Island Roadtrip – Der Wilde Süden

By | 1. September 2018

Islands wilder Süden, rund um die Ringstraße, ist wundervollstes Roadtrip Gebiet! Hier donnern riesige Wellen auf schwarze Strände, die Wasserfälle sprudeln spektakulär von den Bergen herab und heiße Quellen laden zum schwimmen ein. Außerdem sind die Straßen zum großen Teil hervorragend ausgebaut und die kleinen Ortschaften entlang des Weges warten nur darauf, erkundet zu werden.

Komm mit auf die nächste Etappe unseres großen Island Roadtrips !

Im letzten Bericht habe ich Dir vom Golden Circle und den großartigen Wasserfällen an der Ringstraße berichtet. Seljalandsfoss und Skógafoss gehören auf jeden Fall zu den Highlights, wenn man die 1 Richtung Süden fährt. Es gibt da aber noch einen Wasserfall, der nicht ganz so bekannt, allerdings nicht minder genial ist: Kvernufoss. Die 20-minütige Wanderung dort hin startet am Skogar Museum in der Nähe des Skógafoss. Ihr könnt, ähnlich wie beim Seljalandsfoss hinter dem Wasserfall vorbei gehen. Das beste ist natürlich, dass hier viel weniger Touristen unterwegs sind.

Insel aus Feuer und Eis

Nach all den genialen Wasserfällen und einer spannenden Fahrt über die Ringstraße, sind wir in das Vík HI Hostel eingezogen. Gestärkt durch einen leckeren Burger aus dem Víkurskáli Grill machen wir uns spät Abends nochmal auf den Weg. 50 km die gleiche Strecke, die wir hergekommen sind, wieder zurück. Am Skógafoss vorbei und direkt dahinter in einen kleinen Weg rechts abbiegen. Dann nur noch ein paar Minuten über eine richtig üble Buckelpiste holpern und wir sind an einem Parkplatz angekommen. Die Sonne ist schon während der Fahrt untergegangen und uns bleibt nicht mehr viel Licht, um den schmalen Pfad zu erkennen, der tiefer in dieses Tal hinein führt, in dem wir uns befinden.

Seljavallalaug heißt der Swimming Pool, zu dem wir wollen. Er befindet sich direkt unterhalb des Eyjafjallajökull, dem sechstgrößten Gletscher Islands. Bekannter ist der Name Eyjafjallajökull, weil der unter dem Eis liegende Vulkan Eyjafjöll 2010 ausbrach und den europäischen Flugverkehr lahm legte. Ja genau, wir wollen unter einem aktiven Vulkan schwimmen!

Es ist fast dunkel, als wir am Pool ankommen. Ein paar Leute sind auch noch hier, damit hätten wir gar nicht gerechnet. In dem kleinen, etwas ranzigen Gebäude nebenan ziehen wir die Sachen aus und springen direkt ins Wasser. KALT! Naja, nicht wirklich kalt. Wir hatten aber richtig warmes Wasser erwartet und so ist es doch eine Überraschung, dass es höchstens lauwarm ist. Wenn man nicht die ganze Zeit in Bewegung ist, wird es schnell kühl im Becken. Da hilft nur, ganz in die Nähe des Schlauchs zu schwimmen, durch den heißes Wasser in den Pool geleitet wird. Entspannt im Wasser liegen und bei angenehmen Temperaturen abschalten nach einem langen Tag – das kann man hier getrost vergessen. Nach 30-40 Minuten ist es uns zu kalt und wir machen uns auf den Weg zurück zum Hostel nach Vík.

Am nächsten Morgen muss ich daran denken, wie passend der bekannte Begriff “Island, die Insel aus Feuer und Eis” auf den Swimming Pool von gestern Abend zutrifft. In unmittelbarer Nähe zu einem Vulkan, in dessen Innerem Lava blubbert und der dennoch von einem Gletscher überzogen ist, waren wir in einem Schwimmbecken kurz planschen. Obwohl dauernd heißes Wasser ins Becken strömt, wird das Wasser nie wirklich warm. Feuer und Eis.

Sehenswürdigkeiten in Vík í Mýrdal

Vík í Mýrdal ist der südlichste Ort auf dem isländischen Festland und hat ca. 330 Einwohner. Bekannt ist Vík besonders wegen seiner schwarzen Strände und der bizarren Felsnadeln vor der Küste. Genau diese werden wir uns heute anschauen. Außer den landschaftlichen Highlights gibt es nicht viel in Vík zu sehen. Vielleicht noch die Kirche Víkurkirkja, von der man bei Sonnenaufgang eine gute Sicht auf den Ort und das Meer dahinter hat. Unten an der Hauptstraße gibt es alles, was man braucht: Supermärkte, Geschäfte, Tankstelle, Restaurants.

Gestern Abend, nach dem Burger im Víkurskáli, waren wir kurz am Strand von Vík (der aus schwarzer Lava besteht) und konnten von dort die Felsnadeln Reynisdrangar sehen. Heute fahren wir ein kurzes Stück zum Strand Reynisfjara. Von hier kommt man recht nah an die „versteinerten Trolle“ heran. Zumindest werden die Felsnadeln so nach isländischer Legende genannt.

Der schwarze Strand Reynisfjara besteht aus Kies und ist daher nicht ganz so spannend wie der Strand in Vík. Aber dafür ist alles drum herum viel beeindruckender. Da wären gleich als Erstes die Basaltsäulen des Berges Reynisfjall und um die Ecke die Höhle Hálsanefshellir, ebenfalls aus Basalt. Hier tummeln sich die meisten Touristen, machen Fotos und fragen sich vermutlich, genau wie wir, wie diese Säulen entstanden sind. Verrückte, wundervolle Natur!

Basaltsäulen Reynisfjall Reynisfjara Vik Island

An den schwarzen Strand donnern riesige Wellen, die einen schäumenden Kontrast zum dunklen Kies bilden. Scheinbar muss man hier eine Warnung aussprechen. Jedenfalls lese ich das immer wieder. Offenbar sind hier schon Menschen gestorben, weil sie von der heftigen Brandung ins Meer gerissen wurden und ertranken. Allein der Anblick, wie die Wellen brechen, lässt mich einen entsprechend großen Sicherheitsabstand einhalten. Ich käme nie auf die Idee, da rein zu laufen.

Hinter den Basaltsäulen und der Höhle wenden wir uns nach links, Richtung Felsnadeln. Es ist mal wieder wie überall: Je weiter man sich von den Foto-Spots entfernt, desto weniger Leute laufen einem ins Bild. Und es sind ja wirklich nur ein paar Meter bis zum Ende des Strands. Hier stehen die Reynisdrangar ganz nah am Ufer.

Info
Morgens fotografierst Du hier gegen die Sonne. Vielleicht besser entweder zum Sonnenaufgang oder Nachmittags kommen?

Wir klettern über die Felsbrocken hinter uns und finden einen kleinen Durchgang mitten im Lavagestein. Dieser führt uns zu einem kleinen Strand mit noch mehr Felsen. Hier ist niemand außer uns! Nach Herzenslust können wir hier zwischen den Brocken rumklettern, Seevögel und auch ein paar Papageitaucher beobachten und gemütlich auf den Steinen in der Sonne liegen.

Seevogel im Süden Islands

Reynisdrangar Felsnadeln Vik Island

Auf dem Rückweg zum Parkplatz sehen wir in der Ferne den Dyrhólaey Arch und entscheiden spontan, ein Stück darauf zu zu laufen. Natürlich nicht den ganzen Weg, denn das dürften geschätzt einige Kilometer sein. Mit ein paar Bildern im Kasten sind wir uns einig, dass wir da möglichst nah ran wollen.

Dyrholaey Arch

Gesagt getan! Wieder an der Ringstraße angekommen biegen wir links ab und kurz danach nochmal links auf die Dyrhólaey-Halbinsel. Der Weg teilt sich nach einer Weile, rechts zweigt ein hubbelliger Schotterpfad ab. Wir folgen dem Hauptweg, der uns zu einem Parkplatz führt.

Hier sind wir zwar etwas näher dran an dem Felsbogen, aber so richtig gut ist die Sicht noch nicht. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir auf den Hügel rauf müssen. Und als wir sehen, dass sich da kleine Autos hinunter schlängeln, ist klar, wohin wir als nächstes fahren. Allerdings nicht, ohne vorher noch ein bisschen die Aussicht auf den schwarzen Strand aufzusaugen und ein Foto von dieser Seite des Dyrholaey Arch aufzunehmen.

Dyrholaey Arch

Über die Buckelpiste rumpeln wir dem staubigen Serpentinenweg entgegen, auf dem wir fast ausschließlich Allradfahrzeuge sehen. Als da aber ein kleiner Polo den Hang herab kommt, kneifen wir die Backen zusammen und jagen unseren Citigo mit etwas Schwung bergauf.


Hinweis: Der Weg ist kein Problem. Einfach die paar Schlaglöcher und den Gegenverkehr beobachten. Im Nu bist Du da oben!

Der Parkplatz ist dann auch überraschend groß und sogar mit Wohnwagen und Reisebussen gut gefüllt. Als erstes sticht natürlich der Leuchtturm ins Auge, den man vom Reynisfjara Strand gar nicht sehen konnte. Ob der Leuchtturm geschlossen oder gar verlassen ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls sehe ich niemanden hinein oder hinaus gehen. So wie die meisten Besucher gehen auch wir auf die Rückseite des Gebäudes, von wo man einen sehr guten Blick auf den Dyrholaey Arch hat.

Dyrholaey Arch von oben

Leider fotografiert man hier mittags gegen die Sonne, also gilt wie eigentlich fast immer: Morgens oder Abends kommen. Ist nur schwierig, wenn man auf einem Roadtrip unterwegs ist, und nicht unbegrenzt Zeit zur Verfügung hat. Wir fahren jedenfalls zurück nach Vík ins Hostel, um uns eine Kleinigkeit zum Mittagessen zu kochen. Danach ist Zeit für ein Nickerchen und am Nachmittag schreibe ich oben im Aufenthaltsraum den Artikel über die Olympic Peninsula. Es ist echt krass, wie weit ich zurück hänge mit meinen Berichten. Denn den Bericht, den Du gerade liest, habe ich zu Hause in Deutschland angefangen und sitze gerade in Antigua Guatemala auf einer Dachterasse mit Blick auf den Vulkan Agua. Man kann sich wahrlich schlimmere Orte vorstellen, um Reiseberichte zu verfassen ;)

Zum Sonnenuntergang fahren wir nochmal zum schwarzen Strand Reynisfjara und hoffen auf klaren Himmel und gute Motive.

Basaltsäulen Reynisfjara Black Sand Süd Island

Reynisdrangar Sonnenuntergang

Das Wetter spielt einigermaßen mit. Zwar sind zahlreiche Wolken am Himmel, aber die machen den Sonnenuntergang erst so richtig interessant. Es sind auch viel weniger Menschen am Strand, als wir zuerst erwartet haben. Die Selfie-Sticker sind allesamt verschwunden und nur noch die Fotografen mit den Teleobjektiven auf Stativ sind vor Ort – hoffend wie wir, dass die Natur Islands ein weiteres Mal ein Spektakel abliefert.

Dyrholaey Arch Sonnenuntergang

Was soll ich sagen ? Meiner Meinung nach hat der Sonnenuntergang voll geliefert. Richtige Fotografen hätten vermutlich bessere Bilder geschossen, aber ich bin zufrieden mit dem, was meine kleine Canon M10 schafft. Es ist eine Momentaufnahme und ich kann Dir nur raten, selbst zu einem Roadtrip durch Islands Süden aufzubrechen und die wundervolle Natur auf eigene Faust zu erkunden.

Dyrholaey Arch Sonnenuntergang

Hier die bisherigen Etappen unseres Island Roadtrips:

Wenn Du gerade eine Reise nach Island planst, erzähle mir gerne davon.

Wenn Du selbst schon dort gewesen bist und Tipps hast, immer raus damit.

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2 thoughts on “Island Roadtrip – Der Wilde Süden

  1. Cornelia

    Ach ja *seufz* so ein Roadtrip auf Island steht auch noch auf meiner Wunschliste ;-)
    Danke für den tollen Bericht!

    Reply
    1. Schwerti Post author

      Liebe Cornelia, danke Dir für den netten Kommentar. Freut mich natürlich, dass Dir der Bericht gefällt. Es kommen auch noch ein paar Artikel zu Island ;) Du brauchst da übrigens nicht zwingend ein 4WD für (so wie es in Deiner Bucket Liste steht). So eine Umrundung ist Solo und im Kleinwagen kein Problem! Kannst Dir ja bei Interesse mal meinen Bericht “Roadtrip für Sparfüchse” ansehen. Island ist nicht sooo mega teuer, wie man gemeinhin denkt.
      VG, Schwerti

      Reply

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