Weltreise 2016 – Northern Territory, Australien

By | 1. Juli 2016

Von Bangkok kann man leider ohne Zwischenstop nicht nach Darwin, Australien kommen, daher nehme ich die beste Alternative. Am späten Mittwoch Nachmittag, 03. Februar, fliege ich mit Malaysia Airlines nach Kuala Lumpur, das dauert etwa 2 Stunden. Umsteigen sollte eigentlich 1,5 Stunden dauern, aber als ich in die Ankunftshalle komme, höre ich schon die Durchsage, dass mein Anschlussflug bereit ist zum Boarding. Also schnell das Gate raus suchen und los geht’s. Der Weg zu Fuß dauert fast 20 Minuten und als ich ankomme, startet gerade das Boarding. Schon sitze ich wieder im Flugzeug und fliege in 5 Stunden nach Darwin.

Warum ausgerechnet nach Darwin ?

Zum einen, weil ein Flug nach Sydney, Perth oder Cairns noch länger gedauert hätte. Und da ich es hasse zu fliegen, habe ich mir die schnellste Verbindung gesucht, die mich auf den Australischen Kontinent bringt. Das klappt ja bisher auch richtig gut. Zwar kann ich wie immer nicht schlafen, aber dafür unterhält der Australier neben mir mich mit lustigen Geschichten darüber, wie gefährlich es zu dieser Jahreszeit ist, in Darwin zu landen. Von der Landebahn gefegte Flugzeuge oder umgeleitete Flüge wegen Sturmwarnung seien keine Besonderheit. Nichts davon tritt heute morgen gegen 04:30 Uhr ein und ich lande sicher auf dem 2. Kontinent meiner Reise.

Damit komme ich zum anderen Grund, warum ich nach Darwin wollte. Schon als Kind habe ich mindestens 30 Mal Crocodile Dundee im TV gesehen, so wie jeder 9-jährige damals. Und da viele Szenen im Kakadu Nationalpark gedreht wurden, muss ich da natürlich hin.

Allzu lange hatte, während der Planung meiner Weltreise, die Suche nach einem Touranbieter nicht gedauert. Ich habe mich für „Kakadu 4WD Safari´s“ entschieden. Per eMail gab es im Vorfeld ein paar Mal sporadisch Kontakt wegen des Wo und Wie und Wann, und vor meinem Abflug hatte ich gar nichts mehr gehört. Daher weiß ich jetzt auch nicht, ob ich, wie damals abgesprochen, um 7 Uhr hier am Flughafen von Darwin abgeholt werde oder nicht. Ich vertreibe mir im Flughafen Cafe etwas die Zeit und um kurz vor Sieben nehme ich mir mein Gepäck und gehe nach draußen vor den Haupteingang.

Die schwüle Hitze ist wie eine Wand, gegen die ich völlig unvorbereitet stoße. Nicht mal 7 Uhr und schon so heiß und schwül ! Zum Glück bin ich bereits in kurzen Sachen unterwegs.

Und um das vorweg zu nehmen – ich werde den ganzen Februar über nicht ein Mal eine lange Hose tragen (den Taucheranzug zähle ich einfach mal nicht dazu), was einfach großartig ist, wenn ich an die Temperaturen in Deutschland gerade denke.

Fast auf die Minute pünktlich sehe ich einen großen, weißen Geländewagen mit Anhänger auf den Parkplatz fahren, mit einem Firmenlogo auf der Tür. Ich gehe dem Fahrer entgegen und er entpuppt sich tatsächlich als mein Guide Darren. Zu dem Zeitpunkt gehe ich noch davon aus, dass ich der einzige Gast auf dieser Tour bin. Zumindest hatte das Paul, der Chef von Kakadu4WD, per Mail so durchblicken lassen. Darren stellt aber gleich klar, dass wir los müssen, um noch ein paar andere Leute einzusammeln. Insgesamt sind wir am Ende 8 Teilnehmer plus Darren. Jetzt geht das Abenteuer Weltreise richtig los !

Kakadu 4WDSafaris

Top End

Das Top End umfasst den nördlichsten Teil des Nördlichen Territoriums, insgesamt immerhin 1/3 der Gesamtfläche. Der Großteil besteht aus dem Arnhem Land und dem angrenzenden Kakadu Nationalpark. Hier ist die Bevölkerungsdichte am geringsten in ganz Australien und die Natur bietet spektakuläre Landschaften sowie einzigartige Tiere und Pflanzen.

Die Entfernungen in ganz Australien sind unfassbar riesig. Selbst im verhältnismäßig „kleinen“ Top End. Die Fahrt in den 171 km östlich von Darwin gelegenen Kakadu Nationalpark dauert fast 3 Stunden, allerdings mit ein paar Tankstellen-Stops, wo wir Eis und kalte Getränke kaufen können. Wasser hat Darren jede Menge im Anhänger, allerdings schmelzen die Eiswürfel, die er an jeder Tankstelle nachfüllt, rasend schnell dahin. Schon unterwegs versorgt er uns nicht nur mit Verpflegung, sondern auch mit Infos über den Park. Wir haben aber auch genug Zeit, um uns alle kennen zu lernen und die ersten Traveller Fragen auszutauschen.

Die erste Attraktion der Tour befindet sich am Adelaide River. Hier gibt es eine Menge Anbieter für Bootstouren zu den berühmten springenden Krokodilen; Darren fährt mit uns zu Spectacular Jumping Crocodile Cruise, einem kleineren Unternehmen, aber dafür auch viel engagierter und persönlicher. Bevor wir an Bord eines der Boote gehen, haben wir noch die Chance uns eine riesige Würgeschlange um den Hals legen zu lassen. Ja ähm…ne Danke 😉

Auf dem Boot ist es dann während der Fahrt viel angenehmer, wir sitzen im Schatten, genießen den Fahrtwind und halten Ausschau nach „Crocs“, wie die Aussies ihre Krokodile nennen. Die im Adelaide River lebenden Leistenkrokodile sind die größten Krokodile der Welt. Männchen erreichen locker eine Länge von 5 Metern, Weibchen bleiben dagegen mit 3 Metern eher klein. Außerdem sind Leistenkrokodile die einzigen Crocs, die sowohl im Salzwasser als auch im Süßwasser leben können. Gut getarnt liegen sie oft im Schlamm auf Sandbänken oder am Flußufer, direkt an den Mündungen kleinerer Bäche und Flüße.

Adelaide River

Für unsere ungeübten Augen sind sie schwer zu finden, aber unsere „all women crew“ weiß genau, worauf sie achten muss. So finden wir schon nach 10-15 Minuten ein imposantes, über 5 Meter langes Krokodil. Da eines seiner Beine nur noch ein Stumpf ist, nennen die Guides ihn Stumpy. Stumpy ist ein 60-65 Jahre altes Salzwasser Krokodil und er wiegt ca. eine Tonne ! Er mag alt und riesig sein, aber er ist trotzdem verdammt schnell und agil. Allein mit der Kraft seines Schwanzes kann er sich einige Meter aus dem Wasser hieven, um an das Fleisch zu kommen. Stumpy ist angeblich eines der faulsten Crocs der Gegend; er weiß, dass die Boote mit Fleisch kommen und das ist einfacher zu haben als es selbst zu jagen. Er muss lediglich ein paar Mal aus dem Wasser springen, in das er mit dem Fleisch gelockt wird, und bekommt einen guten Happen.

Stumpy Adelaide River

Andere Krokodile im Adelaide River sind schon gefilmt worden, wie sie große Bullenhaie töten. Und ab und zu holen sie sich auch mal Angler oder Touristen weg. Das Geräusch, wenn etwas schweres aufs Wasser schlägt, zieht die Crocs magisch an. So dauert es nicht lange, bis sich ein Weibchen dazu gesellt, gerade als Stumpy belohnt wird und sich verzieht. Also vielleicht ein guter Tipp, wenn Ihr mal in einen Fluß mit Krokodilen fallt, nicht wie verrückt um sich schlagen, sondern ruhig zum Ufer schwimmen. Ich weiß, leicht gesagt 😉

Croc Adelaide River

Nach der Krokodil Fütterung werden noch ein paar White Bellied Sea Eagles angelockt, indem kleine Fleischstücke hoch in die Luft geworfen werden. Die Adler fliegen die ganze Zeit hoch oben um das Boot herum und wenn ein Stück Fleisch in der Luft ist, stürzen sie vom Himmel und fangen es aus der Luft. Die Guides werfen die Stücke meist so, dass die Vögel genau auf Augenhöhe mit uns sitzenden Gästen am Boot vorbei fliegen. Wunderschöne Tiere, toll zu beobachten und für mich leider unmöglich zu fotografieren. Nachdem jeder Vogel was bekommen hat, geht es zurück zur Basis. Für den Anfang war dieser 1-stündige Ausflug schonmal richtig gut. Nicht weit vom Adelaide River halten wir an einem Parkplatz und es gibt Tortilla Wraps für alle. Könnte ein gemütlicher Picknick-Platz sein, wären da nicht dutzende von Fliegen, die einem immer in die Augen und die Nase wollen.

Auch das kann ich schonmal vorweg nehmen; im Nördlichen Territorium leben zahllose Fliegen. Und da es teilweise extrem trocken ist, müssen auch die sehen, wo sie Wasser her bekommen. Deswegen versuchen sie, das Wasser aus Augen, Nase und Mund zu kriegen. Man, ich sag´ Euch, packt auf jeden Fall ein Mückennetz für den Kopf ein. Sieht zwar bescheuert aus, aber zumindest habt Ihr dadurch Eure Ruhe vor den Viechern !

Kakadu Entrance

Kakadu Nationalpark

Der Park ist mit 20.000 Quadratkilometern Fläche der größte des Landes und damit etwa halb so groß wie die Schweiz. Sein Name stammt anscheinend von „Gaagudju“ ab, der Sprache der Aborigines im nördlichen Teil des Parks. Oder vielmehr von jemandem, der es falsch ausgesprochen und trotzdem beibehalten hat. Wie auch immer, der Kakadu Nationalpark enthält neben den ältesten und umfangreichsten Felsmalereien der Welt auch noch große Wald- und Feuchtgebiete, subtropische Klimazone, seltene Tierarten und spektakuläre Aussichten von den Sandsteinfelsen des Hochplateaus. Genug Gründe, um von der UNESCO zum Weltkulturerbe und Weltnaturerbe ernannt zu werden. Es fasziniert mich, dass die Aborigines schon vor 50.000 Jahren auf dem Gebiet des Parks lebten. Und laut Wikipedia wurde eine Steinaxt gefunden und auf ein Alter von über 35.000 Jahren datiert. Wenn das mal nicht von einer langen Geschichte und umfangreichen Kultur zeugt, dann weiß ich auch nicht. Unser Guide Darren ist selbst Aborigine und hat eine Menge Wissen über die Kultur seiner Vorfahren, deren Geschichten, die nur mündlich überliefert wurden und er kennt sich mit der Natur des Landes mal richtig gut aus. Wir sind jedenfalls alle froh, dass wir ihn als Guide haben und löchern ihn auch ordentlich mit Fragen, die er nur zu gerne beantwortet.

An einem Roadhouse bekommen wir dann die Gewissheit, wir können nicht in den Süden des Parks fahren. Da ist alles überschwemmt und nicht passierbar. Immerhin ist Regenzeit, von Dezember bis März, also nicht ungewöhnlich, dass Teile des Kakadu gesperrt sind. Sehr schade, ich hatte mich sehr auf die Jim Jim Falls gefreut. Es wäre aber nicht nur gefährlich, weil das Wasser uns den Weg abschneiden und eventuell sogar wegspülen würde, sondern auch weil die Gefahr eines Krokodilangriffs bei höheren Wasserständen ebenfalls um einiges höher ist. 2002 wurde eine deutsche Touristin von einem Leistenkrokodil getötet. Durchschnittlich kommt es etwa zweimal im Jahr zu einem Krokodilangriff. Wir wollen definitiv nicht zu einer Zahl in dieser Statistik werden, also fährt Darren mit uns nicht den ganzen Weg nach Süden, sondern nur bis Nourlangie.

Nourlangie Rock ist ein Felsmassiv aus Sandstein und ist Teil des Arnhem Land. Dieses Hochplateau wird auch einfach Stone Country genannt. Es liegt auf dem Weg von Jabiru nach Cooinda am Kakadu Highway und ist nicht zu übersehen, da es mit Schildern beworben wird. Nourlangie ist nämlich für tausende von Jahren Heimat bzw. Unterschlupf für Aborigines gewesen. In den Höhlen und unter den überhängenden Felsen haben die Menschen Zuflucht vor dem Wetter gefunden. Der Ort ist besonders interessant wegen der Felsmalereien, die wir während einer Wanderung von Darren erklärt bekommen. Es gibt einen 1,5 km langen angelegten Rundweg, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Die Malereien am Anbangbang Shelter sind 1964 das letzte Mal von einem Aboriginal namens Barramundi Charlie aufgefrischt worden. Seitdem wird durch das Anbringen von Silikon-Streifen an den Felskanten verhindert, dass Wasser über die Malereien läuft und diese dadurch beschädigt werden.

Die Felswände zeigen viele Tierarten, manche sind schon lange ausgestorben, andere noch nicht:

Nourlangie

Ausserdem werden Zeremonien, Tänze, Jagdszenen und ganze Geschichten gezeigt. Zum Beispiel von Göttern und Wesen, die die Welt erschufen. Es geht dabei um spirituelle Vorfahren und ich gebe zu, dass ich nicht alles verstanden habe. Aber zum Beispiel gibt es da Namarrgon (rechts):

Nourlangie Namarrgon

Die Linien, die Hände und Füße miteinander verbinden, stellen einen Blitz dar. Namarrgon ist „the Lightning Man“. Er bringt Gewitter und Stürme, wenn die Regenzeit beginnt und mit den Steinäxten an seinen Knien und Ellbogen erzeugt er den Donner. Die eigentlichen Blitze sind seine Kinder, Aljurr (was kleine Blitze bedeutet). Aljurr haben aber auch noch eine andere Form, nämlich die von orange-blauen Leichhardt´s Grashüpfern. Die tauchen nämlich immer kurz vor Beginn der Sturmsaison auf und suchen nach Namarrgon. Wenn die Aborigine diese Grashüpfer sehen, wissen sie, dass es Zeit ist, sich einen Unterschlupf zu suchen.

Das ist natürlich für uns Europäer schwer nachvollziehbar und wirklich sehr spirituell. Es gibt auch Wandmalereien, die Geschichten erzählen, die nicht jeder wissen darf. Andere sind heilig und dürfen nicht mal gesehen werden. Die Aboriginal Kultur ist auf jeden Fall sehr komplex und ich muss leider sagen, dass ich keinen Bezug dazu aufbauen kann. Es ist interessant für mich, weil das alles so unglaublich alt und dennoch überliefert ist, aber an spirituelle Wesen, die auf ihrer Reise die Landschaft geformt haben, kann ich einfach nicht glauben.

Zum Glück ist Darren ein lockerer Typ und streut auch immer mal wieder ein paar Gags ein, die diese Tour total angenehm und kurzweilig machen. Er hat zB. eine Story auf Lager, die anderen aus der Gruppe kannten die glaube ich noch nicht, Crocodile Dundee – Seher vermutlich schon:

„They caught a huge crocodile three weeks ago, cut it open and you know what they found inside it? Three fillipino fishermen. Still in their boat!“

Nach den Felsmalereien folgen wir einem Pfad rauf auf das Hochplateau. Von hier oben hat man einen unglaublichen Blick auf das Arnhem Land. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass es so grün in Australien sein kann. Aber hier oben im tropischen Norden wachsen Bäume und Mangroven ohne Ende.

Nourlangie

Nourlangie

Zufällig sehen wir auch ein junges Wallaroo. Das ist schon echt klasse, denn das Schwarze Bergkänguru ist super selten und kaum erforscht. Es gehört zur Familie der Kängurus und ist das kleinste und seltenste Bergkänguru. Es lebt ausschließlich hier im Arnhemland/Kakadu Nationalpark und galt bereits als ausgestorben, weil es Jahrzehnte nicht gesehen wurde. Wir haben also wirklich riesiges Glück !

Wallaroo Bergkänguru

Zurück am Auto gibt es wieder ordentlich Wasser und Obst aus der Kühlbox. Es ist schon spät Nachmittags, also machen wir uns auf den Weg zu einer anderen Stelle, die Darren uns unbedingt noch zeigen möchte. Auf dem Weg dort hin fängt es an zu regnen, wir fahren aber trotzdem weiter. Irgendwann erreichen wir einen Punkt, wo es dann leider doch einfach keinen Sinn mehr macht, noch weiter zu fahren. Der Wagen würde das zwar schaffen, aber die Wege für Touristen sind überschwemmt und wir könnten so nicht ans Ziel kommen.

Kakadu Nationalpark

Wohl oder übel drehen wir um und fahren zu unserer Unterkunft. Obwohl ich mir vorgenommen habe, Notizen zu machen, kann ich einfach nicht sagen, wo wir heute übernachten. Es ist eine relativ kleine Anlage mit einem Roadhouse (also Tankstelle/Kiosk/Kneipe). Hinten durch gibt es ein großes Gebäude mit Duschen und Toiletten und drum herum kleine Hütten mit 3 Etagenbetten drin. Das ist ok, hauptsache die Klimaanlage läuft. Während wir duschen und die Betten fertig machen, fängt Darren schon an in der Roadhouse-Küche für uns zu kochen. Wir finden uns ganz natürlich alle an der Bar wieder und probieren uns durch die verschiedenen Biersorten. Dazu gibt es dann Nudeln mit Känguru-Chili-Sauce, super lecker. Draußen schüttet es inzwischen richtig heftig, wir können also nicht in den Pool, aber es gibt einen Billardtisch neben der Bar. Gegen 23 Uhr wird es Zeit, den Tag zu beenden. Wir drei Jungs schlafen in einer der Hütten, die Frauen in einer anderen, und wo Darren schläft weiß niemand. Nachdem wir alle Eidechsen und größeren Insekten vertrieben haben schlummern alle schnell weg…

Nur um am nächsten morgen kurz vor 7 Uhr von Darren aus dem Bett geschmissen zu werden. Dem geht’s gut, der hat ja auch gestern kein einziges Bier getrunken. Nach einem ordentlichen Frühstück aus Pancakes, PBJ-Sandwiches und Obst geht es wieder los. Übrigens dieses Vegemite ist widerlich und ekelhaft und ich werde es niemals wieder im Leben essen !

Erster Stop heute ist das Warradjan Aboriginal Cultural Centre. Hier lernt man mehr über die Kultur der Aborigines in einer sehr schönen Ausstellung von Artefakten, Werkzeugen, Zeichnungen, Fotos und Videos. Ich bin echt kein Museumsmensch, aber diese Ausstellung gefällt mir sehr gut. Noch viel mehr Infos bekommt Ihr auf der Seite von Kakadu Tourism !

Als wir wieder draußen sind, ist es schon 10-11 Uhr und es ist super heiß, sogar im Schatten. Schnell geht’s zum Auto, der Fahrtwind kühlt aber eigentlich nicht wirklich.

Wir stoppen gelegentlich, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Oder wenn Darren uns etwas zeigen möchte. Wie zum Beispiel 4-5 Meter hohe Termiten Hügel, die aus Erde, Pflanzenfasern und Speichel der Tiere bestehen und dadurch extrem hart und uralt werden können. Im Inneren lebt meist nur ein fruchtbares Weibchen, die Termitenkönigin, welches wohl ziemlich beliebt sein dürfte bei den tausenden männlichen Termiten.

Termite Mound Termitenhügel

Termite Mound Termitenhügel

Letztes Ziel dieser Tour heißt Gubara Pools. Am Parkplatz steht ein Schild – 3 KLMS. Ob es wirklich 3 Kilometer sind bis zu den Pools, kann ich nicht sagen. Wir packen jedenfalls ordentlich Wasser ein, außerdem Mittagessen und Handtücher. Es heißt auch, der Weg würde 2 Stunden pro Richtung dauern. Wir brauchen bis zu dem Wasserfall, an den Darren uns bringen will, etwa 1 Stunde. Vielleicht sind die wirklichen Pools ja noch viel weiter weg, keine Ahnung. Da aber überall zu viel Wasser steht, sollte man dieses Schild hier nicht auf die leichte Schulter nehmen:

Crocodile Danger

Vorsicht ! Hier leben Krokodile. Angriffe führen zu Verletzungen oder Tod. Geh nicht ins Wasser. Halt Dich vom Wasser fern.

Natürlich gehe ich nicht wie die anderen links um das Schild rum, sondern auf dem Weg mitten durch´s Wasser. In der Hitze trocknen die Schuhe sowieso in Minuten. Ja, Schuhe. Darren hat extra gesagt wir sollen unsere Schuhe anziehen, weil wir über Felsen klettern und durch Busch müssen. Er selber geht natürlich wie immer barfuß. Und er hat mir versichert, dass es absolut safe ist, durch das Wasser hier zu gehen. Wenn Darren das sagt werde ich nicht daran zweifeln und spare mir die Umwege um die großen Pfützen und Bäche überall. Unterwegs kommen wir durch richtigen Wald und an wundervollen Sandsteinformationen vorbei.

Gubara Pools Walk

Wie schon erwähnt, es dauert ca. 1 Stunde zum Wasserfall und den Pools. Aber es ist halt zu viel Wasser überall. Darren ist der Meinung, dass das Risiko zu groß ist, hier unten unter den Wasserfällen schwimmen zu gehen. Oberhalb gäbe es auch genug Becken und vor allem wäre dort das Risiko, auf Crocs zu treffen gleich Null. Ist schade, unter dem Wasserfall wäre ich gerne geschwommen:

Gubara Pools

Oben angekommen ist der Dämpfer sofort vergessen. Hier oben scheint die Sonne, die Bäume schirmen nicht alles Licht ab und die kleinen Pools, die der Fluß hier gebildet hat, betteln förmlich darum, dass wir rein springen. Das dauert keine 2 Minuten, da sitzen wir alle schon in den herrlich lauwarmen Becken und relaxen. Darren bereitet im Schatten unter ein paar Bäumen Salat und Sandwiches für uns vor. Es ist einfach nur großartig hier. Der stressige Alltag, dem ich ja erst seit ein paar Tagen entkommen bin, ist schon fast nur noch eine blasse Erinnerung. Es gibt so viel schönere Dinge, als nur Arbeiten, Konsumieren, Schlafen, Arbeiten….auf dieser Tour habe ich völlig unerwartet ein paar richtige Freunde kennengelernt, Einblick in eine mir fremde Kultur erhalten und ich bin mitten in einer wunderschönen Natur und kann entspannen !

Gubara Pools

Doch leider geht auch die schönste Zeit mal zu Ende. Am Nachmittag müssen wir zusammen packen und zurück zum Auto gehen. Mein Vorschlag, dass Darren in die nächste Stadt fährt, um Essen und 1-2 Zelte zu besorgen, damit wir noch ein paar Tage bleiben können, kommt bei allen gut an. Nur nicht bei Darren, merkwürdigerweise. Und so machen wir uns auf den Rückweg nach Darwin. Wir sind alle Touristen, das macht es einfach – fast alle Hostels befinden sich auf der Hauptstraße von Darwins Innenstadt. Nur, entweder Darren oder ich passen nicht richtig auf. Jedenfalls stehe ich mit meinem Gepäck nicht vor dem Darwin YHA, in dem ich bereits 2 Übernachtungen gebucht und bezahlt habe. Ich stehe vor dem Youth Shack, welches wegen Renovierung geschlossen ist. An der Tür hängt ein Zettel, man soll zum Chilli´s Hostel ein paar Meter weiter kommen. Im Glauben, dass das ein Partner vom YHA ist, ziehe ich da ein. Sind ja nur 2 Nächte. Ich bringe meinen Kram in mein Dorm Room und lerne gleich mal 3 ziemlich entspannte australische Fischer kennen. Die Mehrheit unserer Tourteilnehmer trifft sich gegenüber im Hostel auf ein paar Bier und dann gehen wir noch bis spät in die Nacht in einem Club feiern, wo wir sogar noch Darren über den Weg laufen.

Am nächsten morgen stehe ich mit Kater auf, schleppe mich auf die Terrasse, wo es gratis Frühstück gibt, esse und trinke etwas und gehe wieder zurück ins Bett. Erst gegen Nachmittag komme ich wieder raus, Zeit ein wenig Nahrung zu kaufen, Wäsche zu waschen und einen Plan für die kommenden Wochen in Australien zu machen. Dazu gehe ich auf der anderen Straßenseite ins „Peterpans“ , da gibt es Free Wifi und Klimaanlage. Nach 1-2 Stunden recherchieren buche ich eine Schnorcheltour in Cairns. Bis dahin hatte ich ja schon von zu Hause alles gebucht. Als ich wieder raus komme, laufen mir zwei der Frauen von der Tour gestern über den Weg und wir verabreden uns für später auf ein paar Beer Jugs. Bis dahin spaziere ich noch etwas an der Hafenstraße entlang. Abends wieder feiern gehen. Diesmal aber nicht so wie gestern, morgen muss ich zum Flughafen und nach Alice Springs fliegen.

Die ersten Tage in Australien sind also schon vorbei. Der Kakadu Nationalpark war wunderschön und ich hatte eine super Zeit mit einer super Gruppe. Das Backpacker-Leben ist bis jetzt noch nicht so mein Fall; tagsüber schlafen und abhängen um abends richtig abzufeiern. Ich sehne mich schon wieder zurück in den Busch, in die Natur unter der strahlenden Sonne und mit einem Ziel vor Augen, dass man aber nicht wirklich sehen kann. Ich brauche mehr Abenteuer !!!

Kakadu Highway

Und mehr Abenteuer gibt es im nächsten Bericht, also schaut bald wieder rein !

Habt Ihr Tipps und Vorschläge, was man in Australien unbedingt machen oder sehen sollte ?

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