Weltreise 2016 – River Valley Rafting

By | 6. April 2017

Vor 2 Tagen habe ich nachmittags die Cook Strait überquert und Wellington mal wieder im Regen angetroffen. Da ich nicht wie 2013 schon auf dem Parkplatz am Hafen übernachten wollte, fuhr ich in den Vorort Upper Hutt und verbrachte die Nacht auf dem Kiwi Holiday Park für 22 NZD (15 EUR). Der Preis war für einen Stellplatz mit Strom ok, inzwischen kostet es wohl 40 NZD (27 EUR). Vom Park habe ich nicht viel gesehen, da es die ganze Zeit geregnet hat. Die Küche war spärlich eingerichtet und hatte nur einen kleinen Tisch und 4 Plastikstühle.

Am nächsten morgen ging es auch direkt weiter Richtung Norden. 228 km um genau zu sein, für die ich mir ganz entspannte 5 Stunden Zeit ließ inkl. langer Mittagspause. In dem winzigen Ort Mangaweka vom Highway 1 rechts abbiegen auf die Ruahine Rd und den Schildern nach Awastone folgen ! Über eine sehr schmale Straße und ganz zum Schluss noch über eine klapprig wirkende Brücke kam ich zum Awastone Riverside Haven.

Günstiger ist die Übernachtung auf dem Mangaweka Camping Ground (vor der Brücke) für 9 NZD (6 EUR). Allerdings ist das wirklich sehr simples Camping mit Duschen, die man mit Münzen füttern muss. Das Office für diesen Campingplatz ist dasselbe wie für Awastone. Ich nehme mir einen der teureren Stellplätze mit Strom direkt am Rangitikei River für 38 NZD (26 EUR).

Campervan Mangaweka Awastone

Da ist dann aber auch das saubere Sanitärgebäude mit Whirlpool (allerdings geschlossen), die Küche und W-Lan inklusive. Und absolut überragender Kundenservice !! Denn während ich in der Küche mit einem Pärchen aus Schweden St. Paddy´s Day feierte, kam plötzlich die Dame vom Empfang rein, Trish. Bei ihr hatte ich angefragt, wie es mit Rafting auf dem Fluss aussieht und sie meinte eher schlecht. Aber als sie rein kam hatte sie gute Nachrichten, es war ein Platz frei geworden 🙂

Und so kommt es, dass ich heute Grade 5 Whitewater Rafting mache ! Ich war davon ausgegangen, dass es direkt hier am Fluss losgehen würde, aber Trish gab mir eine Wegbeschreibung in die Hand, die mich zur River Valley Lodge führt. Die Beschreibung ist auf jeden Fall nützlich, denn nicht immer ist alles ausgeschildert. Die Straße ist gerade groß genug für meinen Camper und schnell fahren geht auch nicht. Gut dass ich früh genug los bin, um gegen 8:30 Uhr da zu sein. Es ist sogar genug Zeit, um unterwegs mal anzuhalten und die grünen Hügel und entfernten Berge zu knipsen.

River Valley Lodge Road New Zealand

Also ich bin pünktlich um halb Neun da. Als ich ins Büro komme, motzt mich erstmal irgendwer an, ich sei ´ne halbe Stunde zu spät. Geht ja gut los. Ich verteidige mich noch halbherzig, dass ich die Info hatte jetzt hier zu sein. Egal, das ändert nichts mehr daran, dass die Zeit drängt. Jetzt erfahre ich auch, dass ich einer Kiwi-Experience Gruppe zugeteilt wurde. Kaum einer über 25 und gestern Abend haben die auch St. Patrick´s Day gefeiert, allerdings etwas härter, sodass einer heute nicht mitmachen kann und ich seinen Platz einnehme.

Ich bekomme einen Neopren-Anzug und ein Fleece-Shirt in die Hand gedrückt und soll alles schnell anziehen und ab in den Bus. Durch die Hektik bleibt keine Zeit, nach einem Stück Schnur im Büro zu fragen. Meine GoPro habe ich zwar dabei, aber die Guides meinen, dass auf den letzten paar Touren etwa 3 GoPros verloren gegangen sind. Wenn ich die am Helm festbinden könnte, wäre es auf jeden Fall sicherer, dass sie nicht weg kommt. Tja, aber keine Zeit. So bleibt die Kamera mal wieder liegen bis ich zurück bin 🙁

One of the Top half day Grade 5 Rafting Trips in the world“

Als letzter steige ich in den Bus und es geht los, etwa 20 Minuten Fahrt über Stock und Stein. An einem grasbewachsenen Hügel inmitten von Weideland steigen wir aus und sollen uns zu Fuß auf den Weg machen, über den Hügel und durch den Wald dahinter. Die Taktik der Guides, uns erstmal richtig schön schwitzen zu lassen in unseren Wet-Suits, geht auf; 30 Minuten später kommen wir schweißgebadet etwas oberhalb vom Fluss an, vermutlich ist mehr als die Hälfte inzwischen nüchtern. Kurz warten wir auf einen Traktor, der die Rafts auf einem Anhänger bringt. Teambuilding: Schafft die Rafts und Euch selbst runter ins Wasser! Irgendwann ist es endlich geschafft, die Boote und alle Teilnehmer befinden sich im kalten Wasser des Rangitikei und bekommen ein Sicherheits-Briefing.

River Valley Lodge Rafting New Zealand

Da der Wasserstand im Moment nicht besonders hoch ist, können wir nicht die großen 6-Personen Rafts nehmen. Wir benutzen aufblasbare sogenannte „Inflatable Kayaks“, in denen immer 2 von uns sitzen. Ich bilde ein Team mit Christian aus Kopenhagen, wir paddeln ein paar Mal im ruhigen Wasser hin und her, üben einige Manöver und dann geht’s endlich richtig los…

Whitewater Rafting

Am Anfang geht es natürlich noch etwas gemächlich zu, damit alle Zeit haben, sich an die Kayaks und ihre Teammitglieder zu gewöhnen. Wer auch immer hinten im Boot sitzt, gibt die Kommandos und steuert. Der Vordermann sagt an, wenn Stromschnellen oder Felsen in Sicht kommen. Das klappt bei Christian und mir wunderbar, wir spielen uns schnell ein und können es kaum erwarten, bis wir das ruhige Fahrwasser verlassen.

River Valley Lodge Rafting New Zealand

Wie schon erwähnt ist der Wasserstand sehr niedrig. Der Regen, der mich die letzten Tage begleitet hatte, ist wohl nicht bis hier rauf gekommen. Durch das fehlende Wasser schauen viel mehr Felsen aus dem Fluss. Das was normalerweise Stromschnellen sein sollten, sind jetzt schon fast kleine Wasserfälle. Hier fließt das Wasser auch viel schneller. Die Guides kennen den Fluss natürlich in und auswendig und haben sich schon an den heiklen Stellen positioniert. Manche warten unterhalb der Strömungen, andere stehen auf den Felsen und rufen uns nacheinander auf. Wir dürfen nie alle gleichzeitig durch die Stromschnellen fahren, weil wir sonst stecken bleiben und uns gegenseitig behindern würden. Also immer schön der Reihe nach. Und wenn die Guides dann rufen „Paddel“ hauen wir richtig rein, bis zum Kommando „Stop“. Dann heißt es nur noch Paddel rein, am Kayak festhalten und mit dem Körpergewicht lenken so gut es geht.

River Valley Lodge Rafting New Zealand

Natürlich kentern auch immer wieder mal einige Boote, oder bleiben rückwärts in der Strömung stecken und laufen komplett voll Wasser. Für alle ist es ein riesiger Spaß ! Ab und zu kommen dann wieder ruhige Abschnitte, wo man kurz verschnaufen kann. Nur um im nächsten Moment die nächste Stromschnelle hinab zu rauschen. Diese Tour ist auf jeden Fall um einiges extremer, als die in den großen Rafts, wo man immer einen Guide im Boot hat, der alles übernimmt.

River Valley Lodge Rafting New Zealand

Auch Christian und ich bleiben nicht verschont, ich glaube wir kippen insgesamt 3 mal um. Was bei dieser Gruppe noch echt wenig ist. Oft hat man den Eindruck, die Leute würden lieber neben ihren Kayaks her treiben, anstatt drin zu sitzen. Diese Dinger halten übrigens richtig was aus, das ist echt Wahnsinn. Nicht nur einmal laufen wir voll auf dicke Felsbrocken auf. Aber wir steigen nicht aus oder lassen uns raus fallen, wir rutschen mitsamt dem Boot einmal komplett über die Felsen hinweg und auf der anderen Seite wieder ins Wasser. Der Boden von so einem Inflatable Kayak muss also richtig was aushalten können.

Zum Ende hin kommen wir in einen Canyon, wo die großen „Drops“ und die „Grade 5 Rapids“ warten. Nach 2 bis 2,5 Stunden auf dem Wasser sind wir zwar noch längst nicht bereit Schluss zu machen, aber die Tour ist nunmal bald vorbei. Jetzt gibt der Fluss nochmal alles, um sicher zu gehen, dass auch jeder ordentlich durch die Mangel genommen wird für sein Geld. An einigen Stellen stürzt das Wasser auch mal 1-2 Meter über eine Felskante, und wir mit 🙂

River Valley Lodge Rafting New Zealand

Wir kommen genau bei der River Valley Lodge wieder an, hieven unser Kayak aus dem Wasser und schleppen es bis zu dem Anhänger, der die Dinger vorhin schon transportiert hatte. Ohne große Umwege werden alle in die Duschen manövriert, aber schnell machen bitte! Da ist er wieder, der Stress, der mich am morgen schon so genervt hatte. Nunja, für die Leute hier ist es halt ein Geschäft, da ist Zeit = Geld. So halbwegs wieder aufgetaut nach der heißen Dusche und wieder in meinen eigenen, trockenen Klamotten schleiche ich mich unbemerkt in den Speiseraum. Hier bekommen die Teilnehmer der Kiwi Experience alle was zu essen. Das ist im normalen Preis für die Tour nicht mit drin. Aber da ich quasi dazu gehöre und die ganze Zeit mit durchgeschleust werde, wehre ich mich nicht gegen eine warme Mahlzeit.

Während des Essens bereiten 2 Mitarbeiter im Büro USB Sticks vor, mit Fotos der Teams. Ich weiß jetzt nicht mehr, was die gekostet haben. Theoretisch, wenn man sich die Kosten für den Stick teilt und dann die Bilder einfach kopiert, bezahlt man einen akzeptablen Preis. Christian hat kein Interesse an den Fotos, ich hätte sie schon gerne, gerade weil meine GoPro die ganze Zeit hier im Büro lag. Cool von den Mitarbeitern – ich bekomme den Stick zum halben Preis ! Bin total happy und satt und setze mich draußen noch etwas in die Sonne. Es ist 13:30 Uhr, wirklich. Die Zeit vergeht so schnell während der Half Day Tour, und tatsächlich auf dem Wasser ist man dann nur 2-2,5 Stunden. Aber es lohnt sich ! Spaß, Action, Adrenalin – es ist alles dabei und man will immer noch mehr und mehr 😉

Tour Info – Rocks & Rapidswww.rivervalley.co.nz

River Valley Lodge Rafting Tipps

Was Ihr zur Verfügung gestellt bekommt:

  • Wetsuit
  • Fleece-Shirt
  • Neoprensocken
  • Neoprenschuhe
  • Splashjacket
  • Schwimmweste
  • Helm
  • bestes, klares Trinkwasser während der Fahrt auf dem Fluss 😉
  • spektakuläre Natur

Nach dieser fantastischen Tour geht es wieder zurück in die Zivilisation. Die frische Luft und die wunderschöne Natur am Fluss lohnen die Fahrt über die kleine Landstraße! Ich setze Kurs auf den ca. 80 km entfernten Ohakune Top 10 Holiday Park. Hier werde ich 2 Nächte verbringen, aber mich keineswegs ausruhen…

Erfahrt im nächsten Bericht alles über das Tongariro Alpine Crossing !!

2 thoughts on “Weltreise 2016 – River Valley Rafting

  1. Christian

    Servus Schwerti, das siehr nach einer menge spaß aus. Ende dieses Jahr fliege ich mit meiner Freundin nach Neuseeland für 2 monate mit wohnmobil wir werden deine Tips sehr gut gebrauchen. Vielen dank für die vielen Infos!

    Reply
    1. Schwerti

      Hi Christian,
      na da wünsche ich Euch ganz viel Spaß im schönen Neuseeland.
      2 Monate, wow, ein Traum ! Wenn ich noch irgendwie helfen oder Tipps geben kann, einfach nochmal melden 😉
      Gruß, Schwerti

      Reply

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