht, da konnte ich tun und lassen, was ich will. Zu zweit auch, 2015 in Grönland zB. war ich mit einem Kumpel, war auch gut, man motiviert sich gegenseitig. Gruppenreisen noch nicht. Ich wollte nach Nepal mit einer Gruppe, am Ende war ich dann alleine mit dem Guide. Bin aber prinzipiell nicht abgeneigt, weil dann bin ich nicht allein und hab immer wen zum quatschen. Klar, dann ist die Spontanität weg, aber dafür muss man sich meist um nichts kümmern. Ich hab mir während meiner Weltreise ein paar Gedanken darüber gemacht: http://www.schwerti-on-tour.de/alleine-auf-tour-was-du-wissen-musst/
      Wie sieht´s denn bei Dir aus ?

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