Weltreise 2016 – Great Barrier Reef, Australien

By | 17. August 2016

Mein nächstes Ziel führt mich in den Bundesstaat Queensland, auf die Backpacker Route in Australien. Von Cairns immer an der Ostküste entlang nach Süden Richtung Sydney, so weit das Geld oder die Zeit reicht. Auf dieser Tour gibt es natürlich eine Menge Highlights:

  • Cairns (Party, Daintree Rainforest, Great Barrier Reef)
  • Airlie Beach (Whitsunday Islands Segeltouren)
  • Fraser Island (4 WD Touren)
  • Brisbane
  • Gold Coast + Surfers Paradise (Surfen, Party, Relaxen)
  • Byron Bay (siehe Gold Coast)
  • Sydney

Da ich aber nur noch 15 Tage in Australien habe und für mindestens 4 davon in Sydney schon ein Hostel gebucht ist, kann ich die Pazifikküste nicht von oben bis unten abklappern. Bei der Planung habe ich mir also die besten Sachen rausgepickt. Aber von Anfang an…

Der Flug von Alice Springs nach Cairns dauert nur angenehme 2 Stunden. Draußen vor dem Flughafen steht ein Shuttle Bus bereit, so wie bisher immer in Australien. Ich ziehe mein Ticket und kurz darauf geht es schon los in die Innenstadt von Cairns. Die trockene, heftige Hitze aus dem Red Centre ist einer schwülen, schweißtreibenden Hitze hier direkt am Meer gewichen. Es ist ca. 22 Uhr, als ich vor dem Cairns Central YHA stehe. An meinem letzten Tag in Darwin hatte ich ja für hier in Cairns die Übernachtungen und die Tour gebucht. Jetzt stellt sich zum Glück heraus, dass ich gut beraten wurde, zumindest was das Hostel angeht. Es ist relativ sauber und hat nette Mitarbeiter. WiFi funktioniert nur an der Rezeption bzw. in der unmittelbaren Nähe. Das erkennt man an den vielen Leuten, die alle in ihre Handys starren und nichts um sich herum mitbekommen. Im Pool ist ordentlich was los, eine Abkühlung bietet das lauwarme Wasser aber nicht wirklich. Ich bin auf jeden Fall froh, hier gelandet zu sein und nicht im Gilligan´s, wo rund um die Uhr Party angesagt ist und hunderte von Leuten wohnen. In meinem 6-Bett Dorm lerne ich Maxime und Maxim aus Frankreich kennen, mit denen gehe ich direkt mal los was einkaufen, vor allem kalte Getränke !

Der nächste Tag startet entspannt. Erst Mal unten am Pool gratis Pancakes frühstücken und auch ein bisschen WiFi benutzen für das obligatorische Status Update. Danach mache ich mich auf den Weg Richtung Esplanade, der Uferpromenade von Cairns. Auf dem Weg dorthin komme ich bei Pro Dive Cairns vorbei, dem Operator meiner Tour, die morgen startet. Es ist offen, also checke ich schonmal ein und muss dann morgen nur noch kommen, um meine Schnorchelausrüstung auszusuchen.

Die Esplanade macht einen sehr gepflegten Eindruck, vor allem die Cairns Lagoon. Diese „Lagune“ ist im wesentlichen ein 4800 m² großes Schwimmbecken, gefüllt mit gefiltertem Salzwasser des Pazifiks, auf den man sogar aus dem Pool heraus eine super Aussicht hat. Das ganze kostet keinen Eintritt und ist daher sehr beliebt, es ist rappelvoll. Eine Weile setze ich mich an den Beckenrand und kühle die Füße ab, bis es weiter die Esplanade entlang geht, nur ein Stück bis zum östlichen Pier. Von hier hat man gute Sicht auf die Uferfront und die Umgebung von Cairns:

Cairns Esplanade

Anschließend buche ich im Peterpans den restlichen Verlauf meiner Reise durch Australien bis Sydney. Kaum bin ich wieder draußen, hat sich die Hauptstraße komplett verändert. Überall sind Leute unterwegs. Die Bühnen, die tagsüber aufgebaut wurden, sind fertig und voll besetzt. Heute ist das chinesische Neujahrsfest und angeblich sind bis zu 25.000 Chinesen hier um zu feiern. Gut möglich bei den Menschenmassen. Es wird auf jeden Fall sehr spät, bis ich wieder zurück im Hostel bin.

Great Barrier Reef

Das Great Barrier Reef an der Nordostküste von Australien ist das größte Korallenriff der Welt. Etwa 2300 km lang ist es und besteht aus mehr als 2900 Einzelriffen und über 1000 Inseln wie etwa den Whitsunday Islands. Das gesamte Riff ist so groß, dass es vom Weltraum aus zu sehen ist und es wurde 1981 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Allerdings ist das Riff auch stark gefährdet. Dieser einzigartige Lebensraum von unzähligen Tier- und Pflanzenarten ist in den letzten 30 Jahren laut Wikipedia auf einen Korallenbestand von 13,8 % zurück gegangen. Außerdem ist er gefährdet durch Pläne, den größten Kohlehafen der Welt direkt am Riff zu bauen und den dafür abgebaggerten Schlamm im Meer zu entsorgen. Ausgerechnet dieses Jahr ist die Temperatur des Pazifiks sehr hoch, unter anderem ausgelöst durch El Niño und vermutlich auch durch die Klimaerwärmung. Jedenfalls führt die Erwärmung des Pazifiks zu einer Korallenbleiche, welche über einen längeren Zeitraum anhaltend für das Absterben der Korallen sorgt. 93 % aller Riffe sind dieses Jahr davon betroffen, der höchste je gemessene Wert, und 35 % sind 2016 fast oder schon komplett abgestorben. Die üblichen Wassertemperaturen reichen übrigens von 22°C bis 29°C.

3 Day 2 Night Liveaboard Tour

Um 6 Uhr werde ich vor dem Hostel abgeholt. [Ihr könnt ohne Probleme Euer komplettes Gepäck mit an Bord nehmen, müsst also kein Geld im Hostel ausgeben für einen Platz im Luggage Room]  Das Boot verfügt über 14 Zimmer mit Etagenbetten und 2 Zimmer mit Doppelbett. Die Zimmer sind eng, aber das Gepäck von 2 Leuten passt rein. Und man ist da wirklich nur zum schlafen drin, sonst nie ! Alle Zimmer sind auch komplett ausgebucht, was bedeutet, dass im Shop von Pro Dive Cairns 32 Leute stehen. Die meißten checken ein, da kann ich schonmal meinen Stingersuit (Taucheranzug, gegen Quallen) holen und Flossen anprobieren. Ich habe mich übrigens für Schnorcheln entschieden. Zwar wäre ein Tauchkurs vor Ort möglich gewesen, aber ich will einfach nicht mit Gewichten auf den Meeresgrund gezogen werden und Luft aus einer Flasche atmen. Sobald alle eingecheckt sind, werden wir zum Hafen gefahren, steigen auf´s Boot und um kurz nach 7 Uhr geht es los.

Great Barrier Reef

Unser Ziel: Milln Reef – 30 km von Cairns entfernt, am östlichsten Rand des australischen Kontinentalsockels. Erstmal gibt es aber Obst zum Frühstück. Danach werden die Kabinen verteilt und es ist genug Zeit, sich einzurichten und bekannt zu machen. Auf dem obersten Deck ist dann Briefing angesagt. Die Taucher bekommen eine Route erklärt, und auch uns Schnorchlern werden Tips mitgegeben, wo man am besten lang schwimmt. 4,5 Stunden nach Abfahrt erreichen wir das Milln Reef und es geht sofort ab ins lauwarme Wasser. Mit dem Taucheranzug ist es am Anfang gewöhnungsbedürftig. Ich hatte gehofft, Badehose und Schnorchel an und ab ins Wasser. Aber das geht zu dieser Jahreszeit am Great Barrier Reef leider nicht, denn dann wäre ich nicht gegen die Würfelquallen (Box Jellyfish) geschützt. Wenn man diese winzig kleinen Viecher mit der Haut berührt, bekommt man evtl. genug Gift ab, um es nicht mehr zurück zum Boot zu schaffen. Genauer gesagt, der Kontakt ist in der Regel tödlich. Na jetzt aber rein ins Wasser 🙂

Great Barrier Reef

1 Stunde dauert dieser erste Tauchgang und ich bin total angefixt. Nicht nur, dass ich gleich beim ersten Mal nach nur 5 Minuten im Wasser einen Hai unter mir vorbei schwimmen sehe. Auch die Farben unter Wasser sind der Knaller. Der Meeresboden ist im Schnitt so 16 Meter unter mir, daher kommt die Sonne bis auf den Grund und ich kann von oben alles erkennen. Unglaubliche Farben und Fische in sämtlichen Formen, hunderte davon. Ich bin begeistert !! Ein wenig bereue ich es, dass ich nur eine GoPro 1 habe. Die Bildqualität ist nicht besonders gut, zoomen kann ich damit auch nicht, und das allerschlimmste – anscheinend braucht man unter Wasser einen Filter auf der Linse, damit die Farben richtig gut rüber kommen. Hab ich nicht 🙁

Nach dem Tauchgang gibt es Mittagessen, dann nochmal ins Wasser. Danach fahren wir zu einem anderen Platz und gehen direkt wieder ins Wasser, gefolgt vom Abendessen. Nachdem das verdaut ist, machen wir uns fertig zum Nacht-tauchen. Die Taucher gehen mit ihren Guides zuerst rein. Für uns Schnorchler gilt; Ins Wasser ja, aber immer am Boot bleiben und in Sichtweite der Guides an Board.

Great Barrier Reef Night Dive

Also ich bekomme eine Taschenlampe in die Hand gedrückt und den Hinweis, den Fischen und besonders den Haien nicht in die Augen zu leuchten, das mögen die nicht. Ja und dann bin ich im Wasser, Taucherbrille nach unten gerichtet und sehe im Schein der Taschenlampen dutzende Haie um das Boot herum schwimmen. Ganz kurz kommt sowas wie Panik auf, Ur-Instinkte schreien mich an, sofort aus dem Wasser raus !!! Aber ey, die Guides sagen da passiert schon nichts, also die werden schon wissen, was sie tun. Völlig abgefahrenes Erlebnis auf dem offenen Meer nachts im Wasser zwischen den Haien zu treiben. Da kommen doch sofort Szenen aus dem Film „Open Water“ ins Gedächtnis. Ich liebe es !

Im Großen und Ganzen ist die ganze Tour ein Knaller. Wir werden richtig gut bekocht, können im Prinzip ausschlafen, wenn wir wollen, haben insgesamt 11 Tauchgänge am Tag und an jedem Abend 1 Night Dive. Also insgesamt 13 mal ins Wasser. Wer dazwischen nicht isst oder in der Sonne liegt, kann es sich im Aufenthaltsraum gemütlich machen und mit den anderen Teilnehmern quatschen oder Bilder austauschen.

First to see the Sun:

Great Barrier Reef Sunrise

Tag 2 hat denselben Rhythmus; schnorcheln, essen, schnorcheln, essen, schnorcheln….

Great Barrier Reef Korallen

Great Barrier Reef Fish

Turtle:

Great Barrier Reef Turtle

Am letzten Tag haben wir auch nochmal 2 Tauchgänge. Dann fahren wir zurück nach Cairns. Unterwegs gibt es noch Mittagessen, wo sich die meissten ordentlich bedienen. Dann muss man nämlich heute kein Geld mehr für Essen ausgeben ! Satt, braungebrannt und zutiefst glücklich kommen wir am Nachmittag in Cairns an. 3 Minibusse nehmen uns auf und bringen uns zu unseren Hostels zurück. Abends haben sich noch einige von uns verabredet. Wir gehen auf ein Stein (eine Maß Bier) ins Bavarian Beerhouse, danach in die Pier Bar und zum Abschluss noch in den Club Woolshed zur Tropical Tuesday Party. Ziemlich gutes Ende einer super Schnorchel Tour am Great Barrier Reef. Ich muss es mir einfach immer wieder in Erinnerung rufen – ich war schnorcheln am Great Barrier Reef !!!

Mittwoch, 17.02.2016

Vor einer Woche war ich noch am Uluru. Heute wache ich in Cairns auf und es steht wieder eine Tour auf dem Programm.

Cape Tribulation Day Tour

Diese Tour hatte ich am Tag meiner Ankunft in Cairns an der Rezeption im Hostel gebucht. Ich hatte im Vorfeld nur gehört, dass am Cape Tribulation 2 Weltnaturerben aufeinander treffen; Der nördliche Tropische Regenwald von Queensland und das Great Barrier Reef. Das muss ich mir natürlich ansehen.

Cape Tribulation liegt im Daintree National Park und befindet sich etwa 140 km nördlich von Cairns und etwa 80 km nördlich von Port Douglas.

Das Programm der Tour sieht folgendes vor:

  • Mossman Gorge
  • „Welcome to Country“ Smoke Ceremony
  • Daintree River
  • Marrdja Boardwalk
  • Cape Tribulation
  • Alexandra Range Lookout
  • Port Douglas

Etwa um 7 Uhr werde ich vor dem Hostel eingesammelt. Auf der Fahrt nach Norden gibt es wunderschöne Ausblicke auf die Coral Sea. Im Bus sollte man also auf der rechten Seite sitzen. Wir kommen an der Mossman Gorge an und werden von einem Vertreter der Kuku Yalanji Aborigines zu einer Zeremonie erwartet. Der Rauch soll böse Geister vertreiben und die Zeremonie dient als Willkommen auf ihrem Land und dass wir die Erlaubnis haben, dieses zu betreten. Wer Lust hat, wird noch mit traditioneller Farbe bemalt. Danach machen wir eine kurze Wanderung zur eigentlichen Gorge, also der „Schlucht“.

Mossman Gorge

Hier gibt es die Möglichkeit, im kühlen Wasser der Berge zu schwimmen. Der Mossman River hat teilweise ordentlich Strömung, aber an einigen Plätzen, wo besonders viele Felsbrocken im Wasser liegen, bilden sich auch kleine Pools und da kann man super schwimmen. Leider wusste ich von dieser Chance nichts, daher habe ich weder Schwimmsachen noch Handtuch dabei.

Wieder im Bus überqueren wir per Fähre den Daintree River. Mit etwas Glück kann man Krokodile aus dem Busfenster sehen, eine Fahrt mit einem Boot auf dem Fluß werden wir leider nicht machen.

Daintree River Ferry

Als nächstes erreichen wir dann das Kap. Vor der Aussicht gibt es aber noch einen Spaziergang auf dem Marrdja Boardwalk, wo unser Guide/Fahrer uns den gesamten Tropischen Regenwald von Far North Queensland erklärt. Im Ernst, der weiß über jede einzelne Pflanze Bescheid, und auch über jedes Tier. Nach einer Weile prallen die Infos leider nur noch an mir ab, es ist einfach zu viel, um sich alles zu merken. Bei der Recherche für diesen Beitrag hier, kommen mir aber viele Dinge wieder in Erinnerung und ich lerne noch ein paar Neue dazu. Somit lohnt sich dieser Blogpost in mehrfacher Hinsicht !

011 Marrdja Boardwalk

Marrdja Boardwalk

Marrdja Boardwalk

Und dann ist es endlich soweit – Cape Tribulation:

Cape Tribulation

Ein atemberaubender Anblick meiner Meinung nach. Besonders wenn man bedenkt, dass diese Baumarten hier schon vor über 100 Millionen Jahren standen, als es noch den Kontinent Gondwana gab, also als Australien noch mit der Antarktis, Asien und Indien verbunden war.

Nächster Stop: Alexandra Range Lookout, von den Aboriginals „Walu Wugirriga“ genannt. Von hier oben hat man wieder eine spektakuläre Aussicht auf den großartigen Daintree River, sein Mündungsdelta und auf die Coral Sea.

Alexandra Range Lookout Walu Wugirriga

Auf dem Weg zurück nach Cairns halten wir kurz in Port Douglas. Ist ein netter Hafenort, für den man allerdings eine etwas dickere Reisekasse benötigt auf Dauer. Um 19:30 Uhr bin ich wieder im Hostel und bin völlig erledigt nach dieser Tour. Wahnsinnig schöne Natur heute gesehen und mit Infos zugeschmissen worden ohne Ende. Ich packe noch meinen Trolley bevor ich ins Bett falle und sofort weg bin…

Über den nächsten Tag gibt es nichts zu sagen – ausser:

7:30 Uhr steige ich gegenüber vom Hostel in einen Greyhound Bus nach Airlie Beach. Nach einer Stunde schwitzen sagt der Fahrer, dass die Klimaanlage defekt ist. Haben wir ja auch nicht selbst schon bemerkt ! Um 12 Uhr Stop für 40 Minuten Mittagspause. Wieder am Bus, jetzt mit neuem Fahrer, der über die defekte Klimaanlage flucht. Sitze insgesamt 10 Stunden in diesem Bus, bei 35 Grad draussen und wer weiß wieviel hier drinnen. In Airlie Beach angekommen steige ich direkt in das Shuttle von meinem Hostel um und bin 2 Minuten später schon im Backpackers by the Bay. Dieses Hostel habe ich gewählt, weil es am nächsten zur Greyhound Haltestelle liegt. Konnte ja nicht wissen, dass gerade andere Gäste des Hostels am Bus abgesetzt worden sind und ich somit nicht zu Fuß rüber laufen muss 🙂 Nach dem Einchecken mache ich beim Quiz Abend im Garten des Hostels mit. Gute Gelegenheit direkt nach der Ankunft schon neue Leute kennen zu lernen, die auch hier wohnen. Unser Team gewinnt auch direkt mal eine Flasche Champagner, die dann bis spät abends die Runde macht.

Freitag, 19.02.2016

Um 8 Uhr am Hafen von Airlie Beach ist Treffpunkt für die nächste Tour. Das Hostel-Shuttle setzt mich pünktlich um 8 da ab, läuft wie immer wunderbar. Nach einem kurzen Kennenlernen machen wir ein paar Bilder für die Betreiber und dann geht es schon los zum Liegeplatz…

3 Days 2 Nights Outer Reef Adventures Tour

Die MS Kiana ist ein 16,4 Meter langes Segelschiff, gebaut 1990. Sie ist ausgestattet für 14 Passagiere, 3 Crewmitglieder + 1 Captain. Tauch- und Schnorchelausrüstung ist natürlich mit im Preis, genau wie das sensationell leckere Essen. Ausserdem kann man kalte Getränke erwerben zum fairen Preis, Wasser ist natürlich umsonst. Eigenen Alkohol darf man nicht mit an Bord bringen, was auf den vielen Party-Booten anscheinend erlaubt ist. Auf diesem Schiff zum Glück nicht, somit ist zumindest sicher, dass es keine Partys bis spät in die Nacht gibt.

Whitsundays MS Kiana

Bevor wir ablegen, lernen wir noch den Besitzer der Kiana kennen, Greg. Der erklärt ein paar Verhaltensregeln und worauf wir achten sollen. Das Beste natürlich: Keine Schuhe an Bord !! Genau wie bei der Tour am Great Barrier Reef heisst das 3 Tage lang barfuß rumlaufen, was einfach nur herrlich ist. Die Schuhe werden in eine große Box geschmissen und ab sofort ignoriert. Und dann geht es auch schon los…

2 Stunden fahren wir Richtung Hook Island und haben dort unseren ersten Tauchgang. Hier sieht man stark die Auswirkungen der Korallenbleiche. Große Teile des Riffs sind grau und abgestorben. Teilweise aber bestimmt auch, weil das Wasser hier sehr flach ist. Wenn man sich an der Oberfläche schwimmend mal gerade aufrichtet, kommt man mit den Flossen schon unten gegen die Korallen. Ich bin schon extra vorsichtig, aber 2 mal passiert es mir auch. Will gar nicht dran denken, wie vielen Tausend anderen Touristen das ebenfalls passiert ist und noch passieren wird. Nach diesem ersten, etwas ernüchternden Ausflug ins Wasser fahren wir noch weiter raus Richtung Outer Reef. Am Sonntag soll es stürmisch werden, dann können wir da nicht hin, deswegen ändert unser Captain Gregg (nicht der Besitzer Greg) den Plan ein wenig.

Whitsunday sailing MS Kiana

Wir kommen früh genug am Outer Reef an und können noch mal ins Wasser. Auch hier begeistert mich, was ich sehe, nicht so sehr wie am Milln Reef bei Cairns. Dennoch kann man sich wohl kaum über schnorcheln in den Whitsundays beschweren und so genießen alle den Tauchgang. Abends gibt es super leckeres Essen, und zwar reichlich. Dazu eine Dose kaltes Bier aus der Bar und spaßige Unterhaltungen mit den anderen Gästen und der Crew. Alles tolle Leute, mit denen die gesamte Tour jetzt schon eine bleibende Erinnerung wird. Später wird es still an Bord, als die Sonne untergeht und alle draußen sitzen und zuschauen.

Whitsunday MS Kiana Sunset

Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück näher an die Hauptinsel Whitsunday Island ran. Bei mehreren Tauchgängen heute sehen wir auch viel mehr Fische und die Farben unter Wasser sind wieder etwas schöner anzuschauen. Einmal sehe ich aus nur 3-4 Metern Entfernung sogar einen Hai in der Nähe von Gregg´s Schlauchboot. Da bin ich ganz froh, dass er uns nicht aus den Augen lässt, wenn wir im Wasser sind. Andererseits war der Hai nicht länger als 1,50 Meter und auch von einem Moment auf den anderen wieder verschwunden.

Whitsunday Islands

Whitsunday Islands Snorkeling

Abends sitzen wir wieder an Deck und genießen den Sonnenuntergang. Da fällt mir noch ein Grund ein, warum ich mich für die Kiana entschieden habe; sie hat über dem hinteren Deck eine Überdachung !! Viele andere Schiffe, die von Airlie Beach aus starten, bieten an Deck keinen Schutz vor der Sonne. Ich bin zwar inzwischen schon gut braun für meine Verhältnisse, aber den ganzen Tag in der prallen Sonne möchte ich nicht liegen. Auf den anderen Schiffen würde das bedeuten, unter Deck zu gehen. Und wenn es da so stickig ist, wie bei uns unten…Ne, ich bin froh, dass ich auf der Kiana bin !

Letzter Tag der Whitsunday Tour

Gegen 8 Uhr morgens werden wir von Gregg an den Strand gefahren. Über einen kurzen Pfad durch den Wald erreichen wir einen Lookout, von wo man tolle Sicht hat auf Whitehaven Beach. Für den Weg reichen Flip Flops, da braucht man keine Schuhe. Aber auf jeden Fall was zu trinken und Sonnenschutz !

Whitsundays Whitehaven Beach

Whitehaven Beach ist unter vielen Backpackern ein absolutes Muss. Kurz nach uns kommen haufenweise Leute von den anderen Booten an, die in der selben Bucht wie wir geankert haben. Ich kann aber auch verstehen, dass man sich den Strand ansehen möchte. Er gilt als einer der weißesten Strände der Welt und hat den Preis als sauberster Strand in Queensland gewonnen. Der Sand hier ist so fein, er quietscht sogar wenn man drüber läuft. Außerdem könne man ihn als Zahnpasta und Haarshampoo benutzen. Nun, Zähne habe ich mir nicht damit geputzt, aber den Haaren ist er jedenfalls nicht schlecht bekommen. Wir streifen kreuz und quer über den Strand, entdecken ein paar Rochen und winzige Haie in der Lagune und am Ende liegen eigentlich alle im flachen Wasser und relaxen.

Whitsundays Whitehaven Beach

Zur Mittagszeit sammelt uns unser Guide Chris ein, wir müssen zurück zur Kiana. Kaum an Bord ziehen ein paar Wolken auf, die sich während der Fahrt zurück nach Airlie Beach immer mehr zusammen brauen. Nach einer Weile fängt starker Wind an, schon fast Sturm. Endlich, am letzten Tag der Tour, kann die Crew die Segel setzen und wir fahren mit Windkraft, nicht mit Motor. Bei den Wellen und dem krassen Wind müssen wir alle auf´s hintere Deck und uns gut festhalten. Teilweise kommt die Kiana in ziemliche Schräglage, was allen mega Spaß bereitet. Als es dann anfängt zu regnen wie aus Eimern, werden die Segel leider wieder eingeholt, ist aber wohl sicherer so. Auf dem Bild ist leider nur der Beginn des kleinen Sturms zu sehen, später war fotografieren nicht mehr möglich. Der blaue Himmel und das blau-türkise Meer sind komplett den Grautönen gewichen:

Whitsunday Islands MS Kiana Sailing

Und dann sind wir wieder in Airlie Beach, die Sonne scheint und alle sind wieder trocken. Wir haben schon vorher alle Kontaktdaten ausgetauscht, war eine super Gruppe und zu einigen habe ich heute noch Kontakt. Bevor wir von Bord gehen, machen wir noch ein Gruppenfoto.

Whitsunday MS Kiana Crew

Am Abend treffe ich mich nochmal mit ein paar Leuten, wir gehen im KC´s Känguru und Krokodil Steaks essen. Der nächste Tag ist unspektakulär. Ausschlafen (bin übrigens wieder im Backpackers by the Bay), Wäsche waschen, im Garten faulenzen, Paket packen mit Kram, den ich nicht mehr brauche. Spaziergang durch Airlie Beach, abends Spiele im Hostel mitmachen. Am Tag darauf nehme ich einen Shuttle Bus zum Flughafen Prosperpine und starte zu meinem letzten Ziel in Australien … Sydney !!!

Hier findet Ihr ein FLICKR Album vom Anbieter Whitsunday Sailing Adventures mit vielen Bildern unserer Tour.

Was ich in Sydney erlebe und wohin es als nächstes geht, lest Ihr im nächsten Bericht.

Bleibt dran und schaut bald wieder rein !

2 thoughts on “Weltreise 2016 – Great Barrier Reef, Australien

  1. Christina

    Hallo Schwerti,

    tolle Dinge hast du da erlebt. Darf ich dennoch fragen, warum du dir nur so wenig Zeit für Australien nimmst? Ich bin seit 7 Wochen in Queensland und mir fällt immer mehr auf, dass gerade die Orte, die nicht in jedem Reiseführer stehen besonders überraschend und atemberaubend sind. Deshalb frage ich mich immer, warum so viele hauptsächlich die teuren Attraktionen abklappern.

    LG Christina

    Reply
    1. Schwerti Post author

      Hi Christina,
      erstmal vielen Dank für Deinen netten Beitrag!
      Zu Deiner Frage: Ich konnte mir nur max. 3 Monate unbezahlten Urlaub nehmen. Das ist nicht viel, wenn man möglichst viel sehen und erleben will. Deswegen musste ich jedes meiner 3 Wunsch-Länder in einen Monat quetschen.
      Du hast natürlich Recht, die wirklich tollen Sachen, die vermutlich auch nicht so überlaufen sind, sieht man dann teilweise gar nicht. Aber ich habe mir schon vorgenommen, auf jeden Fall nochmal nach Australien zu kommen.
      14 Monate Work & Travel sind natürlich ne Hausnummer und man kann das ganz anders angehen. Das ist mir leider nicht vergönnt. Aber wie man an meinen Berichten vielleicht sieht, kehre ich auch immer wieder dahin zurück, wo es mir gut gefällt.
      Deine bisherigen Berichte sehen super aus, da werde ich mich demnächst mal reinlesen und bestimmt einiges auf die Down Under Bucketliste übernehmen 🙂 Wirst Du nach den 14 Monaten noch nach NZ gehen ?
      Liebe Grüße,
      Schwerti

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