Wieviel kostet (m)eine Weltreise durch Australien, Neuseeland, USA ?

By | 1. Juni 2018

Lange habe ich überlegt, ob ich einen letzten Bericht, eine Art Kostenaufstellung über meine Weltreise, schreiben soll. Und falls ja, wie gehe ich diesen Bericht an ? Fasse ich nochmal alles zusammen, was ich in 3 Monaten erlebt habe ? Zu allen Etappen gibt es ja schon die einzelnen Artikel, die ich in den entsprechenden Kategorien weiter unten verlinkt habe.

Um einen Eindruck von den Ausgaben zu bekommen, die auf Euch während einer Weltreise zukommen, habe ich nach Ländern sortiert. So könnt Ihr die für Euch relevanten Informationen übersichtlich und schnell finden. Nicht aufgedröselt habe ich die Verpflegung. Das liegt daran, dass ich einfach keine Kassenbons aufgehoben habe. Ich habe aber meistens in Supermärkten eingekauft, jedenfalls in Australien und den USA. In Neuseeland bin ich auch öfters zum Discounter gefahren.

Natürlich macht man sich vor und während solch einer Tour auch Gedanken. Am Anfang über die Route und wie man diese plant. Dann habe ich mich gefragt, ob ich die ganze Zeit einen Rucksack schleppen oder doch lieber einen Trolley bequem hinter mir her ziehen möchte. Ich bin froh, dass ich mich für den Trolley entschieden habe. Der hat mir gute Dienste geleistet und war rückblickend die perfekte Wahl !

Eagle Creek Weltreise Trolley

Während der Reise kamen mir Gedanken, wie so eine Tour einen Menschen verändert. Oder vielmehr, dass es die Persönlichkeit weiter entwickelt, wenn man alleine reist. Seitdem bin ich wesentlich entspannter geworden, was den Beruf oder das Privatleben betrifft. Alles kommt, wie es kommen muss. Man braucht nicht immer alles beeinflussen oder übertrieben durchdenken! Mit neuem Selbstbewusstsein, erreicht durch das Bewältigen von unerwarteten Herausforderungen, geht man außerdem die nächsten Reisen um einiges sicherer an und macht sich weniger Sorgen.

Kommen wir aber jetzt zum eigentlichen Grund für diesen Beitrag: die Kosten

An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass diese Reise meine 1. Reise war, die länger als 3 Wochen dauerte. Ich wollte unbedingt so viel wie möglich sehen und alles erleben, was ich mir in den letzten Jahren auf meine Liste geschrieben hatte. Mir war klar, dass ich mir 3 der teuersten Reiseländer überhaupt ausgesucht hatte. Dementsprechend habe ich mein Budget vor der Reise grob abgeschätzt. Es hat ziemlich genau gepasst, denn als ich wieder zu Hause war, hatte ich noch etwa 100 EUR auf dem Konto ;)

Etappe 1 – Bangkok –

Mein 1. Stopp war Bangkok. Ich war noch nie zuvor in Thailand und wollte meine 2 Tage, die ich auf den Flug nach Australien wartete, voll ausnutzen. Es gibt garantiert günstigere Unterkünfte in Bangkok, und man kann auch die Stadt auf eigene Faust (also fast gratis) erkunden.

Flüge / Transportmittel

  • Flug Köln → Bangkok (Eurowings) = 379,99 EUR
  • Taxi zum Hotel = 15,34 EUR
  • Skytrain Ticket = 5,11 EUR
  • Taxi zum Flughafen = 7,67 EUR

Übernachtungen

Ich entschied mich dagegen, alleine los zu ziehen, und hatte stattdessen 2 fantastische Ausflüge mit GREEN MANGO. Das Hotel stand direkt um die Ecke vom Treffpunkt der beiden Touren, deswegen habe ich mich dafür entschieden. Durch so eine riesige, mir unbekannte Stadt zu irren an meinem ersten Tag, da hatte ich nur wenig Lust drauf. Außerdem war das Hotel sehr gut und der Preis angemessen. Sollte ich nochmal nach Bangkok kommen, würde ich da vermutlich wieder übernachten. Auch die beiden Touren von Green Mango kann ich nur empfehlen. Die deutschsprachigen Guides waren super und ich hatte eine tolle Zeit in der Stadt.

Verpflegung

  • Garküchen = 0,80 EUR
  • Supermarkt = 10,22 EUR

Luxus

  • Ayutthaya Full Day Tour = 90,00 EUR
  • Bangkok Full Day Tour = 65,00 EUR
  • Trinkgelder = 5,00 EUR

Insgesamt hat mich der Zwischenstopp in Thailand 751,13 EUR gekostet.

Wat Chai Watthanaram

Etappe 2 – Australien –

Australien war ja das eigentliche Ziel. Auf diesem Kontinent habe ich 24 Tage verbracht, was ich für einen ersten Eindruck gerade so ausreichend finde. Wie immer gilt: Je mehr Zeit zur Verfügung, desto besser! Übernachtet habe ich ausschließlich in Hostels, nur nicht während der Touren. Da waren es Roadhouses, Zelte und Boote – natürlich im Preis enthalten.

Flüge / Transportmittel

  • Flug Bangkok → Kuala Lumpur → Darwin (Malaysia Airlines) = 216,92 EUR
  • Taxi zum Flughafen Darwin = 21,50 EUR
  • Flug Darwin → Alice Springs (Qantas) = 141,00 EUR
  • Shuttle Flughafen → Hostel → Flughafen = 16,94 EUR
  • Flug Alice Springs → Cairns (Qantas) = 266,47 EUR
  • Greyhound Bus Cairns → Airlie Beach = 69,71 EUR
  • Flug Airlie Beach → Brisbane → Sydney (Virgin) = 109 EUR
  • Taxi zum Hostel = 32,58 EUR
  • Opal Card = 13,03 EUR

Übernachtungen

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass die Ausgaben für Verpflegung sehr grob geschätzt sind. Auf den Touren habe ich so gut wie nichts ausgegeben. Nur Alkohol musste man selber bezahlen ;) In den Hostels kann man selber kochen, also halten sich da die Ausgaben auch in Grenzen. Allerdings hatte ich oft auch keine Zeit oder keine Lust auf kochen. Dann wurde es auch mal etwas teurer, dafür hat es aber immer gut geschmeckt.

Verpflegung

  • Essen und Trinken insgesamt = ca. 312,00 EUR

Luxus

Insgesamt hat mich Australien 3346,49 EUR gekostet.

Sydney Opera House

Etappe 3 – Neuseeland –

Das nächste Ziel dieser Reise war Neuseeland. Für mein absolutes Lieblingsland hatte ich mir ganze 31 Tage Zeit genommen. Es war ein unglaublicher Roadtrip über beide Inseln, in einem VW T5 Campervan und mit soviel Freiheit, wie man sich nur wünschen kann. Hier hätte ich noch mindestens 500 EUR sparen können, wenn ich nicht immer wieder auf gebührenpflichtige Campingplätze gefahren wäre. Aber mir ist es zu fies, auf die teils übel zugerichteten Toiletten an den gratis Stellplätzen zu gehen. Bei den Top 10 Campgrounds hat man immer Zugang zu sauberen Toiletten, Duschen und Küchen. Den Camper habe ich eigentlich nur zum schlafen und fahren benutzt.

Flüge / Transportmittel

  • Flug Sydney → Christchurch (Air New Zealand) = 199,31 EUR
  • 30 Tage Campervan Miete = 2196,81 EUR
  • Interislander Fähre nach Wellington = 127,00 EUR

Übernachtungen

  • 2 Nächte im AirBnB in Christchurch = 56,00 EUR
  • Top 10 Account = 23,00 EUR
  • Stellplätze auf Top 10 Holiday Parks = ca. 500,00 EUR

Die Touren in Neuseeland waren maximal Tagestouren, oft nur Vormittags. Manche Anbieter geben mittags ein paar Plätzchen und was zu trinken aus, viel erwarten sollte man da nicht. Lieber selber was zubereiten und mitnehmen. Da ich einen Monat lang Selbstversorger war, musste ich auch öfter einkaufen und habe daher mindestens doppelt so viel wie in Australien für Verpflegung ausgegeben. Auch für Spaß und Souvenirs habe ich viel mehr Geld in die Hand genommen. Aber das wusste ich schon vorher und hatte mein Budget großzügig geplant.

Verpflegung

  • Essen und Trinken insgesamt = ca. 622,32 EUR
  • Tanken = 362,66 EUR

Luxus

Insgesamt hat mich Neuseeland 6305,57 EUR gekostet.

Emerald Lakes Tongariro Alpine Crossing New Zealand

Etappe 4 – Nordamerika –

Außer dem Roadtrip von Toronto nach Boston war ich noch nie in den USA. Ein Kumpel hatte mir vor Jahren Bilder seiner Reise entlang der Westküste gezeigt, da wusste ich – da muss ich auch hin. Und so flog ich von Auckland nach San Francisco, hatte ein paar unerwartet geniale Tage in der Stadt und bin dann zu einem Roadtrip aufgebrochen, der einfach unbeschreiblich war! Ich kann absolut die Leute verstehen, die es so toll im Südwesten finden. Aber der Pazifische Nordwesten ist mindestens genauso sehenswert, viel weniger touristisch und pures Abenteuer. Insgesamt hatte ich 27 Tage, um die westlichen Staaten der USA zu erkunden und ich würde es jederzeit wieder machen!

Flüge / Transportmittel

  • Flug Auckland → San Francisco (Air New Zealand) = 625,29 EUR
  • Shuttle zum Hostel = 13,00 EUR
  • 20 Tage *Mietwagen = 649,80 EUR + 268,00 EUR Upgrade auf Cadillac SRX
  • Fähre Port Angeles → Victoria, BC → Port Angeles = 31,00 EUR
  • Fähre Kingston → Edmonds = 12,00 EUR
  • Shuttle Seattle Airport → Seattle = 28,00 EUR
  • Bahnticket Seattle → Seattle Airport = 2,45 EUR
  • Flug Seattle → Frankfurt (Condor) = 508,98 EUR (inkl. Bahnticket nach Köln)

Übernachtungen

Motels sind ja überall bekannt als günstige Unterkunft am Straßenrand, nicht wahr ? So richtig kann ich das nicht bestätigen, wie man an den Zimmerpreisen sieht. Alternativen habe ich allerdings auch nicht oft gefunden. Klar, AirBnB wäre eine Möglichkeit gewesen, oft wusste ich aber einfach nicht, wo ich abends landen würde. Hostels habe ich auch nur selten gesehen, und nach der Zeit in Australien hatte ich eh die Nase voll von Dorm Rooms und in Neuseeland habe ich mich daran gewöhnt, alleine unterwegs zu sein. Im Endeffekt war es tatsächlich ziemlich ideal, so wie es gelaufen ist.

Zwischendurch war ich ja auch mal in Hostels (San Francisco, Yosemite, Portland, Seattle). Keine Frage, es ist immer nett, dort neue Leute zu treffen. Nach einer Weile ist es aber auch gut und ich war dann froh, wieder weiter ziehen zu können. Die ewig gleichen Backpacker-Fragen nerven irgendwann schon sehr.

Verpflegung

  • Essen und Trinken insgesamt = ca. 976,87 EUR
  • Tanken = 231,56 EUR

Luxus

Ja, Verpflegung war teuer. Da ich nur in den Hostels selber kochen konnte, musste ich an den Motel-Tagen auswärts essen gehen oder mir unterwegs was zum mitnehmen kaufen. Hier habe ich die Deli´s in verschiedenen Supermärkten sehr gut in Erinnerung. Fast Food in Form von In-N-Out Burger, Wendy´s oder Taco Bell gab es natürlich auch. Allein schon, weil es die bei uns in Deutschland nicht gibt, musste ich die einfach probieren. Ich fand alle gut. Und Fast Food ist einfach spottbillig in Amerika. In einem Diner oder Restaurant etwas richtiges zu essen ist dagegen eher teuer.

Gespart habe ich dafür bei den Touren. Hauptsächlich war ich in der Natur unterwegs, und die ist überall gratis. Nur nicht in den Nationalparks, aber dafür hatte ich ja den „America the Beautiful Pass“. Schließlich war ich ja wegen der gigantischen, überwältigenden Natur an die Westküste gekommen. Ich würde sagen, davon habe ich reichlich gesehen. Mit einem Auto in der Kleinwagen-Klasse und ab und zu selber kochen, kann man diesen Roadtrip auf jeden Fall noch um einiges günstiger machen.

Insgesamt hat mich Nordamerika 5476,91 EUR gekostet

Yosemite Point Half Dome National Park Kalifornien USA

Ich traue mich fast gar nicht, die Summe hier aufzuschreiben. Meine 3 Monate auf Weltreise haben mich stolze 15.880,10 EUR gekostet !! Wahnsinn. Mit dem Geld können die meisten Backpacker vermutlich jahrelang durch Südostasien tingeln. Aber ich wollte mir meine Träume erfüllen, nichts auslassen und nichts bereuen. Genau das habe ich getan und trauere dem Geld nicht hinterher. Denn wie heißt es so schön in unzähligen Zitaten der Instagram-Scheinwelt:

Travel is the only thing you buy that makes you richer.“

Da muss ich ausnahmsweise mal zustimmen. Genauer gesagt ist es ja so – wenn man Geld für´s Reisen ausgibt, dann investiert man ja eigentlich in sich selbst. Und das finde ich einen schönen Gedanken.

Hoffentlich konnte ich Euch mit dieser Übersicht einen Eindruck vermitteln, was für Kosten auf Euch zukommen können während einer längeren Reise. Natürlich kommt es immer auf die Art zu reisen und das persönliche Budget an. Wenn man aber mal die nüchternen Zahlen betrachtet relativiert sich vieles, finde ich.

Weltreise Statistik

Es relativiert sich dahingehend, was man für einen „Gegenwert“ bekommt. Ich bin einmal um die Welt geflogen, war auf 3 Kontinenten in 84 Tagen und bin 14.174 km gefahren. Das ist ungefähr die gleiche Entfernung wie von mir zu Hause bis in den äußersten Osten Sibiriens zu fahren. All die Abenteuer und Begegnungen unterwegs sind sowieso unbezahlbar! Von daher finde ich die Ausgaben von 188 EUR am Tag nicht schlimm. Natürlich ist das eine Menge Geld, aber ich habe nur gemacht, worauf ich Lust hatte und alles war selbstorganisiert. Schaut Euch nur mal im Vergleich die großen Reiseanbieter an. Eine geführte 4-wöchige Rundreise zB. in Neuseeland oder Australien kostet da mal locker 5000-8000 EUR.

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Wie ist es mit Euch und Euren Reisen ? Achtet Ihr auf jeden Cent und nehmt dafür auch manche Unbequemlichkeit in Kauf ? Oder gebt Ihr lieber etwas mehr aus und habt dafür auch das, was Ihr von Eurer Tour erwartet ? Schließlich ist es ja Urlaub und man sollte sich im Idealfall entspannen und vom Alltag erholen. Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen !

Einen tollen Artikel zum Thema Erholung auf einem Roadtrip gibt es auf reisen-fotografie.de

Weltreise Special

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4 thoughts on “Wieviel kostet (m)eine Weltreise durch Australien, Neuseeland, USA ?

  1. Elke

    Das ist eine gute Übersicht der Kosten, die ich sehr hilfreich finde. Nicht jeder reist im totalen low budget-Bereich, und Deine Aktivitäten samt Kosten geben mir einen guten Anhaltspunkt, wie ich selbst in diesen Ländern kalkulieren muss.
    Ich will auf Reisen auch nicht auf jeden Cent schauen; wenn ich schon um die halbe Welt fliege, möchte ich mir vor Ort auch Wünsche erfüllen, statt zu überlegen, ob ich jetzt noch ne Portion Pommes essen kann oder nicht.
    Klar war das eine Menge Geld, aber Du hast dafür auch viel bekommen – und Du hast sehr lange etwas davon! 🙂

    Reply
    1. Schwerti Post author

      Hallo Elke, sorry für die späte Rückmeldung, viel zu tun gehabt. Ich danke Dir für Deinen Kommentar und bin froh, dass Dir der Artikel hilft. Du hast so Recht mit den Pommes. Darüber möchte ich im Urlaub nicht nachdenken müssen und stattdessen genießen und tun, was ich gerne möchte. Man weiß ja auch nie, ob man jemals wieder dorthin kommen wird. Also nichts bereuen und tun was Spaß macht! Davon hat man am meisten, finde ich.
      LG, Schwerti

      Reply
  2. Roswitha

    hi Stefan
    Danke für deine Aufstellung. Ganz ehrlich: ich finde es super, dass du nicht auf dieser Geiz-ist-geil-Mentalität durch die Welt gefahren bist. Denn das geht immer auch auf Kosten der Länder. ich kann nie verstehen, dass Menschen aus hochentwickelter Ländern immer auf die billigste Art reisen müssen.

    Reply
    1. Schwerti Post author

      Ich verstehe das auch nicht, Roswitha. Aber jeder so wie er/sie will. Für mich ist das einfach nichts. Es freut mich aber auf jeden Fall, wenn Dir der Artikel gefällt. Durch Deine Beiträge auf Deinem Blog sehe ich, dass Du es auch so handhabst und das gefällt mir sehr gut!

      Reply

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