Weltreise 2016 – Sydney, Australien

By | 6. September 2016

Ausgerechnet in der Metropole Sydney kommt es zum ersten Mal zu Problemen, seit ich Deutschland vor fast einem Monat verlassen habe. Flug 1 startet in der Nähe von Airlie Beach um 15:50 Uhr und landet 1,5 Stunden später im fast 900 km südlich gelegenen Brisbane. Dort muss ich 2,5 Stunden auf den Anschlussflug warten. Flug 2 dann nochmal 1,5 Stunden bis ins 752 km entfernte Sydney. Bis ich mein Gepäck habe ist es schon nach 22 Uhr. Im Domestic Terminal des Kingsford Smith Airport von Sydney ist jetzt anscheinend Feierabend. Kein Schalter ist mehr besetzt, alle Autovermieter sind zu, niemand ist zu sehen. Draußen stehen auch bloß ein paar Taxis, weit und breit keine Shuttles und online hätte ich Stunden im Voraus eins bestellen müssen. Notgedrungen nehme ich ein Taxi, weil mir auch die Busfahrer nicht helfen (wollen/können). Die fahren überall hin, nur nicht in die Innenstadt. 30 Minuten später komme ich am Sydney Harbour YHA an. Am Front Desk dann der nächste Dämpfer – ich habe für diese Nacht keine Reservierung ! Und die haben sogar Recht. Irgendwie habe ich bei der Planung nicht aufgepasst. Ich hatte ja schon von Deutschland aus die Übernachtungen hier gebucht, aber als ich in Cairns im Peterpans die Route bis Sydney gebucht habe, hätte ich noch eine zusätzliche Nacht im Hostel buchen müssen. Zum Glück kann ich hier im YHA das WiFi benutzen und die Gegend nach einem Zimmer absuchen. Aber das hier ist der Stadtteil „The Rocks“ und Zimmer sind teuer. Weiter weg wäre dann wieder 2 mal Taxi fahren angesagt. Nach Mitternacht ist es, als der Mitarbeiter am Empfang mir grünes Licht für ein Privatzimmer gibt, da anscheinend ein anderer Gast nicht mehr kommt. 110 EUR kostet eine Übernachtung, und um 10 Uhr ist Check-out. Zähneknirschend zahl ich den Preis, ich will nur noch duschen und ins Bett…

So gegen 6 Uhr geht der Feueralarm los, das gesamte Hostel wird geräumt. Auf der anderen Straßenseite stehend, völlig übermüdet und orientierungslos, erwarte ich schon, dass das gesamte Gebäude (inklusive meines Gepäcks natürlich) in Flammen aufgeht. Dann kommt die Feuerwehr und gibt Entwarnung, wieder mal Fehlalarm, der 2. in dieser Woche scheinbar. Großartig, jetzt nochmal einschlafen kann ich eh vergessen. Zurück in meinem Zimmer packe ich meinen Kram zusammen, gehe zur Rezeption und checke aus meinem 110 EUR für 6 Stunden Zimmer aus und in mein Dorm-Room ein. Jetzt gehe ich erstmal irgendwo frühstücken.

001 Sydney

Sydney

Sydney ist die größte Stadt Australiens, die Hauptstadt des Bundestaates New South Wales und beherbergt 4,6 Millionen Menschen. Sie wurde 1788 gegründet und noch heute findet man zwischen den zahlreichen Hochhäusern alte viktorianische Gebäude.

Der Stadtteil Darling Harbour ist eine Art Vergnügungsviertel direkt am Wasser. Der „Harbour“ ist einer der vielen Nebenarme, die die Bucht von Sydney bilden und ist somit direkt mit dem Pazifik verbunden. Hier gibt es jede Menge Bars, Restaurants, das Riesenrad, das IMAX, man kann Jet Boat fahren und Whale watching Touren machen. Während meines Besuches wird noch an einem riesigen Kongress Zentrum gebaut. Zwischen Darling Harbour und Chinatown ist eine einzige große Baustelle.

002 Sydney Darling Harbour

Allerdings möchte ich unbedingt zum Paddy´s Market im südlichen Chinatown. Hier gibt es frische Lebensmittel und hässlichste Souvenirs aller Art. Außerdem alles an Imbissbuden, was man sich nur vorstellen kann und Ramsch-Geschäfte, die unsere heimischen 1-Euro-Läden wie Nobelboutiquen aussehen lassen. Von so einem großen Market hätte ich mir mehr versprochen, aber das frische Obst schmeckt und ich kann Euch jetzt berichten, dass man echt nur zum Lebensmittel kaufen herkommen braucht, wenn überhaupt.

Nun, dann quer durch Chinatown und durch das Queen Victoria Building, rechts auf die Market Street abbiegen und zum Sydney Tower Eye. Für umgerechnet knapp 18 EUR fährt man den 305 Meter hohen Turm rauf. Im Preis enthalten ist ein ca. 5 minütiger 3D Film mit den Highlights Australiens inkl. Wassertropfen und Wind von der Decke. Ganz nett, ist im Preis mit drin, also nimmt man das halt mit. Eigentlich fahre ich nur wegen der Aussicht rauf, und um mir mal einen Überblick zu verschaffen, wo ich eigentlich hin möchte.

Ein Foto kann ich schiessen, das nicht die Innenbeleuchtung reflektiert. Es zeigt den Archibald Fountain und die schöne gotische Saint Mary´s Cathedral. Mitte links beginnen die Royal Botanic Gardens:

Sydney Tower Eye View

In den botanischen Gärten fährt eine kleine Bimmelbahn, aber ich gehe lieber zu Fuß. Für Blumenliebhaber ist das hier bestimmt top, ich suche mir einfach nur einen großen Baum, in dessen Schatten ich ein Sandwich futtern und dann ein kleines Nickerchen machen kann. Ein sehr kurzes Nickerchen allerdings, denn schon bald machen zwei Papageien einen riesen Lärm direkt über mir. Eine Weile schaue ich ihnen noch zu, wie sie im Baum rumklettern, dann geht es weiter.

Sydney Royal Botanic Gardens

Vom Mrs. Macquarie´s Lookout hat man eine fantastische Aussicht auf die weltbekannte Sydney Opera und die Harbour Bridge. Wenn ich nochmal die Chance haben sollte, hier her zu kommen, würde ich wohl eher zum Sonnenuntergang da sein. Das Wetter ist super heute, aber die Sonne spiegelt sich so krass im Wasser, dass ich mit meiner kleinen Kamera keine besonders guten Bilder hinbekomme.

Sydney Opera Harbour Bridge

Das riesige Kreuzfahrtschiff links hinter der Oper fällt kaum auf 😉

Von der Oper geht es zum Circular Quay. Das ist für mich der zentrale Bahnhof, da mein Hostel direkt um die Ecke in Sydney´s ältestem Stadtteil The Rocks liegt. Vom Circular Quay fahren Busse, Züge und Schiffe in alle Richtungen der Stadt, also checke ich die Fahrpläne und besorge mir eine OPAL Card, die ich mit 20 Dollar auflade, was für die nächsten Tage locker reicht. Das YHA Hostel befindet sich an der Cumberland Street und bietet direkten Zugang zur Harbour Bridge. So bin ich von meinem Zimmer aus (nach einer Dusche) innerhalb von 5 Minuten auf der Mitte der Brücke und habe zum Sonnenuntergang einen schönen Blick auf die Oper.

Sydney Opera House

Bondi to Coogee Coastal Walk

Ausschlafen und ganz gemütlich heute. Zum Frühstück werden die gestern gekauften frischen Feigen verputzt. Vom Circular Quay nehme ich dann den Bus nach Coogee. Da ich mich nicht auskenne, bitte ich den Fahrer, mir Bescheid zu sagen, wann ich aussteigen muss. No worries mate ! Ich glaube, die Fahrt dauert so ca. 35 Minuten, dann stehe ich am Coogee Beach und bin hier schon völlig zufrieden. Strand, Meer, blauer Himmel, alles perfekt heute. Kann nur super werden. Hier beginnt der Walk:

Coogee Bondi Beach Walk

Coogee Bondi Beach Walk

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den Weg von Coogee nach Bondi zu gehen. Der weltbekannte Bondi Beach soll nach ca. 2 Stunden das Ziel sein. Zumindest meinten die im Hostel, dass eine der beliebtesten Wanderrouten von Sydney etwa 2 Stunden dauert. Ich habe für die angegebenen 6 km den ganzen Tag Zeit und mache mir keinen Stress. In jeder Bucht halte ich an, entweder für einen Snack, um die Füße ins Wasser zu halten oder einfach nur die Sonne und die Aussicht zu genießen. Denn hinter jeder Kurve bieten sich immer wieder neue, atemberaubende Blicke auf Strände und Klippen. Und den unglaublichen Pazifik natürlich !

Der Weg ist im allgemeinen leicht; kaum nennenswerte Höhenunterschiede, ab und zu ein paar Treppen, der Rest ist meist asphaltiert und angenehm zu gehen. Heute ist Donnerstag, es ist fast Nachmittag, kaum Leute unterwegs. Auch hier gilt für mich, sollte ich nochmal nach Sydney kommen, dann gehe ich den Weg nochmal, aber zum Sonnenuntergang.

Coogee Bondi Beach Walk

Coogee Bondi Beach Walk

Dummerweise hatte ich eine Sache nicht auf dem Schirm. Bondi Icebergs Club bietet einen spektakulären Swimming Pool. Schwimmsachen habe ich nur leider nicht dabei und bin zu geizig, mir extra eine Badehose zu kaufen. Vom Beach Walk hat man eine tolle Übersicht, aber selber dort unten am Pool zu stehen wäre schon nett. Also, wenn Ihr nach Bondi kommt, macht einen Abstecher zum Icebergs direkt am Rand des Bondi Beach !

Bondi Icebergs Swimming Pool

Keine Ahnung, wie lange der gesamte Walk jetzt gedauert hat. Ich schätze mal 3-4 Stunden. Ist aber auch egal, ich bin am Strand von Bondi angekommen und sitze im Sand mit der Sonne im Gesicht. So leer wie jetzt ist es hier wohl auch nur unter der Woche, würde gerne mal sehen, wie es hier am Wochenende aussieht. Dann sind bestimmt auch mehr Surfer im Wasser.

Bondi Beach

Mit dem Bus geht es dann zurück zum Hostel. Erstmal duschen und das gratis WiFi benutzen. Inzwischen sind auch ein paar Leute aus meinem Zimmer da. Wir ziehen am Abend zusammen los. Zuerst eine Känguru Pizza essen im Australian Heritage Hotel gleich nebenan und dann eine Runde durch die Pubs. Bevor die Sonne ganz weg ist, gehen wir aber nochmal kurz auf die Harbour Bridge, um den Sonnenuntergang und die Skyline Sydneys zu bewundern.

Sydney Skyline Circular Quay

Früh morgens nehme ich am Circular Quay einen Zug nach Glenfield. Die Stunde Fahrt nutze ich, um mal zu rekapitulieren. Der erste Monat meiner Weltreise ist morgen vorbei. Am Nachmittag geht mein Flieger nach Neuseeland. Während diesem ersten Monat war ich auf 2 neuen Kontinenten, Asien und Australien. Ich war in Großstädten wie Bangkok und Sydney und habe Wahrzeichen gesehen wie Uluru, die Oper von Sydney und den Tempel der Morgenröte. Dazu wunderschöne Landschaften und beinahe perfektes Wetter die ganze Zeit. Aber was hat mir das bisher gebracht, außer schönen Erinnerungen und mittelmäßigen Fotos ? Ganz klar: Ich bin selbstbewusster geworden, weil ich Dinge selber regeln und mich in Situationen behaupten musste. Und das Reisen hat mich jetzt schon gelehrt, dass ich ganz gut alleine klar kommen kann. Aber was ich vor allem mitnehme, sind die vielen Bekanntschaften. Alleine klar kommen ist ja gut, doch ab und zu neue Leute kennenlernen und eine Menge Spaß zusammen haben ist noch viel besser !! Hier in Australien habe ich viele Bekanntschaften gemacht, die vermutlich auch noch etwas länger Bestand haben werden. Das ist für mich mit das wertvollste, was ich aus einem Monat Weltreise mitnehme.

Auf der Kakadu Tour zB. habe ich eine Frau getroffen, die mich spontan einlud, sie in Sydney besuchen zu kommen. Sie wohnt in Glenfield und wir sind am Bahnhof verabredet, um zusammen in die Blue Mountains zu fahren.

Blue Mountains

Das Gebirge der Blue Mountains beginnt ca. 60 km westlich von Sydney. Unter anderem aufgrund der vielen Eukalyptusbaum-Arten gehören diese Berge zum UNESCO Weltnaturerbe. Die Blätter der Bäume verdunsten ein ätherisches Öl und dessen feiner Nebel verursacht bei speziellem Licht einen blauen Schimmer, daher der Name Blue Mountains. Dieses von Flüssen zerfurchte Sandstein Plateau ist bis zu 1000 Meter hoch und die ältesten Felsen sind über 300 Mio. Jahre alt. Bereits vor 14.000 Jahren war die Region von Aborigines bewohnt.

Blue Mountains Lookout

Wir fahren zuerst in den kleinen Ort Wentworth Falls. Am Jamison Lookout (Foto oben) gibt es erstmal Frühstück-Sandwiches, bevor wir uns aufmachen zum Wentworth Falls Track. Dieser ist ein 1,4 km langer Rundweg, für den man etwa 1 Stunde braucht. Am Anfang ist der Weg sehr leicht und führt schon bald vorbei an den „Upper Cascades“, also den oberen Fällen:

Wentworth Falls Upper Cascades

Der Wentworth Wasserfall fällt nämlich in mehreren Stufen, insgesamt ist er etwa 100 Meter hoch.

Wentworth Falls

Viele steile Stufen führen den Besucher seitlich des Wasserfalls bergab ins Jamison Valley. Da wir heute leider nicht den ganzen Tag Zeit haben, machen wir kehrt, als es quasi senkrecht runter geht. Es ist auch so schon viel zu heiß und der Rückweg zum Parkplatz richtig anstrengend.

Wir fahren zum Echo Point in Katoomba, um uns noch die Three Sisters anzusehen. Dort führt ein asphaltierter, bequemer Weg hin. Die Sisters sind wirklich eines der bekanntesten Wahrzeichen der Blue Mountains, dementsprechend voll ist es hier auch. Aus irgendeinem Grund habe ich kein vernünftiges Bild mit allen 3 Schwestern gemacht, daher kann ich Euch nur 2 von ihnen präsentieren:

Blue Mountains Three Sisters

Ein kleiner Weg führt auf die Rückseite dieser Felsgruppe und man kann von dort die Schwestern über eine Brücke besteigen. Also nicht wirklich oben drauf klettern, vielmehr auf eine kleine Plattform unterhalb des 1. Felsens. Ist aber eine nette Perspektive und bietet auch von hier tolle Aussicht auf das beeindruckende Jamison Valley.

Blue Mountains Three Sisters

Danach wird es Zeit sich zu verabschieden. Mein „Tourguide“ hat heute noch 2 Termine und sie muss dafür noch 3 Stunden in die entgegengesetzte Richtung fahren. Ich bin so dankbar, dass sie sich überhaupt die Zeit genommen hat, mir diese Gegend zu zeigen. In Katoomba steige ich am Bahnhof in den Zug und fahre zurück nach Sydney. Meine OPAL Karte ist allerdings fast leer, ich kann nur bis zur Central Station fahren und nicht bis Circular Quay. So gehe ich halt die 2,6 km zum Hostel zu Fuß, was bei dem Wetter heute kein Problem ist. In den Blue Mountains war alles wolkenverhangen, und hier in der Stadt ist es ähnlich. Die Temperaturen sind etwas kühler als die letzten Tage, so bin ich nicht vollkommen durchgeschwitzt, als ich am Abend im YHA ankomme.

Morgen wird wieder ein Reisetag. Ich muss um 14:30 Uhr am Flughafen sein. Shuttle ist schon organisiert und deutlich günstiger als das Taxi, dass mich vor ein paar Tagen her gebracht hat. Bis ich also vor der Türe abgeholt werde, habe ich den ganzen Vormittag Zeit auszuschlafen, meinen Kram zu packen und ein Paket voll mit Souvenirs und Sachen, die ich nicht mehr brauche, per DHL nach Hause zu schicken. Gegen 22 Uhr werde ich im 2129 km entfernten Christchurch landen.

Im nächsten Bericht lest Ihr dann, welche Abenteuer auf der Südinsel von Neuseeland warten.

Bleibt dran und schaut bald wieder rein !

One thought on “Weltreise 2016 – Sydney, Australien

  1. Sabine

    Absolut großartig diese Stadt und auch die Blue Mountains! Ich war jeweils 3 Tage dort und werde ganz sicher Sydney mindestens ein zweites Mal besuchen. Tolle Fotos hast du gemacht!
    Herzliche Grüße
    Sabine

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.