Weltreise 2016 – Im Campervan nach Akaroa

By | 13. November 2016

Von der kleinen Hafenstadt Akaroa bis in die Actionmetropole Queenstown

Heute hole ich meinen Campervan bei Wendekreisen ab. Das Familienunternehmen wurde mir während meiner Reiseplanung, welche heute schon fast 1,5 Jahre zurück liegt, von jemandem empfohlen. Die Bewertungen sahen alle gut aus, und vor allem haben die ein Fahrzeug, welches mir auf Anhieb gefallen hat. Um es als deutscher Kunde besonders einfach zu haben, spricht man bei Wendekreisen auch Deutsch. Zumindest wird das auf der Homepage versprochen. Die eMails im Vorfeld von zu Hause aus wurden auch tatsächlich auf Deutsch ausgetauscht.

wendekreisen-campervan-vw-t5

Als ich am 29.02. in die Mietstation komme, mich ausweise und der Papierkram erledigt wird, spricht allerdings niemand Deutsch. Und schonmal vorab: Bei der Rückgabe des Campers spricht auch niemand Deutsch. Ist ja kein Problem, aber wenn ein deutscher Vermieter das auf der Startseite quasi verspricht, sollte mehr drin sein, als das Sicherheitsvideo auf deutsch abspielen zu können. Das Video habe ich mir übrigens lieber im O-Ton angehört, fand ich leichter verständlich.

Also, nachdem der Papierkram erledigt ist, bekomme ich eine Einweisung in das Fahrzeug. Alles total simpel, Fragen stellen schadet aber nicht. Ein paar Sachen könnten vielleicht hilfreich sein:

Campervan – Übergabe Tipps

  • Deutscher Führerschein reicht
  • Fahrzeugübergabe filmen, hilft später vielleicht weiter
  • Kratzer bzw. Mängel eintragen lassen
  • Möglichst nicht übermüdet am Anreisetag den Camper übernehmen
  • In aller Ruhe mit dem Fahrzeug vertraut machen
  • Beim Verlassen der Station erstmal den Verkehr beobachten – LINKSVERKEHR

Die Dame, die mir alles erklärt, ist total super. Geduldig alle Fragen doppelt beantwortet, super nett, gut gelaunt und ganz relaxed. Kiwi halt. Ich kann den Service bisher nur empfehlen, die guten Bewertungen sind definitiv verdient.

wendekreisen campervan info

Noch mehr Infos zum Fahrzeug, vor allem zur Ausstattung, gibt es hier.

Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu erwähnen. Das Fahrzeug ist in gutem Zustand, bei Problemen wird einem so schnell es geht geholfen. Der Rest ist jedem selbst überlassen.

Jetzt kann der Neuseeland Roadtrip 2016 also endlich beginnen !!

nz roadtrip map akaroa

Leider beginnt so ein Campervan-Roadtrip meistens eher unspektakulär. Nämlich mit der Fahrt zum Supermarkt. Ich steuere also den nächsten PAK´nSAVE an und fülle die leeren Schränke meines Campers mit Lebensmitteln und allem, was man sonst so braucht.

Hier habe ich ein paar Beispiele, was manche Lebensmittel in NZ kosten (Stand 03/16):

  • Großflasche Wasser 3 L – 2,19 NZ$ (1,45 EUR)
  • Coke Zero 1,5 L – 3,05 NZ$ (2,02 EUR)
  • Lipton Ice Tea Peach Zero 1,5 L – 3,29 NZ$ (2,18 EUR)
  • Premium Orangen Saft 2 L – 6,29 NZ$ (4,17 EUR)
  • Kellogg´s Special K 500g – 3,99 NZ$ (2,64 EUR)
  • Pastrami 200g – 4,19 NZ$ (2,77 EUR)
  • 10er Packung Sandwich Rolls – 3,99 NZ$ (2,64 EUR)
  • Margarine 500g – 4,00 NZ$ (2,65 EUR)
  • Karotten 200g – 0,60 NZ$ (0,40 EUR)
  • Bananen 927g – 3,24 NZ$ (2,15 EUR)
  • Äpfel 537g – 1,61 NZ$ (1,07 EUR)
  • Süßkartoffeln 375g – 1,12 NZ$ (0,74 EUR)
  • TimTam Original 200g – 2,99 NZ$ (1,98 EUR)

Akaroa

akaroa harbour

Jetzt geht der Roadtrip aber wirklich los. Bei meiner Reisevorbereitung ist mir Akaroa irgendwie hängen geblieben, vielleicht auf irgend einem Blog. Google Bildersuche, und schon war der kleine Ort auf der Banks Peninsula mit in die Route aufgenommen. Akaroa liegt etwa 85 km von Christchurch entfernt an einem Naturhafen und wird überragt von Hügeln, die nach mehreren Vulkanausbrüchen vor Millionen Jahren entstanden. Die größte Attraktion Akaroas ist der nur hier vorkommende Hector-Delfin, die kleinste Delfinart der Welt. Um die Tiere zu sehen, so denke ich mir, sollte ich eine Bootstour buchen. Zu meiner Verwunderung gibt es gar nicht so viele Anbieter, und die befinden sich am langen Bootssteg mit dem blauen Holzgebäude drauf, direkt im Zentrum des kleinen Örtchens.

Heute (es ist inzwischen Nachmittag) startet aber keine Tour mehr. Und sollte das Wetter morgen auch noch so sein wie jetzt, nämlich grau und wolkig, stellt sich erst gegen Mittag raus, ob Touren stattfinden. So habe ich den Nachmittag frei und spaziere ein wenig durch Akaroa. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf etwa 600 und dem Ort wird ein französischer Flair nachgesagt. Keine Ahnung, die Straßennamen klingen französisch auf den Schildern, wenn das der Flair ist, wow! Der einzige Campingplatz ist der Top 10 Holiday Park, auf dem ich mir bei Ankunft einen Stellplatz aussuchen konnte, da schon die Nebensaison läuft und das Wetter die nächsten Tage nicht so toll sein soll. Zurück in meinem Camper richte ich mich für die erste Nacht ein.

Akaroa New Zealand

Dienstag, 01.03.

Eigentlich wollte ich heute schon wieder auschecken und weiter fahren. Aber nicht ohne vorher Delfine gesehen zu haben! Morgens war der Himmel noch grau und ich dachte, es würde den ganzen Tag regnen. Doch hier quasi direkt am Meer ändert sich das Wetter schnell. Mittags gehe ich wieder runter zum Bootssteg. Das Wetter sieht sehr gut aus, also buche ich bei Black Cat Cruises eine 2-stündige Tour für 75 NZD (50 EUR). Gerade mal 20 Minuten bis es los geht. Die Wartezeit verbringe ich auf einer Bank neben dem Souvenirladen, mit Blick auf den kleinen Naturhafen. Plötzlich höre ich ein lautes Platschen und befürchte schon, dass einer der vielen asiatischen Touristen, die den Steg rauf und runter laufen, ins Wasser gestürzt ist. Als ich rüber schaue, staune ich nicht schlecht; da springt gerade einer der kleinen Hector-Delfine aus dem Wasser. Unter der Oberfläche kann man ihn noch einen Moment erkennen, doch da nun alle aufgeregt ihre Kameras hochreissen, taucht kein Delfin mehr auf.

Akaroa Harbour Nature Cruise

Um 13:30 Uhr geht’s los, die Black Cat verlässt den Hafen.

Akaroa Black Cat Harbour Cruise

Links taucht bald Onuku Marae auf, ein kleines Maori Dorf, bekannt für seine Kirche. Vom Wasser aus kann man aber nicht wirklich viel erkennen. Weiter geht es an den Felsklippen entlang, bis wir nach fast einer Stunde die sogenannte Cathedral Cave erreichen. An der Struktur der Felsen wird wieder deutlich, dass wir durch einen gefluteten Vulkankrater schippern.

Akaroa Black Cat Harbour Cruise Cathedral Cove

Dann kommen wir langsam dem Ausgang des langen Hafens, der wie ein Fjord erscheint, näher. Da draußen wartet der Pazifik. Auf dem Foto sieht es aus wie in einer Badewanne, aber als wir auf die andere Seite queren, kommen mächtig Wellen rein, die unseren Katamaran ordentlich durchschütteln. Der Seegang ist so heftig, dass ich die Hände nicht von der Reling nehmen kann, um Bilder zu machen. Daher hier ein Bild bevor wir umkehren:

Akaroa Black Cat Harbour Cruise

Unter Deck füllen sich blitzartig die bereitliegenden Spuck-Tüten. Da bleibe ich doch lieber oben an Deck, auch wenn es kalt und windig ist. Hier hat man eh die beste Aussicht, vor allem, als wir auf der anderen Seite des Hafens ankommen. Zwischen den Felsbrocken liegen ganz entspannt etliche New Zealand Fur Seals, zu deutsch Seebären.

Akaroa Black Cat Harbour Cruise Fur Seals

Auf dem Rückweg bemerke ich dann erst die riesige Felsklippe, an der wir auf dem Hinweg ganz nah vorbei gekommen sind. Ist mir deswegen vermutlich nicht aufgefallen. Aber jetzt, man ist das ein Brocken! Über den Lautsprecher bekommen wir die Info, dass diese Klippe mit 500 ft. (152 m) eine der größten in Neuseeland sein soll.

Akaroa Black Cat Harbour Cruise Cliff Face

Unterwegs zurück sehen wir dann erst ein paar Schwärme orange-farbenen Krill vorbei treiben, und kurz darauf die Hector-Delfine, die sich teilweise davon ernähren. Super, gleich zweimal heute Glück gehabt, die seltenen Tiere zu sehen. Nur noch etwa 2000 Exemplare soll es geben.

Pünktlich um 15:30 Uhr laufen wir wieder im Hafen ein. Fazit: Lohnt sich, unbedingt machen!! Die schroffen Felsklippen, das türkisfarbene Meer und die vielen Tiere sind so schön, man möchte eigentlich den ganzen Tag auf dem Wasser verbringen.

Nach dieser tollen Tour habe ich richtig Hunger. Praktischerweise gibt es auf dem Steg in Akaroa auch einen Fischer, der seinen frischen täglichen Fang zum Verkauf anbietet. Auf Wunsch auch direkt fertig zubereitet. Keine Ahnung, wann ich wieder so frische Fish & Chips bekommen kann, deswegen bestelle ich mir eine Portion und genieße sie auf einer Bank am Ende des Stegs mit einer fantastischen Aussicht auf die Hügel der Banks Peninsula.

Der nächste Tag beginnt wieder grau und bewölkt. In der Küche begegne ich anderen Deutschen, die heute ihr Wohnmobil in Christchurch abgeben und nach Hause fliegen. Während meinem Monat in Neuseeland werde ich noch einer Menge Deutschen begegnen, die meisten im mittleren Alter und als Pärchen im Wohnmobil unterwegs. Da ich eigentlich immer alleine an den Tischen in der Küche sitze, kann ich mir die Leute erstmal ansehen und hören, wo sie herkommen. Kurz gesagt: Ich knüpfe lieber Kontakt mit Leuten anderer Nationalitäten. Die sind irgendwie offener, machen lieber Smalltalk und kommen nicht mit den üblichen „wohin fährst du, wie lange, wieviel kostet dein camper, blabla“-Fragen.

Zum Milford Sound !?

Gegen 9 Uhr sind mein Camper und ich zum Aufbruch bereit. Ich will versuchen, so nah wie möglich heute zum Milford Sound zu fahren. Die ganze Strecke ist zu weit, aber bis nach Te Anau wäre schön. Tja, 5 Minuten nach dem Start, ich fahre gerade eine der kleinen Straßen der Banks Peninsula bergauf, geht im Display ein Lämpchen an. Eins mit Motorsymbol und einem Warndreieck! Nicht so gut, oder ? Ich fahre rechts ran….nein, links ran, ist ja Linksverkehr !! Im Handbuch kann ich zu dem Symbol nichts finden. Da meine Route mich aber sowieso grob an Christchurch vorbei führt, entscheide ich, nochmal in der Station von Wendekreisen vorbei zu fahren. Kurz vor Mittag komme ich da an, die prüfen das und meinen „it´s all good mate, just ignore it“. Okay, ignoriere ich halt das Warnsignal ab sofort.

Leider habe ich jetzt gut 2 Stunden verloren. Schon während der Wartezeit habe ich mir überlegt, heute nur noch bis Queenstown zu fahren und von da mal zu gucken, wie es weiter geht. Sind auch immerhin fast 500 km und locker 6 Stunden Fahrt.

Durch den Ashburton District ist die Fahrt ziemlich eintönig, da hauptsächlich flaches Weideland vorherrscht. Ab Geraldine wird es interessant, die Berge kommen näher und die kurvigen Straßen fordern mehr Aufmerksamkeit. Die Gegend kenne ich noch von meiner Neuseeland Tour 2013. Am Nachmittag halte ich am Lake Tekapo und mache eine Stunde Pause, um etwas zu essen, runter zum Seeufer zu gehen und in der Sonne zu dösen. Das Wetter heute hat sich richtig gut gedreht. War es heute morgen kühl und wolkig, ist es jetzt locker 20 Grad und der Himmel über dem See sagt wohl alles:

Lake Tekapo New Zealand

Jetzt, wo der Sommer in Neuseeland vorbei ist, liegt auf den Alpen überhaupt kein Schnee mehr; ganz anders als 2013, wo gerade der Frühling vorbei war. Es sind noch 3 Stunden bis Queenstown, jetzt muss ich mich ranhalten. Pausen gibt es keine mehr, hier komme ich eh bald wieder vorbei. Kurz nach 20 Uhr erreiche ich dann den Queenstown Holiday Park & Motel Creeksyde, wo ich damals schon übernachtet habe. Ein sehr schöner, gepflegter Platz etwas außerhalb der Stadt, aber das Zentrum lässt sich zu Fuß in 5-10 Minuten erreichen. 6 Nächte werde ich hier bleiben, die kosten mich auf einem Stellplatz mit Stromanschluß 348 NZD (230 EUR). Das zwickt zwar ganz schön in der Reisekasse, aber wie erwähnt, der Platz ist wirklich super schön. Und Queenstown ist nunmal meine absolute Lieblingsstadt, hier möchte ich einfach viel Zeit verbringen.

Wenn Ihr wissen wollt, wieso Queenstown so besonders ist, schaut bald wieder rein !!

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