Nordamerika Roadtrip: Toronto – Niagarafälle – Boston

By | 14. Mai 2015

Um möglichst viele Sehenswürdigkeiten der beiden großen Metropolen Toronto und Boston im Nordosten von Nordamerika zu entdecken, bietet sich ein Roadtrip an. Von Kanada´s Großstadt Toronto am Lake Ontario, vorbei an den beeindruckenden Niagarafällen, durch die endlosen Wälder im Staat New York bis zu einer der schönsten Städte der USA: Boston, Massachusetts.

Zu diesem Roadtrip durch Kanada und die USA haben mein Kumpel Ray und ich uns im April 2015 entschlossen. Das ist definitiv Nebensaison, hat aber den Vorteil, dass die Preise günstiger sind und die Touristen noch nicht so zahlreich.

In diesem Artikel berichte ich von unserem sensationellen Roadtrip im Nordosten Nordamerikas. Ich zeige Dir, was es zu sehen und zu erleben gibt und gebe genug Tipps, damit diese (oder eine ähnliche) Tour auch für Dich leicht planbar ist.

Toronto Sehenswürdigkeiten

Samstags morgens, Ende April, geht es in aller Früh vom Düsseldorfer Flughafen aus los. Zunächst in knapp einer Stunde nach Kopenhagen und nach 4-stündiger Wartezeit weiter nach Toronto, wo wir trotz 8 Stunden Flug Dank der Zeitumstellung am frühen Nachmittag ankommen. Mit dem Bus 192 „Airport Rocket“ kommt man bequem zur Endstation Kipling Station. Von hier fährt die Bahn nach Osten. Um nach Downtown zu kommen, steigen wir an der Station Queen´s Park aus und gehen die restlichen Meter zu Fuß. Die Verbindungen funktionieren einwandfrei und wir sind ruck-zuck in unserer AirBnB Wohnung.

Die Wohnung liegt ziemlich gut, nahe Downtown Toronto. Zu den Sehenswürdigkeiten und großen Geschäften brauchen wir nicht mal eine Karte. Einfach an der Ecke Yonge Street rechts abbiegen und diese einmal komplett runter laufen, dann hat man schon die ersten Highlights gesehen. In einer der vielen Bars lassen wir den ersten Abend in Toronto ausklingen.

Downtown Toronto

Der Sonntag startet ziemlich gemächlich, ist ja schließlich Urlaub! Trotzdem sind wir so gegen 9 Uhr schon unterwegs auf sehr leeren Straßen in Downtown Toronto. Frühstücken wollen wir eigentlich im viel gelobten, sehr gut bewerteten St. Lawrence Market. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Gooderham Building vorbei, einer Art Mini-Kopie des Flat Iron Buildings in New York City.

Downtown Toronto Gooderham Building

Downtown Toronto Hockey Hall of Fame

Tipp
Sonntags/Feiertags ist St. Lawrence Market geschlossen!

Auch die Hockey Hall of Fame, an der wir auf dem Weg zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Toronto vorbei kommen, ist geschlossen. Nur der Souvenir Shop hat ab 10 Uhr geöffnet. Wir frühstücken dann halt bei Second Cup, gleich um die Ecke vom CN Tower, welcher unser nächstes Ziel ist. Auf dem Weg dorthin kommen wir am echt beeindruckend großen Fairmont Royal York Hotel vorbei, das einiges an Charme verliert, weil davor gerade eine Großbaustelle ist. Die Ausmaße des Hotels lassen sich vom CN Tower aus sehr gut einschätzen. Das Gebäude mit dem grünen Spitzdach in der Bildmitte ist das Fairmont:

Downtown Toronto Fairmont Hotel

Für schlanke 21 EUR geht es auf 346 Meter Höhe im CN Tower, dem Wahrzeichen von Toronto. Von hier oben hat man eine großartige fast 360° Rundumsicht, und sieht auch weit über Toronto hinaus. Besonders die Sicht über Lake Ontario ist klasse! Wir können sogar bis rüber in die USA sehen und vermuten in der Ferne, wo sehr hohe Gebäude zu erahnen sind, dass dort die Niagara Fälle sind.

Downtown Toronto CN Tower Aussicht

Downtown Toronto CN Tower Lake Ontario

Nächster Stopp: Steam Whistle Brewing. Für Eisenbahnfreunde gibt es davor sogar noch ein paar Locks und einen alten Bahnhof. In der Brauerei kann man eine geführte Tour machen. Aber sein wir doch ehrlich, wir sind für die Pröbchen da ;)

Downtown Toronto CN Tower Steam Whistle Brewing

Recht heiter geht es weiter, Richtung Lake Ontario. Wir wollen auf die Toronto Islands, um mal einen richtig guten Blick auf die tolle Skyline von Toronto zu bekommen. Am Jack Layton Ferry Terminal legen die Fähren ab. Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten und ist bei warmem Wetter bestimmt sehr schön. Mir ist mega kalt gerade.

Hier muss ich dann allerdings auch mal erwähnen, dass Ende April in Toronto und vielen Gebieten in Nordamerika quasi gerade erst der Winter zu Ende ist. Es liegt zwar kein Schnee mehr, und die Sonne scheint den ganzen Tag, aber mehr als 10 Grad hat es bestimmt nicht. Zumindest nicht auf dem Wasser des Lake Ontario. Und im Schatten der etlichen Hochhäuser in Downtown Toronto auch nicht.

Auf den Inseln ist jedenfalls alles geschlossen. Ob das an der Jahreszeit liegt oder am Sonntag? Wir steuern nach Öffnen des Gates nach links und kommen über eine kleine Brücke nach Olympic Island. Klingt doch unglaublich gut, oder? Ist aber eigentlich bloß ein kleiner Park, aber mit einer mega Aussicht auf Toronto´s Skyline:

Toronto Skyline Olympic Island

Toronto Skyline Olympic Island

Den Rest des Tages spazieren wir kreuz und quer durch die Stadt. Am Nachmittag gehen wir kurz zurück in die Wohnung zum duschen und etwas zu entspannen. Gegen 18 Uhr geht es wieder die Yonge Street runter, zum Burger futtern im Hard Rock Cafe Toronto. Danach sehen wir am Air Canada Centre, welches jetzt anscheinend Scotiabank Arena heißt, ein NBA live Spiel. Die Toronto Raptors verlieren 94:125 gegen die Washington Wizards.

Zusammenfassung der Sehenswürdigkeiten in Toronto

  • St. Lawrence Market
  • Hockey Hall of Fame
  • CN Tower
  • Ripley´s Aquarium of Canada
  • Toronto Islands
  • Air Canada Centre

Für Naturliebhaber hat Kathi schöne Tipps auf ihrem Blog Kulturtänzer !

Roadtrip zu den Niagarafällen

Am nächsten Morgen geht es mit den weiter oben erwähnten Bus- und Bahnverbindungen zurück zum Toronto Pearson International Airport. Bei Alamo holen wir den Mietwagen für unseren Nordamerika Roadtrip ab. Wir haben die Wahl zwischen irgendeinem riesigen SUV und einem Dodge Challenger 3,6l V6 mit 305 PS – nicht die schwierigste Entscheidung ;)

Der Wagen ist vollgetankt und kann leer in Boston am Flughafen zurück gegeben werden, also brauchen wir nicht zwingend Sprit sparen, der hier sowieso spottbillig ist. Dementsprechend testen wir auf der Autobahn von Toronto Richtung Niagarafälle öfters mal den coolen Sound, den der V6 Motor produziert, wenn man das Gaspedal ganz durchtritt. So brauchen wir für die ca. 130 km gerade einmal eine Stunde.

Unterkunft an den Niagarafällen

Unsere AirBnB Unterkunft „Rivers Edge Inn“ liegt direkt an der River Road in der kleinen Stadt Niagara Falls. Unmittelbar am Niagara River und zu Fuß ca. 10 Minuten von den Niagarafällen entfernt, liegt sie perfekt, um diese tolle Gegend problemlos ohne Auto zu erkunden.

Es besteht also keine Notwendigkeit in eins der hässlichen, riesigen Hotels gegenüber der Hauptattraktion einzuchecken, wenn man VIEL günstiger, gemütlicher und persönlicher bei Bruno übernachten kann. Ich kann sein Haus nur wärmstens empfehlen! Es gibt auf jedem Zimmer ein eigenes Bad, am Flurende eine Tee/Kaffee Küche mit Aussicht auf den Fluss bzw. die Schlucht und hinter dem Haus gibt es Parkplätze, die im Ort selber nur gegen Geld zu bekommen sind. Und ganz nebenbei ist Bruno super nett und entgegenkommend und hat viele Tipps parat. Hier würde ich auf jeden Fall wieder übernachten.

Adresse: 5171 River Rd, Niagara Falls, Ontario // Preis Person/Nacht: 31 EUR (2015)

Die Niagarafälle

Trotz stark bedecktem Himmel ziehen wir nach dem Einchecken direkt los. Schon die dunkel-türkise Farbe des Wassers unten im Fluss steigert meine Vorfreude gewaltig. Wir passieren die Rainbow Bridge, über die man rüber in die USA kommen kann, und eine Minute später sind da plötzlich die bekanntesten Wasserfälle Nordamerikas, die Niagarafälle!

Niagarafälle Kanada Seite Nordamerika Roadtrip

Niagarafälle Kanada Seite Nordamerika Roadtrip

Diesen überwältigenden Anblick kann man übrigens nur von der kanadischen Seite aus genießen. Von der USA-Seite kommt man zwar sehr nahe an die Niagarafälle ran, kann das Spektakel aber nur von der Seite bzw. von seitlich oben sehen. Auf der Rainbow Bridge zahlst Du 50 Cent für die Benutzung der Brücke, Du solltest also Quarters dabei haben! Und dann nochmal ca. 6 USD pro Person für die Einreise in die USA inkl. Foto machen und Fingerabdrücke nehmen. Wenn Du also auf die USA-Seite der Niagarafälle willst, melde Dich vorher über ESTA an, das vereinfacht vieles beim Grenzübergang. Auf dem Rückweg müssen wir dann auf der kanadischen Seite nochmal den Pass zeigen und ein paar Fragen beantworten, werden aber problemlos durchgewunken.

Niagarafälle USA Seite Nordamerika Roadtrip

Niagarafälle USA Seite Nordamerika Roadtrip

Ich empfehle ganz klar die Kanada-Seite der Niagarafälle! Vor allem natürlich wegen der viel besseren Sicht auf die Wasserfälle. Attraktionen wie „Journey behind the Falls“ kann man sich sparen. Da sieht man die Horseshoe Falls (also die kanadischen) von unten und von hinten, also durch einen Gang unter der Erde. Durch eine Öffnung siehst Du dann rauschendes Wasser. Ist nicht wirklich spektakulär, schwer zu fotografieren und dafür einfach nur teuer. Und in unserem Fall von einer extrem gelangweilten Fahrstuhlführerin robotermäßig erklärt. Spare Dir das Geld lieber für Souvenirs, die Bootstour auf der „Maid of the Mist“ oder den Eintritt auf die USA-Seite.

Am Abend fahren wir mit unserem Challenger nochmal schnell zu den Niagarafällen, um zu sehen, wie es im Dunkeln mit Beleuchtung aussieht. Ist ganz nett, aber ich bin froh, dass wir nicht zu Fuß gegangen sind. Sooo überragend ist es dann auch wieder nicht. Wir halten auch nur kurz auf der rechten Spur für ein paar Fotos und fahren dann zurück. Morgen führt uns die Route unseres Roadtrips durch Nordamerika rüber in die USA.

Niagarafälle beleuchtet Nordamerika Roadtrip

Roadtrip in Upstate New York

Der nächste Tag fängt ganz entspannt an. Wir kaufen bei Walmart ein paar Sachen ein und fahren dann über die Grenze in den US-Bundesstaat New York. An der Schranke gibt es keinerlei Probleme. Auch die ca. 534 km bis zu unserer nächsten Unterkunft fahren sich vollkommen entspannt, das kann man nicht mit dem Stress auf deutschen Autobahnen vergleichen. Genau so muss ein Roadtrip in Nordamerika doch sein! Gemütliches cruisen auf der Interstate, wo niemand andauernd drängelt oder meint, Dich belehren zu müssen. Nachdem wir die Interstate verlassen haben und die Gegend immer ländlicher und verlassener wird, machen wir einen Stopp, um unseren Challenger abzulichten.

Nordamerika Roadtrip Dodge Challenger Mietwagen

Nordamerika Roadtrip Dodge Challenger Mietwagen

Nordamerika Roadtrip Dodge Challenger Mietwagen

Unterkunft in Upstate New York

6 Stunden nach dem Start an den Niagarafällen erreichen wir die Big Indian Wilderness, ein großes, bergiges Waldgebiet, etwa 200 km nördlich von New York City. Hier haben wir eine Übernachtung in der Cold Spring Lodge gebucht. Die ist praktischerweise am nächsten dran an der Wanderung, die wir morgen machen wollen.

Der Check-In läuft ganz problemlos, die Betreiber sind total nett und zeigen uns alles. Das Zimmer in der großen Lodge ist sauber und groß genug für 2 Betten, Bad und alles andere ist ebenfalls ok. Und sogar das WiFi funktioniert! Was will man mehr, mitten in der Wildnis Nordamerikas?

Adresse: 530 Oliverea Rd, Big Indian, NY 12410 // Preis Zimmer/Nacht: 50 US$

Was wir noch wollen, verrate ich Dir gerne: Etwas zu futtern nach dem langen Roadtrip. In Big Indian gibt es aber rein gar nichts. Bis auf einige halb verfallene Häuser. Und die bewohnten, noch stehenden Hütten sehen nicht nach American Diner aus, sondern viel mehr nach „Texas Chainsaw Massacre“ :-) Wir fahren also ins benachbarte, 18 km entfernte Phoenicia und haben Glück, denn heute ist Tacco Tuesday in der Sportsman´s Alamo Cantina. Ein Tacco für 1 Dollar !

Phoenicia Main Street Nordamerika Roadtrip

Morgens lassen wir uns wieder viel Zeit. Es ist eh ziemlich frisch draußen und wir haben definitiv keine Eile. Zum frühstücken fahren wir wieder nach Phoenicia. Die Betreiber unserer Lodge haben uns einen ganz heißen Tipp gegeben: Eine Pizzeria namens Brio´s. Die ist direkt neben der Alamo Cantina von gestern Abend und hier gibt es lecker Frühstück, wie man es sich in den USA vorstellt. Ich ordere direkt mal das köstliche Country Skillet. *nomnomnom *

Wanderung in Upstate New York

Gut gestärkt fahren wir zur Lodge zurück und von dort die Route 47 (Oliverea Road) in die entgegengesetzte Richtung tiefer in die Wälder der Catskill Mountains hinein. Der Giant Ledge Trailhead ist am Parkplatz und dem Schild zu erkennen. Hier macht die Straße eine Haarnadelkurve, kann man also echt nicht übersehen. Bei Google Maps steht da „Panther Mt. Trail“.

Info
Am Parkplatz startet der Wanderweg zum Giant Ledge und Panther Mountain. Alle wichtigen Infos dazu findest Du HIER. Angegeben ist die Länge des Wanderwegs, also Hin und Zurück, mit 6,87 Meilen (ca. 11 km). Die 5 Stunden kommen in etwa hin, bei der Entfernung bin ich mir nicht ganz sicher, könnte auch etwas weniger sein. Es geht teilweise steil bergauf, aber immer nur kurz und mit Stufen. Der Weg ist mit blauen und gelben Markierungen an den Bäumen versehen. Man braucht eigentlich keine Karte, denn selbst wir Stadtmenschen haben ja den Rückweg geschafft. Aber so 1-2 Flaschen Wasser und vielleicht einen Snack solltest Du mitnehmen, da der Weg nach einer Weile etwas anstrengend wird.

Giant Ledge Trail Catskill Mountains

Giant Ledge Trail Catskill Mountains

Nach den Giant Ledges muss man nicht unbedingt noch zum Panther Mountain. Die Aussicht ist sehr ähnlich und in unserem Fall ist der gesamte Wald auch noch völlig kahl vom Winter. Aber wir haben ja den ganzen Tag Zeit, daher gehen wir auch den ganzen Weg. Hier die Ausblicke von den Giant Ledges:

Giant Ledge Trail Catskill Mountains

Giant Ledge Trail Catskill Mountains

Auf dem Felsen vom Panther Mountain treffen wir einen anderen Wanderer und quatschen eine Weile. Er kommt aus der Umgebung und meint, dass es hier keine Schwarzbären mehr gibt, wie ich erst befürchtet hatte. Auch die namensgebenden Panther (oder Mountain Lions) hat hier schon ewig keiner mehr gesehen. Dafür kommen Kojoten und Weißkopfseeadler öfter vor. Wir sehen leider weder noch. Als später noch eine Gruppe eintrifft, die wir am Giant Ledge kennengelernt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Dem Wanderweg solltest Du nicht weiter folgen, es ist kein Rundweg und er führt zu einem Parkplatz auf der Route 28, also beinahe schon in Phoenicia und somit etliche Kilometer von dort, wo Dein Auto steht!

Giant Ledge Trail Catskill Mountains

Gegen 18 Uhr sind wir wieder in der Lodge und müssen dringend duschen. Aber auch etwas futtern, nachdem wir fast den ganzen Tag wandernd in der Wildnis New Yorks verbracht haben. Also → wieder nach Phoenicia ins Brio´s und dieses Mal leckere Pizza aus dem Holzkohleofen.

Roadtrip nach Boston

Der heutige Zeitplan ist schon etwas straffer. Wir verlassen die wunderschönen Catskill Mountains gegen 9 Uhr, fahren durch Woodstock und in Saugerties auf die Interstate 87. Richtung Norden geht es immer parallel zum Hudson River, den wir kurz vor Albany überqueren. Ein riesen Fluss übrigens! Auf der Interstate 90 geht es dann lange Zeit nach Osten, etwa 2-3 Stunden lang, bis wir das Wrentham Village Premium Outlet erreichen.

Da wir nämlich schon in Massachusetts sind, bezahlen wir beim Kauf von Kleidung bei einem Wert bis 175 USD keine Taxes. Und im Outlet kann man sich noch ein Couponheft abholen, damit gibt es nochmal Prozente auf ohnehin schon reduzierte Waren. Ich kann mich jedenfalls für wenig Geld ganz gut bei Columbia mit Outdoorklamotten eindecken.

Nach diesem kurzen Shopping-Stopp geht es weiter, das Ziel ist dieses Mal Scituate, 75 km entfernt und direkt am Atlantik. Die Fahrt soll eigentlich nur eine Stunde dauern, aber durch den extrem hohen Verkehr auf der Straße Richtung Cape Cod werden es dann fast 2 Stunden. Wir kommen aber dennoch am Old Scituate Lighthouse an und ich kann einige Bilder des Leuchtturms von 1811 schießen. Irgendwie gehört ein Leuchtturm-Foto doch zur Atlantikküste von Neuengland dazu, oder?

Old Scituate Lighthouse Massachusetts

Ja und dann kommt die letzte Fahrt mit unserem treuen Challenger. Wir müssen ihn am Boston Logan International Airport zurück geben, verfahren uns aber ganz ordentlich in der Innenstadt von Boston. Man sollte halt nicht immer nur blind der Navi-Frau vertrauen, sondern auch mal auf Straßenschilder achten! Sehr wehmütig verabschieden wir uns vom Challenger. Ist echt ein gutes Auto, sieht verdammt cool aus und gerne würde ich den für einen zukünftigen Roadtrip in Nordamerika wieder buchen.

Unterkunft in Boston

Die Unterkunft in Boston ist das HI Boston Hostel. Es ist die zentralste und vor allem günstigste Unterkunft, die ich zumindest online für Boston finden konnte. Und das bedeutet 60 EUR pro Person pro Nacht im 6-Mann-Zimmer.

Die Verbindung zum Hostel klappt wieder vortrefflich, bis der Silver Line Bus kurz hinter dem Flughafen den Geist aufgibt. Da der Bus aber umsonst ist, wollen wir uns mal nicht beschweren und steigen in einen anderen um. Dieser bringt uns zur South Station. Nach kurzer Orientierung meistern wir den Weg zu Fuß zum Hostel innerhalb von 15 Minuten.

Direkt nebenan im Jacob Wirth German Restaurant ermuntern uns die guten Preise dazu, einige der über 40 Biersorten zu probieren :)

Adresse: 19 Stuart St, Boston, MA 02116 // Preis Person/Nacht: 60 EUR (2015)

Boston Sehenswürdigkeiten

Um 9 Uhr am nächsten Morgen wollen wir am New England Aquarium sein. Auf dem Weg dorthin sehen wir zum ersten Mal einige der Hochhäuser von Boston bei Tageslicht:

Boston Financial District

Die Tickets für unsere Whale watching Tour habe ich schon online gebucht und bezahlt, wir können also ohne Probleme an Bord des Katamaran. Heute ist der 1. Mai und das Wetter ist nicht besonders gut, daher bleiben wir erstmal unter Deck. Aber nach gerade mal 30 Minuten Fahrt raus auf´s Meer essen etliche Passagiere ihr Frühstück nochmal rückwärts. Ist nicht so lecker, also nichts wie raus an die frische Luft! Und die ist in der Tat frisch, ich kann vor Kälte meine Kamera nicht still halten. Durch die Wellen macht der Katamaran ganz ordentliche Sätze, ist nicht einfach, sich auf den Beinen zu halten. Auch hier draußen erliegen immer mehr Passagiere ihrer Seekrankheit, viele füttern die Fische. Mir geht’s total gut ;) Und dann kommt die für viele erlösende Durchsage, dass wir aufgrund des Wetters umdrehen müssen. Für uns ist das nicht so toll, aber wir bekommen Raincheck-Tickets, mit denen wir morgen nochmal eine Tour mitmachen können.

Wieder im Hafen von Boston angekommen, besuchen wir das Aquarium. Eigentlich mag ich Zoos und Aquarien nicht besonders. Aber 1. ist der Eintritt mit in den Whale watch Tickets dabei und 2. ist das New England Aquarium durchaus einen kurzen Besuch wert. Vor allem der riesige Meereswassertank in der Mitte ist beeindruckend.

Anschließend spazieren wir zum Quincy Market, wo es jede Menge Straßenkünstler zu sehen gibt. Und dann wird es Zeit für DAS typische Gericht, wenn man in Neuengland unterwegs ist: Lobster. Dafür kehren wir im touristischen Legal Sea Foods Restaurant direkt gegenüber vom Aquarium ein. Hier wissen die Angestellten, dass fast nur Touris zum Essen kommen. Unsere Kellnerin ist dementsprechend mega freundlich und hilft tatkräftig mit, den Hummer zu knacken. Fazit: Ist eine neue Erfahrung, brauche ich aber nicht öfters. Meiner Meinung nach bekommt man zu wenig Hummerfleisch für den teuren Preis für so ein Vieh! Den restlichen Tag verbringen wir in diversen Pubs und streifen einfach ziellos durch Boston.

Boston Nordamerika Roadtrip

Boston Nordamerika Roadtrip

Der letzte Tag beginnt wieder früh. Wir haben ja noch eine Chance auf Whale watching bekommen, in Form der Raincheck-Tickets. Wenn Du mehr Infos zu diesem Ausflug möchtest, klicke Boston Harbor Cruises.

Es mag auf den Bildern nicht so aussehen, aber wir haben Glück mit dem Wetter. Es ist zwar nur graue Suppe überall, aber das Meer ist sehr ruhig. Mit dem Katamaran geht es fast zwei Stunden lang raus zur Stellwagen Bank Marine Sanctuary. Wir sehen Seiwale und Zwergwale aus der Ferne, und dann kommen wir in die Nähe von 3 Buckelwalen.

Absolut beeindruckend, diese riesigen Säugetiere so nah am Boot nach Nahrung jagen zu sehen. Ihr Auftauchen kündigt sich immer durch sehr viele Luftblasen auf der Wasseroberfläche an, und dann springen all die kleinen Schwarmfische aus dem Wasser, um dem Verderben zu entgehen. Kurz darauf brechen die Buckelwale mit aufgerissenen Mäulern durch die Oberfläche und die Menschen an Bord jauchzen und klatschen vor Begeisterung.

Boston Harbor Cruises Whale watching

Boston Harbor Cruises Whale watching

Nach dieser fantastischen Tour kommen wir bei Sonnenschein im Hafen an und können noch Bilder von Boston´s Skyline machen.

Boston Skyline Nordamerika Roadtrip

Zum Mittagessen suchen wir mal wieder ein Hard Rock Cafe auf und gönnen uns danach noch ein Bierchen im „The Tap“. Anschließend laufen wir auch noch mal eben den kompletten, 4 km langen Freedom Trail bis zum Bunker Hill Monument im Stadtteil Charlestown. Bei unglaublich blauem Himmel legen wir uns vor dem riesigen Obelisken noch eine Weile auf der Wiese in die Sonne und knacken sogar fast noch weg. Der Boston Freedom Trail führt quer durch die Stadt und Du siehst unterwegs einige alte Häuser und Friedhöfe, wo immer irgendein General verbuddelt liegt. Für Freunde der amerikanischen Geschichte ist der Trail eine spannende Sache, kann ich nur empfehlen! Vor allem kommt man auch durch tolle Stadtteile wie dem Haymarket, Little Italy und Charlestown.

Bunker Hill Monument Boston

Freedom Trail Boston

Zusammenfassung der Sehenswürdigkeiten in Boston

  • New England Aquarium
  • Boston Harbor Cruise
  • Quincy Market
  • Freedom Trail
  • Fenway Park

Wenn Du noch mehr über Boston und besonders den Freedom Trail lesen möchtest, empfehle ich Dir den Reisebericht von Mandy, auf ihrem Blog Travelroads.de

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12 thoughts on “Nordamerika Roadtrip: Toronto – Niagarafälle – Boston

  1. hellboy

    Hey ,klasse Bilder hast du da mitgebracht, wenn die Kids mal aus dem Haus sind geht es mit der Frau auch mal dort hin.
    Gruß,Hellboy!

    Reply
    1. Schwerti Post author

      Na das dauert ja noch ein bischen ;) Aber macht das auf jeden Fall, nur besser so im September !

      Reply
  2. Barbara

    Hi Schwerti,
    Solche Berichte mag ich – da sind gute Tipps drin, selbst abgereist, eigene Erfahrungen und superschöne Fotos. Für mich besonders interessant, da war ich nämlich noch nicht und mit Toronto liebäugle ich schon länger. Gute Idee, das mit Boston zu verbinden.
    Liebe Grüße
    Barbara

    Reply
    1. Schwerti

      Hi Barbara,
      Ich freue mich sehr über Deinen netten Kommentar, danke! Vor allem freut es mich, wenn da was hilfreiches für Dich bei ist. Mir geht´s da genau wie Dir, diese Art von Berichten mag ich am liebsten. Mit einer persönlichen Note halt. Hab auch gerade mal auf Deinem Blog rumgestöbert und bin auf Mexiko und Guatemala gestoßen. Da werde ich demnächst wohl noch öfters rein schauen, weil ich da evtl. im März hinfliege. Toronto ist echt toll, nur würde ich vielleicht nicht nochmal kurz nach dem Winter hin fahren ;)
      VG, Schwerti

      Reply
  3. Steffi

    Lieber Stefan,
    ein toller Beitrag mit vielen nützlichen Tipps! Da wir in diesem Jahr einen großen Roadtrip durch den Nordosten Amerikas und Osten Kanadas geplant haben, kommt dein Beitrag gerade wie gerufen :) Vielen Dank dafür! Liebe Grüße Steffi

    Reply
    1. Schwerti

      Hej Steffi,
      Sehr gerne, freut mich total, dass Dir der Beitrag geholfen hat!
      Habt Ihr denn schon eine Route im Kopf ? Da oben im Nordosten gibt es ja eine Menge zu sehen. Kommt natürlich auch ein bisschen auf die Jahreszeit an ;) Bei Fragen helfe ich gerne. Und jetzt schaue ich mir mal Deine Griechenland Berichte an. Das Land interessiert mich schon lange, besonders da ich so auf Geschichte stehe.
      VG, Schwerti

      Reply
  4. Tanja

    Lieber Schwerti,

    vielen Dank für diese tollen Eindrücke und Erlebnisse.
    Wir haben es bisher leider noch nicht in den Osten der USA geschafft, aber wie man sieht lohnt es sich durchaus. Wieder ein Ziel mehr auf unserer Wunschliste ;)

    Viele Grüße,
    Tanja

    Reply
    1. Schwerti

      Hey schön dass Dir der Bericht gefällt. Ich glaube, Dir würde es im Osten ganz gut gefallen. Gibt auch jede Menge Campgrounds da ;) Ein ausgedehnter Roadtrip in den Neuenglandstaaten ist auf jeden Fall noch auf meiner Liste, und bei Dir doch bestimmt auch, oder ?
      VG, Schwerti

      Reply
  5. Mandy

    Toller Bericht und schöne Route, Schwerti. :) Den Trail in den Catskill Mountains finde ich ganz spannend und Toronto würde ich mir auch gern mal anschauen. Cool übrigens, dass ihr auch im HI Boston abgestiegen seid. Finde das eine optimale Alternative zum Übernachten für das teure Boston…

    Lieben Gruß und dankeschön für’s Verlinken! :)
    Mandy

    Reply
    1. Schwerti

      Sehr gerne verlinkt, Mandy. Deine USA Berichte sind super, die verlinke ich natürlich, wenn es passt. Die HI Hostels sind ja in der Regel eh recht gut, das in Boston hat mir aber besonders gefallen, allein schon aufgrund des Preises :)
      VG, Schwerti

      Reply

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