Weltreise 2016 – Westküste und Abel Tasman

By | 4. März 2017

Die Westküste der Südinsel Neuseelands begrüßt mich mit Regen. Ganz normales Wetter also für den schmalen Landstreifen zwischen der Tasmansee und den Südlichen Alpen. Auf den 600 km, die die Region West Coast lang ist, regnet es jährlich bis zu 8000 mm. Das liegt an den Alpen, die eine Wetterscheide bilden. Damit die Wolken über die Berge ziehen können, müssen sie auf der Westseite abregnen. Vielleicht leben hier deshalb nur ca. 32.000 Einwohner ? Immerhin macht das 1,4 Menschen pro km², die das Wetter hier aushalten können. Und damit ist es erstmal genug mit Zahlen und Fakten 😉

Als ich 2013 hier war, war das Wetter viel besser. Eigentlich kein Regen, dafür aber Unmengen an Sandflies. Diese Biester haben mich ganz schön Nerven gekostet, so penetrant waren die. Jetzt, im Dauerregen, lässt sich keine einzige blicken bei meinen kurzen Zwischenstopps auf dem Arthur´s Pass. Nachdem ich den ganzen Tag auf der Passstraße und vor allem bei Castle Hill verbracht habe, fahre ich das Stück am Meer entlang in einem Rutsch bis zum ziemlichen netten Greymouth Seaside Top 10 HolidayPark.

Für 49 NZD (33 EUR) bekomme ich einen Stellplatz mit Stromanschluss, und die Ausstattung ist auch ziemlich gut:

  • mehrere Küchen
  • großer Raum mit Waschmaschinen, Trocknern und Bügeleisen
  • mehrere Sanitärgebäude inkl. Duschen
  • großer Aufenthaltsraum mit Tischen, Stühlen und Sofas
  • TV Raum mit Sofas

Alles sehr sauber und gepflegt. Als ich am Abend mit einigen anderen Gästen im Aufenthaltsraum sitze und esse (die Wäsche ist schon im Trockner), erkundige ich mich noch über lohnende Sachen, die man sich auf der Straße nach Norden ansehen sollte. Um einige Tipps reicher falle ich danach ins Bett und bin sofort weg.

Westcoast

Sonntag, 13.03.

Um 10 Uhr rolle ich ganz entspannt vom Campingplatz, heute ist super Wetter! Schon kurz hinter Greymouth führt mich der Highway 6 zurück ans Meer. Die Aussicht auf die Küste ist ein Traum; teils lange, menschenleere Sandstrände wechseln sich mit schroffen, felsigen Klippen ab und ergeben mit dem Meer und dem (teilweise) blauen Himmel ein Panorama, welches man sich schöner kaum wünschen könnte.

Westcoast New Zealand Neuseeland

Pancake Rocks

Um 12 Uhr bin ich schon am Parkplatz der Pancake Rocks. 2 Stunden habe ich mir Zeit gelassen für diese 45 km Strecke, viele Stopps gemacht, weil es immer wieder grandiose Aussichten gibt. Der Parkplatz am Besucherzentrum ist jedenfalls voll mit Wohnmobilen und Reisebussen als ich ankomme, da befürchte ich schon das schlimmste. Wie sich herausstellt, sind die meisten Touristen aber gerade im Restaurant gegenüber vom Eingang. Der Eintritt zu den Felsformationen ist übrigens frei!

Es führt ein Rundweg durch die 30 Mio. Jahre alten Pancakes, für den man so etwa 20-30 Minuten braucht. Schlau ist, wer sich vorher beim Visitor Centre informiert, wann die Flut kommt (Tel.Nr. +64 37311895). Ich hab´s natürlich vergessen und bin 3 Stunden zu früh dran, bzw. einige Stunden zu spät. So verpasse ich die scheinbar recht spektakulären Blowholes. Das sind die durch Erosion entstandenen Spalten und Löcher, durch die bei Flut Wind und Wasser gepresst werden und oben als Fontäne heraus schießen. Aber auch so sind die Pancake Rocks sehr eindrucksvoll und zurecht so ein Touristenmagnet. Informiert Euch auf jeden Fall vorher über die Tide, bevor Ihr her kommt !!

Pancake Rocks New Zealand Neuseeland

Pancake Rocks New Zealand Neuseeland

Weiter geht es auf dem Highway 6 nach Norden. Nach einer Weile windet sich die Straße immer wieder mal in spitzen Kurven durch tiefe Schluchten, die allesamt mit Urwald bewachsen sind. Gelegentlich regnet es, aber die meiste Zeit über ist das Wetter gut. So kann ich auch manchmal aussteigen, Bilder machen, mich etwas bewegen und dann geht es wieder weiter. Knapp 60 km sind es bis zu meinem nächsten Ziel heute, dem Cape Foulwind. Für die Strecke benötige ich wiederum ca. 2 Stunden. Schneller kommt man auf den kurvigen, engen Straßen die durch die Ausläufer der Berge führen einfach nicht voran.

Westcoast New Zealand Westküste Neuseeland

Cape Foulwind

Am Ende des State Highway 67A, das letzte Stück nennt sich Lighthouse Road, befindet sich ein Parkplatz. Von dort aus führt ein ca. 1 km langer Weg zum Cape Foulwind Lighthouse, erbaut 1926. Der Leuchtturm kann nicht besichtigt und darf nicht bestiegen werden.

Lighthouse Cape Foulwind Leuchttutm

Wenn man dem Weg weiter folgt, gelangt man nach einer Weile zur Seal Colony Tauranga Bay. Ich folge dem Weg allerdings nicht so weit, sondern drehe nach einer Weile um, gehe zurück zum Parkplatz und von dort einen anderen Weg entlang, der die Klippe herunter an den steinigen Strand führt. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf das eigentliche Kap. Abel Tasman segelte als erster Europäer hier zuerst vorbei, doch es war James Cook, der dem Kap den Namen Foulwind wegen des starken Winds und des schlechten Wetters gab.

Cape Foulwind

Die Nacht verbringe ich auf dem Kiwi Holiday Park in Westport. Heute ist Sonntag und die Stadt wirkt wie ausgestorben. Eigentlich hatte ich vor, mir ein Fischrestaurant zu suchen, aber die Chefin vom Campingplatz meint, da muss ich gar nicht erst los, es ist sowieso alles zu. Immerhin hat New World offen und das Essen in deren Deli-Abteilung schmeckt eigentlich ganz lecker. Für die 34 NZD (23 EUR) bekommt man auf dem Holiday Park nicht viel geboten und die in großen Käfigen eingesperrten Vögel möchte ich mir nicht ansehen. Ich nutze das restliche Tageslicht, um den Camper mal aufzuräumen und sauber zu machen und gehe dann früh ins Bett, um am nächsten morgen möglichst schnell hier weg zu kommen.

Region Tasman

Der Lake Rotoiti befindet sich in der Region Tasman, mitten drin im nördlichen Teil der Südinsel, und gehört somit nicht mehr zur Westcoast. Der Weg dorthin ist ein absoluter Traum. Von Westport aus folge ich dem Highway 6 Richtung Osten, immer am Buller River entlang. Die Straße windet sich in endlosen Kurven durch die Schlucht, die der Fluss ausgewaschen hat. Die ganze Zeit umgeben von Wald mit Blick auf den türkis-farbenen Buller River vergeht die 3-stündige Fahrt wie im Flug.

Buller River New Zealand

Buller River New Zealand

Ich bin so dankbar, dass ich diesen Tipp am Campground in Greymouth bekommen habe. Ansonsten wäre mir dieser See auf jeden Fall entgangen. Von der Ortseinfahrt in Saint Arnaud an ist Lake Rotoiti ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Endlich erreiche ich also die Quelle des Buller River, dem ich schon den ganzen Morgen über folge. Am Seeufer tummeln sich schon ziemlich viele Menschen, die offenbar die Nacht hier verbracht haben. Ich sehe viele Campervans und ein Wohnmobil. Es ist aber auch wirklich ein schöner Ort zum übernachten. Sollte ich jemals wieder in die Gegend kommen, versuche ich auch hier die Nacht zu verbringen. Es gibt auch öffentliche Toiletten, also ist eigentlich für Camper alles da, was man braucht. Eine Weile sitze ich auf dem Steg, der in den See hinaus ragt und genieße die Aussicht:

Lake Rotoiti New Zealand

Irgendwann muss ich mich aber losreißen und weiter fahren. Bis zur Tasman Bay sind es noch 111 km, also locker 2-3 Stunden auf engen Landstraßen, die allerdings durch sehr schöne Landschaften führen. Berge, Wälder und Flüsse die ganze Zeit. Und so gut wie kein anderes Auto! Mittag ist schon eine ganze Weile vorbei, da erreiche ich den goldenen Strand in Kaiteriteri. In einem netten Cafe direkt an der Uferpromenade gibt es ein leckeres Mittagessen und danach ein Schläfchen im warmen Sand. Übrigens direkt vor meinem Camper, denn parken kann man quasi fast auf dem Strand.

Kaiteriteri Beach New Zealand Neuseeland

Als am Nachmittag so allmählich die Sonne untergeht, mache ich mich nochmals auf den Weg. Ein paar Kilometer über die Kaiteriteri-Sandy Bay Road bringen mich in den winzigen Ort Marahau. Hier will ich morgen früh an einer geführten Kayak Tour teilnehmen. Praktischerweise gehört zu dem Office, wo ich buchen möchte, auch ein Campingplatz. Dieser wird in der Nacht zwei Mal leicht von Erdbeben durchgerüttelt, aber nichts besorgniserregendes 😉

Abel Tasman National Park

Im kombinierten Office des Marahau Beach Camp und von Marahau Sea Kayaks ergattere ich mir einen der letzten Stellplätze für Campervans. Da Marahau so klein ist, gibt es hier auch nicht viele Übernachtungsmöglichkeiten. Man kann vielleicht etwas außerhalb einfach Wildcampen, aber da ich das nicht sicher weiß, kann ich Euch nicht dazu raten. Natürlich buche ich für morgen früh eine Tour – nämlich die Half Day Blast für 130 NZD (88 EUR).

Um halb Neun ist Treffen im Office. Man bekommt einen Dry Bag ausgehändigt, in den man seine Sachen reinpacken sollte. Da bleibt alles trocken drin. Allerdings sollte man nicht zu viel mitnehmen. Je nach dem natürlich, welche Tour man wählt. Da ich nur einen halben Tag gebucht habe, nehme ich eine 0,5 l Flasche Wasser mit, meine Kamera und Sonnencreme. Aus Erfahrung rate ich Euch noch, nehmt Anti-Sandfly Zeug mit !! Später am Strand werdet Ihr es brauchen.

Dann lernt meine Gruppe, bestehend aus 8 Leuten, noch unseren Guide Browne kennen. Browne ist Neuseeländerin und hat Meeresbiologie und noch was mit Touristik studiert, macht also Sinn, dass Sie unser Guide ist 😉 Erstmal werden wir aber ins Kayaking eingewiesen und bekommen noch Erklärungen über Sicherheit usw. Als nächstes beladen wir unsere Kayaks. Die werden dann mit uralten, ausgedienten Traktoren an den Strand gefahren. Wir laufen zu Fuß hinterher und etwa 1 Stunde nach dem Einchecken, also so halb Zehn, sitzen wir endlich in den Kayaks und können loslegen. Leider steuert Browne in Richtung Norden und so habe ich den Split Apple Rock nicht gesehen 🙁

MSK Map Abel Tasman

Dafür sehen wir aber wunderschönen blauen Himmel und kommen immer wieder an kleineren und größeren Inseln vorbei.

Abel Tasman New Zealand Neuseeland

Auf manchen sitzen haufenweise Kormorane und andere Seevögel. Und im Wasser vor einer der Inseln kämpfen spielerisch einige Seehunde miteinander. Wir lassen uns nur von der Strömung treiben und auf einmal sind sie überall um uns herum und planschen ausgelassen im Wasser. Sowas erlebt man ja auch nicht allzu oft. Schon hat sich der Ausflug für alle gelohnt!

Abel Tasman New Zealand Neuseeland

Zwischendurch erklärt Browne uns natürlich eine Menge zum Thema Meeresbiologie, zur Geschichte und dem Namen des Abel Tasman National Park. Außerdem reicht sie die ganze Zeit Kekse und Obst rum, wir werden also rundum gut versorgt. Einmal noch über offenes Meer müssen wir paddeln, dann landen wir an der Watering Cove.

Abel Tasman New Zealand Neuseeland

Für manche (mich) ist die Tour hier so gut wie beendet. Ich nehme das übernächste Wassertaxi zurück nach Marahau. Andere Tourteilnehmer nehmen andere Wassertaxis zu anderen Stränden und wandern von dort aus im National Park. Oder man kann auch von hier zurück nach Marahau wandern. Da das allerdings etwa 3 Stunden dauert und ich nicht so viel Zeit habe, nehme ich das Schnellboot zurück. Bis das kommt habe ich aber noch Zeit und kann etwas die Gegend rund um den Strand erkunden. 20 Minuten einen Hügel direkt hinter´m Strand rauf hat man eine tolle Aussicht auf Anchorage und auf die Bucht, in der unten am Strand gerade unsere Kayaks liegen.

Anchorage Abel Tasman New Zealand Neuseeland

Wieder zurück am Wasser kommt auch schon mein Boot. Mit einem irren Tempo geht es zurück nach Marahau, wo ich um 14 Uhr wieder in meinem Camper bin. Nächstes Mal werde ich bestimmt mehr Zeit für den Abel Tasman National Park einplanen. Eine wunderschöne Gegend, die man wirklich in Ruhe erkunden sollte. Und ich will natürlich den Split Apple Rock sehen 🙂 Die Felsen am Ufer der Watering Cove sind allerdings auch nicht zu verachten:

Abel Tasman New Zealand Neuseeland

Campervan Info Box

  • Castle Hill – Greymouth Top 10 (143 km, 2-3 Std.)
  • Greymouth Top 10 – Pancake Rocks (45 km, 1-2 Std.)
  • Pancake Rocks – Cape Foulwind (60 km, 2 Std.)
  • Cape Foulwind – Westport Kiwi Holiday Park (14 km, 20 Min.)
  • Westport Kiwi Holiday Park – Lake Rotoiti (160 km, 3 Std.)
  • Lake Rotoiti – Kaiteriteri (111 km, 2-3 Std.)
  • Kaiteriteri – Marahau (8 km, 20 Min.)
  • Insgesamt: ca. 540 km

West Coast Abel Tasman Map New Zealand Neuseeland

West Coast Abel Tasman Map New Zealand Neuseeland Info Box

Jetzt geht es für mich Richtung Fähre. Die Zeit auf der Südinsel ist schon vorbei und die mir viel unbekanntere Nordinsel wartet. Über Havelock fahre ich nach Picton und kann für morgen Nachmittag kurzfristig einen Platz auf der Interislander Fähre buchen. Diese 3-stündige Überfahrt durch die Cook Strait nach Wellington kostet mich 187,20 NZD (127 EUR).

 

Was es auf der Nordinsel Neuseelands zu sehen und erleben gibt ?

Schaut wieder rein und seht selbst !!

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