Auf unserer Mittelamerika Rundreise überqueren wir die Grenze von Guatemala in den mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Besonders wegen der großartigen Natur und den zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist Chiapas auf meine Reiseroute gekommen. Und weil es auch hier die von mir so lange ersehnten Maya-Ruinen gibt! Diese liegen praktischerweise auf dem Weg nach Yucatán, dem letzten großen Ziel dieser individuellen Rundreise durch Panama, Guatemala und jetzt Mexiko.

+ Ja ich weiß, eigentlich gehört Mexiko zu Nordamerika +

Wir fahren jedenfalls mit dem Bus, der uns auf der mexikanischen Seite der Grenze eingesammelt hat, durch das wunderschöne, bergige Hochland und den dichten Regenwald Mexikos. Die Autobahn 190 ist ehrlich gesagt nur eine Landstraße, übersät mit den endlosen Speedbumps, die mir schon in Guatemala den Spaß an langen Fahrstrecken verdorben haben. So wird aus einer 174 km langen Route (ab der Grenze) eine stundenlange Abfolge aus beschleunigen, abbremsen, über den Hubbel rüber, beschleunigen … Wir erreichen San Cristóbal de las Casas gegen 19 Uhr am Abend, nach insgesamt 12 Stunden seit der Abfahrt in Panajachel am Lago de Atitlán.

San Cristóbal de las Casas ist eine hübsche Kolonialstadt, die bereits 1528 gegründet wurde. Sie ist weltweit bekannt für ihre Architektur, von der ich während unseres kurzen Aufenthalts jedoch nur sehr wenig zu sehen bekomme, da ich fast ausschließlich abends in der Stadt unterwegs bin. San Cristóbal erinnert mich jedoch sehr an das schöne Antigua Guatemala, durch die Kolonialarchitektur mit den weißen Verzierungen.

Unterkunft in San Cristóbal de las Casas

Das *Hotel Plaza Magnolias aus dem 16. Jahrhundert macht einen guten Eindruck. Es ist sehr gepflegt, sauber und nett eingerichtet. Nach dem Dorm Room in Guatemala und der 12-Stunden-Fahrt hierher gönnen wir uns zwei Nächte in diesem 4 Sterne Hotel. Leider spricht an der Rezeption niemand Englisch, weshalb wir wieder etwas Pantomime brauchen, um alles zu klären. Zum Glück ist das Einchecken in ein Hotel ein universeller Vorgang, der immer gleich abläuft.

Adresse: Avenida Insurgentes 14, 29200 San Cristóbal de las Casas // Zimmer/Nacht: 48 EUR

Wir halten uns auch nicht lange im Hotelzimmer auf, sondern erkunden die Altstadt rund um den Zócalo – den zentralen Platz von San Cristóbal. In den kleinen Gassen und Sträßchen finden sich unzählige Cafés und Restaurants, sodass die Auswahl nicht leicht fällt. Nach der Mahlzeit lassen wir uns einfach durch das Gewusel treiben, ohne zu wissen, wo wir überhaupt gerade sind. Zufällig kommen wir an einem Hostel vorbei, in dem Leute an der Rezeption tatsächlich Englisch sprechen. Hier buche ich für 400 Pesos (18 EUR) für morgen eine Tour zu einem DER Highlights von Chiapas.

San Cristobal Chiapas bei Nacht

Naturwunder Cañón del Sumidero

Morgens um 8:30 Uhr werde ich am Hostel von einem Guide abgeholt und gemeinsam fahren wir eine Weile durch San Cristóbal, um Neun weitere Teilnehmer der Tour einzusammeln. Die 1,5-stündige Fahrt durch das Hochland ist wieder unglaublich toll und bietet traumhafte Ausblicke auf die Bergwelt Mexikos. Unsere erste Begegnung mit dem Sumidero Canyon findet am Ufer des Rio Grijalva statt, wo wir ein kleines Motorboot besteigen und gemächlich in den Canyon hinein schippern.

Brücke Cañón del Sumidero

Zum Glück habe ich mich heute schon zwei Mal mit Sonnenschutz eingeschmiert! Das Boot hat kein Dach, dadurch sitzen wir während der 2-stündigen Fahrt in der prallen Mittagssonne. Aber scheinbar ist es noch nicht heiß genug. Zumindest dem Krokodil nicht, das wir am Ufer beim Sonnenbaden erwischen.

Krokodil Cañón del Sumidero

Krokodil Sumidero Canyon Mexiko

Kurz darauf ragen links und rechts die teils über 1000 Meter hohen Felswände des Cañón del Sumidero auf. An den Wänden sind über die Jahrmillionen bizarre Felsformationen entstanden, und es gibt auch einige Grotten zu bestaunen.

Canyon Cañón del Sumidero

Felsformationen Cañón del Sumidero

Felsformationen Sumidero Canyon

Grotte Canon del Sumidero

Auf seinen etwa 25 Kilometern beherbergt der Cañón del Sumidero viele Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören Krokodile, Schildkröten, Reiher und andere Vögel, sowie Klammeraffen. Unser Guide/Bootsführer ist hervorragend darin, die Tiere in den Bäumen am Ufer zu entdecken. Mit meiner Kamera kann ich aber leider nicht nah genug zoomen und habe daher nur ein Rätselbild mit einem Affen darin zu zeigen. Findest Du ihn?

Affe Monkey Cañón del Sumidero

Dafür gibt es etwas anderes zu sehen: Plastikmüll. “Sumidero” bedeutet auf Deutsch soviel wie Abfluss oder Gully. Keine Ahnung, ob der Name etwas mit dem Zustand des Flusses Grijalva zu tun hat, der durch den Canyon fließt, aber er passt. Unser Bootsführer fährt teils im Zickzack über´s Wasser, vermutlich um ganzen Teppichen von Plastikmüll auszuweichen. Für den Eintrittspreis, der verlangt wird, finde ich, dass von Veranstalter- oder Nationalparkseite her VIEL mehr dafür getan werden müsste, dass das Wasser nicht verschmutzt wird. Zum einen den Müll abfischen und zum anderen – was noch viel wichtiger und nachhaltiger wäre – die Anwohner und Besucher aufzuklären, wie man Plastikmüll vermeidet oder zumindest richtig entsorgt. Das Thema ist während der gesamten Mittelamerika Rundreise präsent, weil einfach überall Müll herum liegt. Eine Lösung scheint es bisher jedoch noch nicht zu geben.

Reiher und Müll im Canon del Sumidero

Als wir das Ende des Canyons erreichen, einen der größten Stauseen Mexikos, geht unser Bootsführer einmal mit dem Hut durch das Boot und “verlangt” quasi ein Trinkgeld. Einerseits finde ich das ziemlich unverschämt, das so einzufordern. Auf der anderen Seite verdient er wahrscheinlich nur einen winzigen Bruchteil meines Monatslohns, daher beteilige ich mich am Tip. Danach geht es mit Vollgas zurück zum Bootsanleger, wo oben am Parkplatz unser Shuttlefahrer auf uns wartet.

Einen sehr schönen Bericht mit weiteren Infos zum Canyon findest Du auch zB. bei Petra auf ihrem Blog
Passenger on Earth.

Canyon Cañón del Sumidero

Wir fahren als nächstes bergauf zu den Aussichtspunkten des Cañón del Sumidero. Insgesamt sind es glaube ich 4 Viewpoints, an denen wir anhalten und jeweils 10 Minuten Zeit für Fotos haben. Wirklich gute Sicht hat man aber nur vom höchsten Punkt, an dem sich auch ein Souvenirshop und eine Toilette befinden. Von hier ist die Aussicht auf den 1 km tiefer liegenden Fluss und den gesamten Canyon einfach unglaublich toll. Wenn Du mit eigenem Mietwagen oder privatem Fahrer zum Canyon kommen solltest, empfehle ich Dir, direkt zum höchsten Punkt zu fahren und hier die Zeit und Aussicht in Ruhe zu genießen.

Cañón del Sumidero Viewpoint

Cañón del Sumidero Viewpoint

Tipp
Für eine Tour zum Cañón del Sumidero können sich einige Dinge als nützlich erweisen: Sonnenschirm, Hut, Sonnencreme, viel Wasser, Snacks, Objektiv für die Kamera, Kleingeld.

Auf der Rückfahrt nach San Cristóbal hält der Fahrer noch in Chiapa de Corzo und gibt uns zu verstehen, dass wir uns in zwei Stunden wieder am Shuttle einfinden sollen. Ohne weiteren Kommentar fährt er davon, nachdem alle ausgestiegen sind. Und da stehen wir nun – keiner hat eine Ahnung, was es hier zu sehen gibt oder was nun zu tun ist. Da den ganzen Tag fast niemand aus der Gruppe mal die Zähne auseinander bekommen hat, spaziere ich einfach wahllos in eine Richtung. Chiapa de Corzo ist eine nette Kleinstadt in einer Gegend, die mutmaßlich bereits seit über 3000 Jahren bewohnt ist.

Sehenswürdigkeiten sind das Wahrzeichen der Stadt (der Brunnen La Pila) und weitere Kolonialbauten. Leider ist ausgerechnet der hübsche Brunnen La Pila von einem Bauzaun umgeben und somit alles andere als ein schönes Motiv. Ich streife eine Weile durch die Straßen, kaufe mir unterwegs geschnittene Mango für 20 Pesos (0,90 EUR) und schaue mir die vielen Stände am Straßenrand an, wo farbenfrohe Handwerkskunst verkauft wird. Die restliche Wartezeit sitze ich im Schatten auf dem Platz des Brunnens und warte auf den Shuttlebus.

Gegen 18 Uhr bin ich wieder im Hotel in San Cristóbal de las Casas und freue mich über die erfrischende Dusche. Abends treffen wir uns zum Essen in einem kleinen Restaurant und planen unsere weitere Route durch Mexiko. Bisher war nämlich noch nicht klar, in welche Richtung wir weiter ziehen wollen. Nach einer Weile kristallisiert sich Palenque heraus – eine Stätte mit Maya-Ruinen, etwa 200 km nördlich von San Cristóbal.

Beim ADO Express in der Straße Real de Guadalupe besorgen wir uns Bustickets für morgen früh. Während wir in der Warteschlange stehen, kommen wir mit einer Brasilianerin hinter uns ins Gespräch und nachdem wir unsere Fahrkarten gekauft haben, erzählen wir ihr, dass wir morgen früh mit dem ADO nach Palenque fahren wollen. Da fährt sie morgen auch hin, allerdings mit einer geführten Tour im Shuttlebus und nicht im Reisebus. Es stellt sich heraus, dass es im Reisebüro direkt gegenüber vom ADO Express Schalter die Möglichkeit gibt, eine Tour nach Palenque zu buchen und danach in der Stadt Palenque zu bleiben. Der Preis unterscheidet sich vielleicht um ein paar Euro vom Busticket!
Wir also wieder zum ADO Schalter, um unsere Fahrkarten umzutauschen, was aber nicht geht. Man kann sie allerdings für andere Fahrten mit ADO benutzen und muss dann nur eventuelle Differenzen bezahlen, was ich einen fairen Deal finde, da wir bestimmt nochmal ADO benutzen werden. Im Reisebüro OTISA Travel & Tours buchen wir für 53 USD (47 EUR) eine Guided Shuttle Tour nach Palenque.

Warum? Die geführte Tour fährt dieselbe Strecke wie der ADO Bus, hält aber ab und zu für Pausen – und vor allem gibt es Stopps an den Wasserfällen Agua Azul, Misol-Ha und den Maya-Ruinen von Palenque. So sehen wir all diese Orte schon auf dem Weg nach Palenque und müssen nicht am Tag nach der Ankunft nochmal mit einer Tour in die entgegengesetzte Richtung fahren. Wir sparen also einen kompletten Reisetag mit dieser Tour ein!

Naturwunder Cascadas de Agua Azul

Um 4 Uhr morgens werden wir am Hotel abgeholt. Es geht stundenlang durch den dunklen Dschungel – auf schmalen, gewundenen Straßen, die natürlich wieder alle 100 Meter einen Speedbump aufweisen. Gegen 10 Uhr halten wir irgendwo an für ein Frühstück. Danach ist es noch ein kurzes Stück bis zu den Wasserfällen Agua Azul. Leider ist der Himmel sehr bedeckt heute, dadurch wirkt die fantastische Farbe des Wassers nicht ganz so spektakulär, wie man es auf richtig guten Fotos sieht. Trotzdem bin ich völlig begeistert von den Cascadas, den vielen kleinen Wasserfällen. Neben den Wasserfällen verläuft ein Weg, der 2-3 km an den Kaskaden entlang bergauf führt. Gelegentlich gibt es abgegrenzte Bereiche, in denen man schwimmen darf – also unbedingt Badesachen mitnehmen! Zwei Stunden haben wir hier leider nur zur Verfügung, was VIEL zu wenig ist. Du solltest besser mit viel Zeit kommen und den ganzen Tag hier verbringen. Ich schaffe es mit all den Foto-Stopps noch nichtmal bis ganz nach oben, und muss 5 Minuten vor Abfahrt wehmütig umdrehen und den ganzen Weg zurück laufen.

Hoffentlich überzeugen Dich die folgenden Eindrücke davon, hier etwas Zeit zu verbringen. Es gibt auch ausreichend Verpflegung zu kaufen und Toiletten sind ebenfalls vorhanden.

Cascadas de Agua Azul

Cascadas de Agua Azul

Cascadas de Agua Azul

Cascadas de Agua Azul Mexiko

Cascadas de Agua Azul

Misol-Ha Wasserfall

Der Misol-Ha ist ein etwa 35 Meter hoher Wasserfall ganz in der Nähe der Cascadas de Agua Azul. Als wir hier ankommen, sind schon richtig viele Touristen vor Ort und man muss kurz anstehen, um ein Foto zu schießen. Auch hier drängt wieder die Zeit bzw. unser Fahrer. Trotzdem nehme ich mir die Zeit, den kleinen Weg Richtung Wasserfall zu gehen. Obwohl man hinter dem Wasserfall vorbei gehen kann, wird man nicht so nass wie erwartet! Aber die Stufen, die zu einer Höhle und einem See führen, sind total überspült und verhindern ein Weiterkommen. Auch hier bin ich froh, zumindest etwas Zeit an diesem schönen Ort verbracht zu haben. Richtig lange will man bei den Touristenmassen eh nicht bleiben. Lieber mehr Zeit für Agua Azul einplanen!

Misol-Ha Wasserfall

Misol-Ha Waterfall Mexiko

Misol-Ha Waterfall Mexiko

Die Ruinen der Maya in Palenque

Das große Highlight des Tages ist ganz klar Palenque. Bereits im 4. Jahrhundert siedelten hier Menschen, und der erste historisch gesicherte König regierte vom Jahr 431 bis 435. Es ist faszinierend, dass diese Gebäude schon seit Jahrhunderten hier im Tieflanddschungel von Chiapas stehen und teilweise noch hervorragend erhalten sind. Und was noch unglaublicher ist – es wurden bisher erst 5% der Gebäude der Maya-Ruinen von Palenque freigelegt und restauriert! Das alles hier sind nur 5 Prozent, wie riesig musste diese Metropole der Maya also einst gewesen sein?!

Palenque Maya Ruinen Mexiko

Vor dem Eingang tummeln sich wie gewohnt zahllose Händler, die ihre Waren den Touristen anpreisen. Hier empfielt es sich vielleicht, für 50 Pesos ein Anti-Moskito Spray zu erstehen. Die Viecher können nämlich in Palenque – oder generell im Dschungel – eine echte Plage sein. Ich werde heute zum Glück verschont, weiß aber nicht, ob es am Spray liegt.

Unser Shuttlefahrer schleust uns durch den Eingang, der Eintritt ist nämlich (wie bei den Wasserfällen vorher) im Ticket enthalten. Falls Du individuell anreist, kostet Dich der Eintritt 57 Pesos (ca. 2,60 EUR) und nach 17 Uhr ganze 191 Pesos. Am Eingang kannst Du dich auch einer geführten Tour durch die Ruinen anschließen oder einen privaten Guide anheuern. Wir gehen auf eigene Faust los, weil wir keine Lust auf ewige Vorträge vor jedem Gebäude haben. Die Infos besorge ich mir lieber nachträglich in Ruhe online, und zwar jetzt gerade, wo ich diesen Bericht schreibe.

Rundgang durch die Ruinen von Palenque

Fast direkt nach dem Eingang befindet sich der “Tempel der Inschriften”. Diese großartige, 21 Meter hohe Pyramide wurde wohl 690 n. Chr. vollendet und enthielt im Inneren die Grabkammer des Königs K´inich Janaab Pakal I. Obwohl man viele Ruinen besteigen darf, ist der “Tempel der Inschriften” gesperrt. Das kann ich bei einem Jahrhunderte alten Gebäude gut nachvollziehen und halte mich selbstverständlich an die Regeln. Ich empfehle Dir jetzt hier einen sehr informativen, lesenswerten Artikel zu Pakal und den Gebräuchen der Maya auf Welt.de.

Tempel der Inschriften Palenque Ruinen Mexiko

Gegenüber der Pyramide befindet sich “El Palacio”, welcher das größte Gebäude der gesamten Anlage darstellt. Besonders bekannt ist er für seinen vierstöckigen Turm, der auch astronomische Funktionen erfüllte. So geht die Sonne genau hinter dem Turm auf, wenn man zur Tag-und-Nacht-Gleiche vom “Tempel der Inschriften” aus herüber schaut.

Palast Maya Ruinen Palenque

„El Palacio“ vom „Templo de la Cruz“ aus gesehen

Templo de la Cruz Palenque Mexiko

Links „Templo de la Cruz“ und Rechts „Templo del Sol“

Schwerti on Tour Maya Ruinen von Palenque

Wir folgen dem Weg in einem Bogen über einen kleinen Bach hinweg. Übrigens bedeutet Palenque soviel wie “Großes Wasser”, was wohl auf die vielen Flüsse und Bäche des Gebiets zurück zu führen ist. Als wir den “Tempel des Kreuzes” bestiegen haben, immerhin die größte Pyramide der Anlage, gönnen wir uns eine Pause und genießen den sensationellen Ausblick Richtung “El Palacio”. Während dieser Pause packen wir die Drohne aus und spielen mit dem Gedanken, sie kurz steigen zu lassen, um ein Foto von uns auf der Pyramide zu schießen. Gleichzeitig steigt ein Guide mit seiner Gruppe die Stufen runter und verpfeift uns prompt an irgendwelche Security-Menschen. Die kommen dann auch ganz hektisch angerannt, obwohl wir die Drohne schon längst wieder verstaut haben. Nach wie vor verstehe ich nicht, wo das Problem wäre, für ein paar Sekunden zu fliegen. Vermutlich würden es dann alle machen wollen und das würde zu Unfällen führen, weil Menschen halt dumm sind.

Templo de la Cruz in Palenque Mexico

„Tempel des Kreuzes“

Weiter geht es über einen der hübsch angelegten Wege durch die Ruinen. Auf einigen Bäumen sitzen große, farbenfrohe Papageien, und irgendwelche depperten Touristen versuchen, sie mit Futter anzulocken. Kopfschüttelnd wenden wir uns ab und dringen über den Weg tief in den Dschungel ein, begleitet von den Rufen der Brüllaffen, die wir jedoch nie zu sehen bekommen.

Maya Ruinen Palenque Mexiko

Der Weg führt an nur teilweise freigelegten und nicht restaurierten Gebäuden vorbei. Es ist doch einfach fantastisch, wie sich die Natur dieses Gelände zurückerobert hat, oder? Unwillkürlich fragt man sich, ob das eigene Haus in einigen hundert Jahren auch so aussehen wird und ob dann noch Menschen in der Gegend leben werden.

Maya Ruinen Palenque Mexiko

An einer Hängebrücke über einem Bach machen wir noch eine Pause. Lassen die Beine von der Brücke und die Gedanken ganz weit weg baumeln. Für mich ist hier der schönste Ort in Palenque. Niemand ist da, man hört nur das leise gurgeln des Wassers und die Geräusche des niemals schlafenden Dschungels. Hier könnte ich noch stundenlang sitzen und ins glasklare, lauwarme Wasser starren.

Maya Ruinen Palenque Mexiko

1,3 km vom Eingang entfernt treten wir durch den Ausgang von Palenque auf die Straße. Irgendwie haben wir wohl eine Abzweigung verpasst. Zum Glück kommt ein Shuttle vorbei und nimmt uns für 10 Pesos mit zum Haupteingang, wo wir kurze Zeit später von unserem Shuttlefahrer wieder abgeholt werden.

Tipp
Wenn Du den Weg durch die Maya-Ruinen von Palenque als Rundweg gehen willst, nimm Dir eine Karte vom Haupteingang mit oder mach ein Foto von der Übersichtskarte hinter dem Eingangsbereich. Nach der Hängebrücke über den Bachlauf zweigt links ein Weg ab, der führt Richtung (24) “Grupo I y II” und von dort zum Haupteingang. Ist vermutlich interessanter, als zu Fuß oder per Anhalter über die Straße zurück zu kommen.

Fazit zu Palenque:

Es sind meine ersten Maya-Ruinen in Mexiko und ich bin völlig von den Socken. Die beeindruckenden “Hauptgebäude” sind liebevoll freigelegt und restauriert. Gleichzeitig gibt es Teile der Anlage, die völlig ursprünglich wirken, vom Gehweg abgesehen, und das ganze Erlebnis so authentisch wirken lassen. Ich könnte eine Woche in Palenque verbringen und auch am letzten Tag noch staunend durch die Ruinen wandeln. Ein absoluter Traum von meiner Bucket Liste ist in Erfüllung gegangen!

Unterkunft & Abschied in Palenque

Unsere Gruppe steigt am Parkplatz in den Shuttlebus und der Fahrer bringt uns in die Stadt Palenque, die nur einige Kilometer entfernt von der “Zona Arqueológica Palenque” liegt. Das Hotel für heute haben wir vorhin erst auf dem Parkplatz per Handy gebucht. Es ist das ganz nette *Hotel Chablis, das einen sehr sauberen Eindruck macht und endlich mal Englisch sprechendes Personal vorweisen kann. Das etwa gleich bewertete Hostel Yaxkin ist fast nebenan, kostet aber nur 1/3 unseres Zimmers!

Adresse: Merle Green 7, 29960 Palenque // Preis Zimmer/Nacht: 68 EUR

Nach diesem langen Tag tut die Dusche richtig gut – genau wie frische, saubere Kleidung. Wir machen uns auch direkt auf die Suche nach etwas essbarem und finden in einer Seitenstraße, die bei Google Maps einfach nur “Juárez” heißt, das Saraguatos Restaurant. Es wird zufällig von einem Deutschen und seiner mexikanischen Frau betrieben. Die Burger sind frisch und mega lecker.

Bei einem kalten Corona beschließen Jeff und ich dann auch, dass sich die Wege hier trennen. Von Anfang an war klar, dass wir die Reise nicht zusammen beenden werden. Er will unbedingt noch rüber nach Belize und ich will unbedingt rauf nach Yucatán, wo er schonmal war. In Palenque macht es einfach am meisten Sinn, weil von hier Direktbusse in beide Richtungen fahren.

Ist natürlich schade, aber so läuft das Reisen alleine bzw. mit Freunden manchmal. Bringt ja nichts, zusammen weiter zu reisen, wenn man unterschiedliche Ziele hat. Wir bleiben ja trotzdem Travelbuddies – tatsächlich machen wir 2019 einen Roadtrip durch Alaska zusammen!!

Ich freue mich jedenfalls schon wahnsinnig auf die noch kommenden Maya-Ruinen in Yucatán und kann es kaum erwarten, Dir von den bekanntesten zu berichten. Die Rundreise durch Mexiko geht also noch etwas weiter. Chiapas hat mich mit seinen Naturwundern und den wundervollen Ruinen in Palenque sehr begeistert, obwohl ich so einige Sachen verpasst habe. Diese möchte ich in der Zukunft unbedingt noch sehen. Es handelt sich dabei um folgende Sehenswürdigkeiten in Chiapas, Mexiko, die vielleicht auch für Dich interessant sind:

  • Lagos de Montebello: Über 50 kristallklare Seen in allen erdenklichen Blautönen gilt es zu erkunden. 3 Stunden von San Cristóbal de las Casas entfernt. Eintritt ca. 6 EUR. Top Aussichtspunkt: Mirador de los Cincos Lagos.
  • Die Wasserfälle Velo de Novia / El Chiflón: Bis zu 70 Meter hoch. Dort kann man schwimmen, also Badesachen einpacken!
  • Tolle Berichte mit vielen Tipps zu Mexiko findest Du auch bei Barbara von Barbaralicious.

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