Weltreise 2016 – Geothermal Wonderland

By | 1. Juni 2017

Das geothermale Gebiet in der Mitte der Nordinsel Neuseelands erstreckt sich von White Island, einer Insel in der Bay of Plenty, über Rotorua (ebenfalls Bay of Plenty), Taupo mit dem Lake Taupo, über die Vulkane im Tongariro Nationalpark bis hin zum Mt. Taranaki an der Westspitze. Wie alle Länder, die an die Pazifische Platte angrenzen, gehört „Aotearoa“ zum Pazifischen Feuerring. Die dadurch häufig auftretenden Erdbeben sind ein Resultat der Kräfte von Australischer und Pazifischer Platte, an deren Grenze Neuseeland liegt. Einige der aktivsten Vulkane der Erde liegen in dem Gebiet, durch das ich als nächstes auf meinem Roadtrip fahre. Dazu kommt noch, dass hier die Erdkruste so dünn ist wie kaum woanders auf der Welt. Überall raucht und spritzt es aus der Erde. Geysire, vor sich hin blubbernde Schlammlöcher und austretender Dampf sind alltäglich.

In diesem Bericht zeige ich Euch einige sehenswerte Orte in der thermalen Mitte Neuseelands.

Taupo

Den Anfang macht die kleine Stadt Taupo, am gleichnamigen See gelegen. 2013 habe ich hier einen Zwischenstopp eingelegt und fand das Seeufer ganz schön. Und natürlich die Tatsache, dass man direkt am Ufer auf einem Parkplatz an der Ferry Rd umsonst mit seinem Self contained Wohnmobil übernachten darf.

Dieses Mal halte ich an der Visitor Info, weil ich keine Ahnung habe, was ich in der Stadt machen kann. Die haben Flyer und Karten von so ziemlich allem, was angeboten wird: Skydiving, Jetboat fahren…einfach alles. Ich entscheide mich für etwas komplett kostenloses, nämlich die Huka Falls anzuschauen.

Huka Falls

Nur ein kurzes Stück (6 km) außerhalb von Taupo sind die Fälle leicht zu finden, da eindeutig ausgeschildert. Heute ist Sonntag, das heißt der Parkplatz ist rappelvoll. Mit meinem Camper finde ich aber ganz am Rand noch eine Lücke und bin froh, kein großes Wohnmobil zu fahren. Vom Parkplatz bis zur Brücke, die über den Waikato River führt, dauert es ca. 1 Minute 😉 Hier strömt der Waikato in eine Engstelle und rauscht mit unglaublicher Kraft durch eine Art kleine Schlucht. Die Wassermaßen sind beeindruckend. Und furchteinflößend. Da möchte ich definitiv nicht drin landen.

Huka Falls Taupo Neuseeland

Huka Falls Taupo Neuseeland

Orakei Korako

Ich fahre nach den Huka Falls nicht, wie die meisten, zum Wai-O-Tapu, sondern ein paar Kilometer weiter. Orakei Korako, das „Hidden Valley“, liegt am Übergang von Lake Ohakuri in den Waikato River. Bei leichtem Nieselregen und schon am Nachmittag sind kaum Gäste da, der große Parkplatz ist so gut wie leer. Für 36 NZD (23 EUR) besorge ich mir trotzdem eine Eintrittskarte und werde mit einem Boot über den See gefahren. Hier beginnt ein ausgeschilderter Rundweg durch den Park.

Orakei Korako Neuseeland

Vorbei geht es an 100 Grad heißen Geysiren und dampfenden Spalten. Die Erde brodelt hier wirklich überall. Ein leichter, zum Glück nicht unangenehmer Schwefelgeruch hängt in der Luft. Die Sinne werden alle gleichzeitig beansprucht. Vor allem weiß das Auge gar nicht, wohin es zuerst schauen soll. Die vielen Farben und Formen üben einen ganz speziellen Reiz aus. Für den Rundgang, der schön angelegt auf Holzbohlen durch das Gelände führt, kann man sich gut 1-2 Stunden (oder noch mehr) Zeit lassen.

Orakei Korako Neuseeland

Vor 100.000 Jahren bildete sich die Ruatapu Cave. Sie reicht ca. 30 Meter tief in das Vulkangestein hinein und das glasklare, säurehaltige Wasser am Grund wird bis zu 44 Grad warm. Außerdem ist sie eine von nur zwei weltweit bekannten Höhlen, die in einem Geothermal-Gebiet existieren.

Ruatapu Cave Orakei Korako Neuseeland

Doch nicht nur die thermalen Wunder dieses Parks faszinieren mich, wie Ihr vermutlich schon an der Länge dieses Berichts merkt 😉 Obwohl ich in der Regel nicht zum Blümchen fotografieren anhalte, gefallen mir die vielen unterschiedlichen Pflanzen hier. Besonders die schönen großen und saftig grünen Farne. Tatsächlich gefällt mir der Silberfarn so sehr, dass ich inzwischen ein Tattoo davon auf meinem Arm trage. Der Ponga (so der Maori-Name) ist die Nationalpflanze Neuseelands und auch im Wappen abgebildet. Ein Koru, also ein noch zusammengerollter Farn, symbolisiert Neues Leben, Wachstum, Stärke und Frieden !

Silver Fern Orakei Korako Neuseeland

Lonely Planet sagt „…arguably the best thermal area left in New Zealand.“ und ich finde, man sollte sich eine der natürlichsten Attraktionen des Landes unbedingt anschauen !

Zurück an der Bootsanlegestelle muss ich nicht lange warten, bis das Boot mich abholen kommt und zurück ans andere Ufer bringt. Ich springe in meinen Campervan und fahre etwa 70 km zum Cosy Cottage Thermal Holiday Park in Rotorua. Nachdem ich meinen Stellplatz habe, setze ich mich eine Weile in einen Hot Pool, der zur Anlage gehört. Besonder schön oder gar sauber ist es hier zwar nicht, aber im warmen Wasser zu sitzen und zu entspannen tut gut.

Den nächsten Tag verbringe ich dann völlig relaxed. Mittags habe ich eine 45-minütige Aix Mud Massage im Polynesian Spa gebucht. Mit 135 NZD (88 EUR) nicht ganz günstig, aber es lohnt sich ! Vorher und nachher kann man die unterschiedlich heißen Hot Pools benutzen. Diese sind alle draußen, teilweise mit Blick auf den Lake Rotorua. Die ganze Anlage ist total schön gestaltet und sich hier zu entspannen fällt leicht. Man sollte sich aber schon so 2-3 Stunden Zeit nehmen, um es wirklich voll genießen zu können. Abends gibt es dann noch richtig leckere New Zealand Lamb shoulder im Lone Star Rotorua.

Mount Taranaki

Abgelegen und einsam an der Westspitze der Nordinsel erhebt sich der Vulkan Mt. Taranaki. Von Norden erreicht man ihn über den Highway 3. Allerdings ist die Fahrt kein Spaß, denn die Straße windet sich in endlosen Kurven bergauf und bergab. Es dauert ewig, bis ich endlich ans Meer komme. Hier ist das Fahren dann schon wieder etwas erfreulicher, besonders bei schönem Blick auf´s Wasser.

Nordinsel Bucht Neuseeland

Bevor ich nach New Plymouth rein fahre, biege ich links ab auf die Egmont Road. Hier ist schon der Egmont National Park ausgeschildert, indem sich der Taranaki befindet. Eine immer schmaler und steiler werdende Straße führt mich zum North Egmont Visitor Centre. Da die Fahrt die ganze Zeit durch dichten Wald geht, kann ich den Berg nicht mehr sehen. Erst als ich oben ankomme, muss ich feststellen, dass Taranaki beinahe komplett von Wolken verdeckt ist.

Mount Taranaki Nordinsel Neuseeland

Gut, da kann man nichts machen. So kehre ich halt um, fahre nach New Plymouth und checke auf dem Top 10 ein. 52 NZD (33 EUR) ist ganz schön teuer für einen Stellplatz mit Strom, aber ich habe keine Lust mehr, heute noch was anderes zu suchen. Schnell stelle ich den Camper ab und mache mich gleich auf den Weg Richtung Strand. Der New Plymouth Coastal Walkway führt mich auf direktem Weg zu einem der beliebtesten Foto-Spots der Stadt – zur Te Rewa Rewa Brücke.

Te Rewa Rewa Bridge New Plymouth Neuseeland

Von hier hat man einen wunderschönen Ausblick zum Meer. Und zum Mt. Taranaki ! Ganz kurz zeigt er seine 2518 Meter hohe Spitze. Eins meiner Lieblingsmotive der gesamten Reise entsteht hier:

Te Rewa Rewa Bridge Taranaki New Plymouth Neuseeland

Am Fitzroy Beach entlang geht es zurück zum Campingplatz. Abends bin ich ganz schön erledigt, aber doch froh, dass ich den schönen Vulkan Mt. Taranaki noch gesehen habe. Er zählt übrigens zu den am häufigsten bestiegenen Bergen Neuseelands. Allerdings wird das von den Maori wohl nicht gerne gesehen, da ihnen der Berg als heilig gilt. So hätte ich zwar eh darauf verzichtet, aber immer wieder neue Berichte über tote Kletterer an diesem Berg sind dann endgültig genug, um mich davon abzuhalten. Ich kann Euch den Besuch absolut nur empfehlen, es ist wunderschön im Nationalpark und auch in New Plymouth am Meer. Aber wenn Ihr zum Taranaki fahrt, seid auf jedes Wetter eingestellt, respektiert die Regeln und passt vor allem gut auf Euch auf !

 

Was es im Norden der Nordinsel Neuseelands zu sehen und zu erleben gibt, seht Ihr im nächsten Beitrag – also schaut bald wieder rein !!

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2 thoughts on “Weltreise 2016 – Geothermal Wonderland

  1. taju

    Hi Schwerti!
    ganz toller Bericht von Orakei Korako!!
    LG taju
    @ventureout.de

    Reply
    1. Schwerti Post author

      Hey Taju,
      lieben Dank für Dein Lob. Freut mich, dass Dir der Bericht gefällt.
      Warst ja vermutlich auch schon das ein oder andere Mal da, so als Quasi-Neuseeländerin 😉
      Viele Grüße!

      Reply

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