Weltreise 2016 – Red Centre, Australien

By | 29. Juli 2016

Das Red Centre ist die rote Halbwüste im Zentrum des australischen Kontinents. Es befindet sich im Outback des Northern Territory. Alice Springs ist sowas wie die Hauptstadt des Red Centre, hier kommt jeder durch, der ins Outback möchte. Der Flughafen wird von allen australischen Flughäfen angeflogen, aber nicht international. Ausserdem kann man mit dem Ghan nach Alice Springs fahren, oder Auto/Bus nehmen und über den Stuart Highway fahren. Der Flug von Darwin ins 1500 km entfernte Alice Springs hat 2 Stunden gedauert. Was ich an Australien bisher sehr mag, ist die Organisation. Immer wenn ich aus dem Flughafen komme, oder zum Flughafen hin möchte, stehen schon Shuttle Busse bereit. Man muss nur noch ein Ticket für kleines Geld beim Fahrer kaufen und die Unterkunft angeben. Dann lehnt man sich zurück und nach einem Dutzend Stops an allen Arten von Hotels und Hostels, wo andere Fahrgäste rausgelassen werden, steht man dann selber endlich vor der eigenen Herberge. Ich komme am Nachmittag im Alice´s Secret an. Der Manager Seb spricht deutsch und seine Vertretung im Büro auch, für mich also gleich ein entspannter Empfang. Die beiden sind auch wirklich super nett, relaxed und hilfsbereit. Dazu ist dieses Hostel ein absoluter Knaller. Etwas abseits gelegen, dafür aber auch ruhig und sauber und mit sehr vielen liebevollen Details ausgestattet. Zurecht ist Alice´s Secret die Nr. 1 bei Tripadvisor.

Gut, mein Bett steht mit zwei weiteren Betten hinten im Garten in einem ausgedienten Wohnwagenanhänger. Das ist eine witzige Idee und hat irgendwie auch viel Charme, aber die Hitze staut sich in dem kleinen Raum extrem. Deswegen läuft ab dem Abend die Klimaanlage; die trocknet mir allerdings ruck-zuck die Schleimhäute aus, sodass ich dauernd Wasser trinken muss und am nächsten Tag eine ganz leichte Erkältung habe. Wenn das überhaupt zählt, ist es der einzige Minuspunkt für dieses super Hostel.

Alice Springs

Noch am selben Abend gehe ich ins Stadtzentrum. Es ist fast 40 Grad und ich bin klitschnass, als ich in der Todd Mall ankomme. Hier freue ich mich aber über die Klimaanlagen. Alice Springs macht einen freundlichen, sauberen Eindruck. Erst später erfahre ich, dass die Kriminalität in Alice so hoch ist, dass das Auswärtige Amt sogar darauf hinweist, besonders nach Sonnenuntergang sollte man aufpassen. Aber das gilt ja wohl für überall.

Die Stadt entstand 1872 während des Baus einer Telegrafenleitung von Süd- nach Nordaustralien und zählt heute mehr als 24.000 Einwohner.

In der Todd Mall kann man so ziemlich alles kaufen, was man braucht. Ich brauche aber nur was zu essen für heute und morgen, denn Übermorgen beginnt schon die nächste Tour. Mit den Einkäufen mache ich mich auf den Rückweg ins Hostel. Es ist schon dunkel und ich mache mir keine Sorgen über Kriminalität, sondern darüber, dass ich im dunkeln aus versehen auf irgendwas giftiges treten könnte.

Am nächsten morgen lerne ich in der Küche ein paar andere Gäste und auch weitere Angestellte kennen. Junge Leute, die hier eine Art Ferienjob machen und Geld sparen für ihre weiteren Reisen durch Australien. Zusammen schauen wir uns nach dem Frühstück den Superbowl 50 an. Die Denver Broncos gewinnen gegen die Carolina Panthers mit 24:10. Nach dem Spiel hänge ich etwas im Garten ab, plansche eine Runde im Pool und 1 Stunde vor Sonnenuntergang gehe ich nochmal in die Stadt, genauer gesagt zum Anzac Hill. Anzac steht für „Australian and New Zealand Army Corps“, einer Truppe während des Ersten Weltkriegs. Auf dem Anzac Hill steht ein Denkmal, vor allem aber bietet er eine tolle Aussicht auf die Stadt und die MacDonnell Ranges.

Anzac Hill Alice Springs

Anzac Hill MacDonnell Ranges

Nachdem die Sonne hinter der Bergkette verschwunden ist, mache ich mich auf den Rückweg zum Hostel. Abends ist in Alice Springs tote Hose, oder ich bin in der falschen Gegend. Könnte aber eh nicht all zu lange machen, morgen früh muss ich um 5:45 Uhr vor dem Eingangstor stehen.

3 Day Rock Trip

Diese Tour hatte ich schon von Deutschland aus zusammen mit dem Hostel gebucht. Seb hat sich um alles gekümmert ! Der Bus von Mulgas Adventures kommt ein paar Minuten zu spät, aber egal, das ist Australien und ich hab Urlaub. Bin der erste im Bus und kann so den Guide schonmal kennen lernen. Ryo ist cool und easy going, so wie alle Australier, die ich bisher getroffen habe. Wir fahren echt kreuz und quer durch die Stadt, bis wir alle eingesammelt haben. Es ist locker schon 8 Uhr, bevor wir aus Alice Springs raus sind. So langsam frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, einen zentralen Sammelpunkt auszumachen, anstatt wirklich jeden vor der Haustüre abzuholen.

Erster Stop ist an einer Kamel-Farm. Hier bekommen wir Coupons in die Hand gedrückt, womit man 5 Minuten auf einem Kamel sitzen kann und von einem „Dompteur“ geführt wird. Ziemlich albern das ganze. Aber ich kann ein kleines Kind mit meinem Coupon glücklich machen, dessen Eltern das Geld nicht ausgeben wollten. Ob ich meinen Gutschein nutze oder nicht, er ist mit im Paketpreis, und bevor ich das verfallen lasse, gebe ich es lieber jemandem, dem es bestimmt noch Spaß macht. Bis wir wieder im Bus sitzen, ist es schon fast Mittagszeit, also richtig schön heiß 🙂 Wir fahren Richtung Uluru und halten dann an einem Roadhouse, wo es Sandwiches, Salat und Obst für alle gibt.

Die Gruppe besteht übrigens aus 20 Teilnehmern plus unserem Guide Ryo. Manche sind auch noch zu zweit unterwegs und bleiben die ganze Zeit unter sich, was natürlich bei einer Gruppentour etwas schade ist. Mit den meißten habe ich aber viel Spaß auf der 5,5 Stunden Fahrt von Alice Springs nach Yulara. Yulara ist nicht mehr als eine Touristensiedlung. Hier gibt es Resorts, Hotels, Campingplätze, halt für jedes Budget etwas zum übernachten. Wir laden am Campingplatz unsere Rucksäcke in einem großen abschließbaren Pavillon ab, füllen unsere Wasserflaschen nach und machen uns auf den Weg zum 20 km entfernten Uluru. An einem Cultural Centre gibt es Informationen über die Flora und Fauna und die Aborigines des Red Centre. Die Mittagshitze ist noch nicht ganz vorbei, da machen wir uns auf den Weg, der den Uluru komplett umrundet. Hier sollte man Sonnenschutz und Fliegennetz unbedingt dabei haben !

Uluru

Uluru Base Ayers Rock

Der Uluru ist besser bekannt unter dem Namen Ayers Rock. Diese Bezeichnung wird allerdings immer seltener benutzt, denn nachdem 1985 der Generalgouverneur den Anangu-Aborigines die Eigentumsurkunde übergab, wurde der Inselberg offiziell in Uluru umbenannt. Die Anangu leben seit über 10.000 Jahren im Gebiet des Uluru und ihre Felsmalereien, die wir unterwegs anschauen, erzählen die Entstehungsgeschichte, die sogenannte Traumzeit. Die Fotos, die man vom Uluru kennt, sind meist aus großer Entfernung aufgenommen. Auf ihnen erkennt man nicht, wie viele Höhlen und Risse der Berg aufweist. In diesen Höhlen suchten die Menschen Zuflucht und hinterließen ihre Malereien. Wir suchen in einigen davon vor allem Schutz vor der Sonne, es ist immerhin 40 Grad. Ryo hat eine Menge Geschichten und Informationen für uns parat und er achtet gleichzeitig darauf, dass jeder genug Wasser trinkt.

Uluru Base Ayers Rock

Auf dem Uluru Base Walk kommen wir an unterschiedlichen Höhlen vorbei. Einige dürfen von Frauen nicht gesehen werden, andere darf man nicht fotografieren und über wieder andere darf nicht gesprochen werden. Wie ich schon in meinem 1. Australien Bericht erwähnte, ist die Aboriginal Kultur sehr komplex und schwer zu verstehen, für mich jedenfalls. Was ich aber bestätigen kann; der Uluru hat vom Boden aus eine Höhe von ca. 350 Metern, ist 3 km lang und bis zu 2 km breit. Der Handlauf, der für Besteiger des Bergs angebracht wurde, ist übrigens auf den ersten Metern zerstört worden. Ryo meint, man wisse nicht, wer dafür verantwortlich ist, aber das wäre ganz im Sinne der Anangu. Diese wollen nämlich nicht, dass man ihren heiligen Berg besteigt. Ich bin der Meinung, dass man diesen Wunsch respektieren sollte. Außerdem kann ich mir nicht erklären, wieso man bei dieser extremen Hitze den steilen Aufstieg freiwillig auf sich nehmen sollte. Vermutlich ist eben diese ermüdende Hitze ein Grund, weshalb es bis 2010 35 Todesopfer unter Uluru-Besteigern gab. Da bevorzuge ich auf jeden Fall die schöne Aussicht der Sunset Viewing Area. Hier gibt es Sekt (gratis) oder kaltes Bier (1,50 Dollar) um die Zeit bis zum Sonnenuntergang rumzukriegen. Noch ist es nämlich ziemlich hell:

Uluru Sunset

Aber es ist auf jeden Fall gut, dass wir nicht den kompletten Base Walk gemacht haben. So sind wir früh genug hier, um ungestört ein paar Bilder zu machen, bevor die Horden kommen. Die Sonne sinkt sehr schnell und im gleichen Tempo erscheinen immer mehr Touristenbusse. Bald ist es kaum noch möglich, ein Foto zu bekommen, ohne dass jemand im Weg steht. Bevor es zu dunkel wird, springen wir alle in den Bus und fahren zum Yulara Campground. Hier erweist sich Ryo endgültig als Alleskönner. Nicht nur, dass er als Guide mit Leidenschaft und Engagement seine Gruppe durch das Land führt, er ist auch noch Koch, Musiker und Komiker. Während wir duschen und dann die beiden großen Esstische vorbereiten, hat er schon das Abendessen für 20 Leute fertig gemacht. Wir sitzen also alle zusammen, futtern Kamel-Burger und rekapitulieren den ersten Tag der Tour.

Uluru Sunset

Danach ist es komplett dunkel, bis auf eine Straßenlaterne, die am anderen Ende vom Campingplatz ein bisschen Licht spendet. Jetzt schnappt sich jeder einen Swag und sucht sich draußen neben dem Pavillon einen guten Platz. Diese Swags sind im Prinzip dicke Schlafsäcke, für draußen geeignet, die man komplett schließen kann. Aber bei gefühlt 30 Grad nachts bleibt mein Swag definitiv offen. So krabbelt zwar die ein oder andere Ameise rein, aber es ist angenehm. Und das Gefühl im Freien unter den Sternen zu schlafen entschädigt für ein bisschen Komfortverzicht. So gut wie keine Lichtverschmutzung in der Gegend, ich habe noch nie so viele Sterne gesehen und die Milchstraße so klar schon gar nicht. Keine Ahnung, wie lange ich in den Nachthimmel starre, schlafen will ich jetzt auf keinen Fall. Irgendwann fallen dann aber doch die Augen zu…

Mittwoch, 10.02.2016

Es ist 4:30 Uhr und stockdunkel, als uns Ryo´s Didgeridoo aufweckt. Wer im Urlaub Probleme hat, so früh aufzustehen, sollte sich diese Tour gut überlegen. Man muss einfach so früh raus, weil es mittags schon so heiß ist, da sollte man die anstrengendsten Sachen schon erledigt haben. Nach so einer kurzen Nacht sind alle ziemlich langsam heute morgen, aber Ryo macht Tempo und die meißten ziehen mit. 5:30 Uhr fahren wir los und sind die 2. Gruppe an der Sunrise Viewing Area.

Gerade, als wir uns Plätze auf der Plattform gesichert haben, kommen nochmal ca. 3 Busladungen an und es wird richtig voll. Also, wenn Ihr zu dieser Plattform fahrt für den Sonnenaufgang, dann sichert Euch einen Platz und bleibt da. Ich bin ein bisschen rumgelaufen, weil man von hier auch Kata Tjuta sehen kann. Als ich zu meinem Platz zurück will, stehen da schon 5 Leute mit fetten Tripods und die versuchen gar nicht erst, mir etwas Platz zu machen. So muss ich notgedrungen auf die Absperrung klettern, um über die anderen hinweg zu fotografieren:

Uluru Sunrise

Wie gerade erwähnt, von hier aus sieht man auch Kata Tjuta:

Kata Tjuta Sunrise

Kata Tjuta

30 km vom Uluru entfernt steht eine Gruppe von 36 Bergen, die von Entdecker Ernest Giles 1872 auf den Namen „Die Olgas“ getauft wurden, nach der Königin Olga von Württemberg. 2002 wurde der Name Kata Tjuta/Mount Olga festgelegt. Der Name bedeutet „viele Köpfe“ und passt ganz gut, wenn man die Felsen aus der Ferne betrachtet. Mit ca. 550 Millionen Jahren ist Kata Tjuta etwa gleich alt wie Uluru und befindet sich ebenfalls im Besitz der Anangu Aborigines. Der höchste der 36 Felsen ist ab dem Erdboden 564 Meter hoch und heißt Mount Olga.

Kata Tjuta

Durch diese Felsen führt natürlich auch ein Wanderweg, und zwar durch das Valley of the Winds.

Wir sind gegen 9 Uhr schon ein gutes Stück unterwegs. Der gesamte Weg ist so ca. 7 km lang. Nach 1 km kommt man zu Aussichtspunkt 1, Karu Lookout genannt. Zum 2. Aussichtspunkt Karingana sind es dann nochmal so 5,5 km. Man sollte unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen, weil es keine sichere Trinkwasserquelle unterwegs gibt. Außerdem, wenn es über 36 Grad heiß ist, wird der komplette Weg gesperrt. Während wir so wandern, kratzt das Thermometer bereits an dieser Marke. Wir gehen bis zu einem sehr schönen Lookout, ich glaube es ist der Karingana, ruhen uns hier eine Weile aus und gehen dann denselben Weg wieder zurück.

Kata Tjuta Karingana

Die 25 Dollar Eintritt zum Uluru/Kata Tjuta Nationalpark sind übrigens im Tourpreis enthalten, den Geldbeutel kann man eigentlich die ganze Zeit im Bus lassen. Ich gebe jedenfalls keinen Cent auf dieser Tour aus, was der Reisekasse sehr zugute kommt.

Zur Mittagszeit sind wir wieder am Bus und fahren zurück ins Camp. Hier packen wir alles ein, unser Gepäck, Essen, Swags, alles. Wir ziehen nämlich um in Camp 2, welches näher an unserem morgigen Ziel liegt. Im neuen Camp packen wir alles wieder aus, machen ein kleines Mittagessen und gehen dann alle zum Pool. Ja da gibt es einen kleinen Pool, der ist auch gut besucht, aber die Abkühlung ist genau richtig. Da heute nichts mehr auf dem Plan steht, hängen wir bestimmt 2 Stunden im Pool, bevor wir zurück zu unserem Camp gehen und das Abendessen vorbereiten. Es gibt Känguru Steaks vom BBQ, verdammt lecker !! Danach machen wir ein ziemlich großes Feuer, spielen etwas Didgeridoo, naja Ryo spielt und wir hören zu. Um 21 Uhr ist jeder im Swag und total K.O. Zuerst noch jedenfalls… Im Schein des Lagerfeuers sehe ich etwas um unser Camp schleichen und spreche einen Italiener aus meiner Gruppe, der in der Nähe liegt, an. Er hat´s auch gesehen. Ab da sind alle wieder hellwach. Wir versuchen zu schlafen, was nicht einfach ist, wenn man weiß, dass 3 Dingos um das Lager herumschnüffeln. Aber Ryo sagt alles in Ordnung, die greifen eigentlich keine Menschen an. Aha, ok, eigentlich !

Nach einer Weile kommt ordentlich Lärm aus unserem Camp-Pavillon. Die Seitenwände sind alle stabil und die Türen sind abgeschlossen, bestehen aber zum Teil aus Zeltplanen. Da haben sich die Dingos ein Loch reingerissen und nehmen jetzt das Innere des Pavillons auseinander, weil sie die Essensreste natürlich riechen. Ist schon ein bisschen unheimlich, man hört nur das knurren und zerren der Tiere und hofft, dass Ryo schon weiß was er macht. Viel Schlaf bekommt jedenfalls heute Nacht niemand, soviel ist sicher.

Trotzdem werden wir um 5 Uhr von Ryo´s Didgeridoo geweckt. Schnelles Frühstück und dann geht es los zum letzten Highlight der Tour.

Kings Canyon

Der Kings Canyon ist ein Teil des Watarrka National Park und befindet sich im Südwesten des Northern Territory. Er wurde 2012 von der Regierung an die Luritja Aborigines zurückgegeben. Die Wanderung, die wir heute machen wollen, nennt sich Kings Canyon Rim Walk.

Um etwa 6 Uhr sind wir am Parkplatz, vor uns sind schon etliche Busse angekommen. Wir könnten den Sonnenaufgang noch von den 100 Meter hohen, sehr imposanten Steilwänden des Canyons aus sehen. Könnten, schaffen wir aber nicht. Einige der Asiatinnen aus unserer Gruppe haben nur 0,5 Liter Flaschen dabei. Und dann auch noch mit Kaffee gefüllt, nicht mal mit Wasser. Ryo schüttelt nur mit dem Kopf, seit 2 Tagen predigt er, wie wichtig genug Wasser ist. Jetzt muss er die Frauen zurück schicken, um mehr Wasser zu holen und wir anderen müssen warten. Die ganze Aktion kostet uns etwa 40 Minuten.

Vom Parkplatz aus ist man schnell am Start des Rim Walk. Hier geht es erst mal steil bergauf:

Kings Canyon Heartattack Hill

Einheimische nennen diesen Anstieg „Heart Attack Hill“ – es ist wirklich verdammt anstrengend da rauf zu kommen, vor allem bei der Hitze schon am frühen morgen. Ich bin froh, dass ich 1,5 Liter Wasser dabei habe! Wenn man dann oben auf dem Plateau angekommen ist, hat man es eigentlich geschafft.

Kings Canyon Panorama

Der ca. 6 km lange Rundweg um den Kings Canyon bleibt relativ eben. Nur ungefähr auf halber Strecke geht es über Holztreppen in den Canyon hinab, dann über eine Brücke und auf der anderen Seite wieder rauf.

Kings Canyon Stairway

An dieser Brücke sollte man den kurzen Abstecher zum „Garden of Eden“ machen. Hierbei handelt es sich um eine Art Oase mit seltenen Pflanzen und einem Wasserloch, oder Billabong wie die Aussies sagen. Man kann drin schwimmen, denn hauptsächlich wird der schattige Garden of Eden zum Abkühlen genutzt, und für einen kleinen Snack.

Kings Canyon Garden of Eden

Zurück auf dem Rim Walk geht man wieder über das Felsplateau, zwischen den sogenannten Domes hindurch

Kings Canyon Domes

Hier verläuft der Weg dicht am Rand der Schlucht entlang und man hat wunderbare Aussicht auf das Land um den Canyon, aber auch auf die gegenüberliegende Seite und auf die Oase am Grund.

Kings Canyon

Zum Ende hin fällt der Rim Walk dann seicht ab bis zum Parkplatz. Als quasi-Abschluss ist für mich Kings Canyon eindeutig die Attraktion dieser 3-tägigen Tour. Uluru und Kata Tjuta sind beide sehr beeindruckend, aber hier oberhalb dieser imposanten Schlucht in dieser speziellen Umgebung verblassen die bisherigen Eindrücke ein wenig. Hier möchte ich gerne nochmal hin kommen, bisher der einzige Ort im Red Centre, über den ich so denke.

Wir verlassen dann Australiens größte Schlucht und fahren zum Campground zurück. Es gibt nochmal Sandwiches und dann müssen wir zusammenpacken. 9 von 20 Teilnehmern dieser Tour haben 3 Tage gebucht, die anderen haben noch einen vierten. Den ganzen Tag unterhalten wir uns schon über dieses Thema. Ryo hat erwähnt, dass es in dem nächsten Camp, in das die 4-Tages-Leute heute umziehen keinen Strom gibt, keine Überdachung und auch kein richtiges Klo. Und zu tun gibt es da auch nichts. Deswegen bleiben sie bis zum Abend hier in Camp 2 und planschen noch im Pool. Die von uns, die 3 Tage gebucht haben, werden von einem Shuttle abgeholt. Wir verabschieden uns von allen und werden von den meissten beneidet, da wir ja heute abend wieder normalen Komfort zur Verfügung haben

Luftlinie nach Alice Springs sind es ca. 245 km. Tatsächlich fährt man aber über die Highways ganze 470 km und benötigt dafür 6 Stunden. Eine kürzere Verbindung wäre 330 km lang, nicht asphaltiert und erfordert eine Genehmigung. So verbringen wir also die Hälfte des letzten Tages dieser Tour im Bus. Aber die Fahrerin ist super nett und erzählt auch gerne noch ein paar Geschichten. Zumindest denen von uns, die nicht ganz hinten liegen und die Fahrt durch diese rote, auf ihre eigene Art wunderschöne Landschaft verschlafen. Ich bin zwar auch müde, aber ich will auf keinen Fall irgendetwas verpassen und so habe ich den Blick nach draußen gerichtet.

Schon nach kurzer Fahrt sieht man in der Ferne einen einzelnen Berg. Das ist Mount Conner

Mount Conner Fooluru

Dieser Berg ist noch älter als Uluru, nämlich 700 Mio. Jahre und das verrückteste; alles Land auf dem oberen Bild gehört der Familie Severin. 4164 km² Rinderfarm, der Mount Conner inklusive. Das ist fast doppelt so viel Fläche wie das Saarland und es gehört nur einer einzigen Familie !

Übrigens, viele Leute halten diesen Berg im Vorbeifahren für den Uluru, weswegen Mount Conner von den Einwohnern des Outbacks auch Fooluru genannt wird.

Am Abend bin ich dann wieder im Hostel. Ich schmeiße meine Klamotten der Tour in die Waschmaschine und gehe die Straße runter ins Casa Nostra eine leckere Lasagne essen und ein kaltes Bier trinken. Das kann ich mir leisten, denn die Nacht nach der Tour übernachtet man im Alice´s Secret umsonst, wenn man die Tour über sie gebucht hat.

Morgen Nachmittag holt mich ein Shuttle ab und mein Australien Trip geht in die nächste Runde !!

Piktochart AusrüstungMehr Abenteuer in Australien gibt es im nächsten Bericht, also schaut bald wieder rein !!

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